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Von: Patrick Kritzinger und Roman Payer

Verfasst am: 07.08.12 08:13

Fix: Intersky setzt auf ATR 72-600

Die Bodensee-Airline wird zwei ATR 72-600 beschaffen und sie auf neuen eigenen Routen sowie eventuell auf ersten Zubringerdiensten für Lufthansa nach München einsetzen. Der Personalbestand wird bis zum Sommerflugplan 2013 auf 200 Mitarbeiter verdoppelt.

Letztes Update am 07.08.2012 um 10:08 Uhr.

Bisher bestand die Flotte ausschließlich aus Dash 8-300. Gemietete ATR standen bisher nur kurze Zeit im Einsatz (Foto: AirTeamImages.com).

Die Bodensee-Airline InterSky expandiert. Luftfahrtinvestor Rudolf Wöhrl, der vor kurzem bei der Vorarlberger Regionafluglinie eingestiegen war, bestätigte gegenüber Austrian Aivation Net den Kauf von zwei Flugzeugen. Die Flottenentscheidung sei gefallen. „Wir haben uns zum Kauf von zwei brandneuen ATR 72–600 entschieden,“ teilte Wöhrl AANet vorab mit. Im Laufe des Dienstagvormittags wurden die Infos in einer InterSky-Presseaussendung bestätigt.

Die Wahl sei auf die ATR 72–600 gefallen, weil sie extrem zuverlässig und sensationell wirtschaftlich sei, begründete Wöhrl die Entscheidung. Mit diesem Regionalflugzeug werden laut Wöhrl die Treibstoffkosten im Vergleich mit einer Boeing 737 um etwa die Hälfte pro Passagier gesenkt. Am Gebrauchtmarkt habe es den Flugzeugtyp noch nicht gegeben – „zu modern“.

Eine ATR 72–600 kostet nach Listenpreisen 23,5 Millionen US-Dollar, hinzu kommen noch die benötigten Ersatzteile. Die erste Maschine wird im Dezember 2012 zur Auslieferung kommen, die zweite im März 2013, bestätigte Wöhrl.

Einhergehend mit der Flottenaufstockung wird Intersky neben der Sitzplatzkapazität auch die Belegschaft verdoppeln. Aus rund 100 Mitarbeitern sollen 200 werden. „Die Umschulung von Piloten und Technikern beginnt bereits in den nächsten Tagen“, so Wöhrl. Der Standort am Flughafen Friedrichshafen soll von der Expansion profitieren. Jede ATR 72-600 benötige beim fliegenden Personal ungefähr 30 Mitarbeiter, rechnet die Airline vor. Hinzu kommen die Techniker sowie das eigene und fremde Bodenpersonal.

Zum Streckenprogramm und zu möglichen neuen Flügen will man noch keine Angaben machen, weil die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei. Kolportiert wird eine neue Verbindung nach München. Diese würde es dem Regional-Carrier erlauben, als Zubringer für Lufthansa-Langstreckenflüge zu agieren. Wöhrl bestätigte gebenüber Austrian Aviation Net solche Gespräche. Man sei mit Lufthansa wegen München „seit geraumer Zeit“ in Verhandlungen. Zubringerdienste seien aber auch für „andere große Gesellschaften“ denkbar. Wöhrl: „Ziemlich sicher aber dürfte sein, dass eine dieser mit 70 Sitzen  ausgestatteten Maschinen auf bestehenden Strecken, die mit 50 Sitzen, deutlich kleinere Dash 8Q-300, ersetzen wird, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.“

Wie berichtet, war Intersky in den letzten Monaten seit dem Einstieg der INTRO-Gruppe intensiv mit der Suche nach einem effizienten Nachfolger für ihre Dash 8-300 Flotte beschäftigt. Sowohl mit Bombardier als auch mit ATR habe die Airline, nach eigenen Angaben, das Gespräch gesucht, nun hat der französisch-italienische Hersteller das Rennen gemacht. Die beiden ATR 72-600 waren ursprünglich für Caribbean Airlines vorgesehen.


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