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Von: Roman Payer

Verfasst am: 07.12.10 12:13

Wichtiger Schritt zum Single European Sky

Für Passagiere bedeutet ein einheitlicher europäischer Luftraum schnelle Verbindungen. Foto: Flightstats.com

Die internationale Lufttransport-Vereinigung IATA mit Sitz in Genf begrüßte die Bestrebungen der EU-Kommission zum Vorantreiben des einheitlichen europäischen Luftraumes (SES, engl. Single European Sky).

Vergangen Woche wurde ein Vertrag unterzeichnet, der vorsieht einen funktionalen Luftraumblock (FAB) zu gründen. Daran nehmen die Benelux-Staaten, Deutschlang, Frankreich und die Schweiz teil. Fluggäste können auf innereuropäischen Flügen damit künftig auf kürzere und damit schnellere Verbindungen hoffen. Am Donnerstag unterzeichneten die Verkehrsminister von Deutschland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz in Brüssel einen Vertrag über die Schaffung eines gemeinsamen Luftraumes. Der Luftraum der sechs Länder ist der am meisten frequentierte in ganz Europa. Mehr als 55 Prozent aller europäischen Flugbewegungen finden hier statt. Er umfasst mit Paris, Amsterdam und Frankfurt drei der weltgrößten interkontinentalen Flughäfen.

Die Gründung des FABEC (Functional Airspace Block Europe Central) ist die erste ihrer Art in Europa und gilt als Schritt in Richtung des seit Jahren geplanten "Single European Sky". Andere Länder planen ähnliche Kooperationen, sind in ihren Verhandlungen aber noch nicht soweit.

Von der grenzübergreifenden Zusammenarbeit versprechen sich die Mitgliedsländer in den nächsten Jahren Einsparungen in Milliardenhöhe und mehr Effektivität im Flugverkehr. So soll der Zusammenschluss beispielsweise eine direktere Streckenführung ermöglichen, was nicht nur die Flugdauer, sondern auch den Treibstoffverbrauch und damit die Emissionen deutlich senken würde. Bisher orientieren sich viele Flugrouten noch an Ländergrenzen. Und auch die international sehr unterschiedlichen Preise für die Luftraumüberwachung wirken sich häufig auf die Streckenführung aus.

Die IATA will mit dem einheitlichen Luftraum in Europa mehrere Ziele verwirklichen. Unter anderem sollen bis 2020 die Kosten für die Luftraumüberwachung (ATM) halbiert werden und die Zeit der Verspätungen soll um Durchschnitt um dreißig Sekunden gesenkt werden.

Welchen Effekt eine internationale Kooperation im Bereich der Luftsicherheit haben kann, zeigen Projekte, die im Rahmen der FABEC bereits realisiert wurden. So wurde durch die Aufgabe eines niederländischen Militärgeländes die Flugstrecke zwischen dem Flughafen in Frankfurt am Main und dem Amsterdamer Airport Schiphol bereits deutlich verkürzt.


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