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Von: Roman Payer

Verfasst am: 05.07.12 18:27

Grüne gegen Senkung der Flugticketabgabe

"klimaschädlichster Verkehrsträger"

Foto: Martin Metzenbauer

Damit machen sich die Grünen in der österreichischen Luftfahrt-Branche keine Freunde: Sie sind dagegen, dass Finanzminsterin Maria Fekter die Ticketsteuer senkt. "Das würde Steuerausfälle in zweistelliger Millionenhöhe bedeuten und einmal mehr den klimaschädlichsten Verkehrsträger einseitig begünstigen. Dabei braucht es dringend mehr und nicht noch weniger Kostenwahrheit beim Flugverkehr", meint die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, am Donnerstag in einer Aussendung.

Für die Grünen ist die Flugticketabgabe ein unverzichtbarer Beitrag für mehr Kostenwahrheit im Verkehr und nur ein kleiner Ausgleich für die zahlreichen Steuerprivilegien. „Gerade auf Kurzstrecken ist das Flugzeug besser gestellt als die klimaschonende Bahn, die Steuern und Abgaben Länge mal Breite zahlen muss, so Brunner. „Steuerfreier Flugtreibstoff und mehrwertsteuerfreie Ticketkosten den Staat mindestens 400 Mio. Euro jährlich. Bei solchen Riesensubventionen über eine Mini-Abgabe zu jammern, die kein Fluggast spürt und keine Flughafen-Existenz gefährdet, zeigt realitätsfremdes, fossiles Denken bei der Flug-Lobby", kritisiert Brunner.

Zudem sei Österreichs Flugticketabgabe schon jetzt lächerlich gering und verwässert: So reicht die Kurzstrecke, für die derzeit nur acht Euro Gebühr anfallen, bis nach Afrika, und die wenig teurere Mittelstrecke gleich bis nach Fernost. Studien der Flug-Lobby würden mit statistischen Tricks dennoch gravierende Probleme durch die Flugabgabe herbeischreiben, wirft Brunner den Airlines und Airports vor.

Allerdings zeigten 2011 die Passagierzahlen an den Bundesländerflughafen tatsächlich deutlich nach unten. Gerade die kleinen subventionierten Airports sind durch die Ticketsteuer arg unter Druck geraten. Auch in Deutschland, wo die Abgabe drei Monate früher mit 1. Jänner 2011 eingeführt wurde, zeigt sich an den Regionalflughäfen ein ähnliches Bild. Die großen Drehkreuze Frankfurt, München aber auch Wien waren, was die Passagierzahlen betrifft, relativ immun gegen die zusätzliche Steuerbelastung.

Laut Begutachtungsentwurf des Finanzministeriums ist für 2013 eine Senkung der Flugticketabgabe um 13 Prozent auf der Kurzstrecke und um 25 Prozent auf der Mittelstrecke geplant.


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