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Von: Martin Metzenbauer

Verfasst am: 24.11.10 16:58

TNT und Nachtflüge in Wien

Wien musste wegen Nachtflugregelung bereits auf 747-Service verzichten. Standortverlagerung nach Bratislava wird nicht ausgeschlossen.

Foto: TNT

Das Thema der Nachtflüge in Wien rückte in den letzten Wochen wieder ins Zentrum des Brancheninteresses – sind doch die in die Wiener Stadtregierung eingerückten Grünen dezidierte Nachtfluggegner und möchten auch im Rahmen ihrer Regierungsbeteiligung die Zahl der Nachtflüge weiter sinken lassen. „Mit den 3.000 Flugbewegungen, auf die man hinkommen will, gebe ich mich nicht zufrieden“, erklärte jüngst der grüne Gemeinderat Rüdiger Maresch im Austrian Aviation Net-Gespräch.

Zwar finden derzeit nur rund 2% des gesamten Flugverkehrs in der Zeit zwischen 23:30 und 05:30 Uhr statt – trotzdem würde eine Reduktion der nächtlichen Flüge doch für manche Sparten ein Problem bedeuten. Man denke an die sommerlichen Charterverbindungen oder an den Frachtverkehr, der immer noch teilweise in der Nacht abgewickelt wird. Eines der in Wien betroffenen Unternehmen ist TNT: Der BAe146-Frachter aus dem Air Cargo-Zentrum in Lüttich landet jeweils um 03:20 Uhr und startet um 03:50 wieder in Richtung Belgien. Darüber hinaus betreibt TNT eine zweite Frachtlinie in den Morgenstunden – diese wird von Ukraine International Cargo durchgeführt.

Falls der Nachtflug aufgrund einer verschärften Regelung nicht mehr geführt werden könnte, hätte das „natürlich negative Auswirkungen“ auf das Angebot des Unternehmens, so Erich Neuwirth von TNT Austria gegenüber Austrian Aviation Net. Dieser Flug betrifft vor allem Terminsendungen, die von den Businesskunden in der Früh bis 9.00 Uhr erwartet werden. „Mit zunehmender Erholung der Wirtschaft gewinnen derartige Premiumservices wieder vermehrt an Bedeutung“, so Neuwirth.  Die Hauptkapazitäten werden allerdings mit dem ukrainischen Frachter befördert. Hierbei hätte das Nachtflugverbot keine Auswirkung.

Das vieldiskutierte Nachtflugverbot hat übrigens bereits in der Vergangenheit zu einer unangenehmen Entscheidung für den TNT-Standort Wien geführt. Ein konzernweiter interner Wettbewerb, wo es um eine wöchentliche Verbindung mit einer Boeing 747 aus Asien nach Europa ging, wurde zu Gunsten von Nürnberg entschieden. Wien – bis zuletzt im Rennen – wurde nicht zuletzt aufgrund der restriktiven Nachtflugsituation dann doch nicht der Zuschlag erteilt.

„Flughäfen im näheren Umfeld wie z.B. Bratislava haben kein derartiges Nachtflugverbot. Obwohl die Sendungen für die Slowakei zur Zeit über Wien laufen, kann daher das Risiko einer Standortverlagerung nie ausgeschlossen werden“, so Neuwirth weiter.


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