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Von: Roman Payer

Verfasst am: 19.12.11 15:24

Etihad zahlt 73 Millionen Euro für Air Berlin

Foto: AirTeamImages.com

Zuerst Gerüchte, dann ein Dementi und jetzt ist es fix: Die arabische Fluggesellschaft Etihad beteiligt sich an der angeschlagenen Air Berlin. 73 Millionen Euro zahlt der Golf-Carrier für 29 Prozent der Aktien. Damit gehört auch die österreichische Tochter NIKI den Arabern. Für die Lufthansa-Gruppe ist der Deal ein Schlag ins Gesicht. Vor ihrer Nase tänzelt nun einer der stärksten Konkurrenten herum. Schon im Jänner wird Air Berlin Flüge zwischen der deutschen Hauptstadt Berlin und dem Etihad-Drehkreuz in Abu Dhabi aufnehmen.

An den Börsen gab es nach dem Einstieg ein großes Aufatmen, die Aktie von Air Berlin schoss am Vormittag um 10 Prozent in die Höhe. Die Märkte waren wegen der finanziellen Schieflage der zweitgrößten deutschen Fluglinie zunehmend nervöser. Ohne einen großen Investor wäre bei Air Berlin früher oder später das Geld knapp geworden. Derzeit sitzt der Finanzchef von Air Berlin, Ulf Hüttmeyer auf einem Schuldenberg von 600 Millionen Euro. Neben der Beteiligung gewährt Etihad Air Berlin einen Kredit in der Höhe von 200 Millionen Euro.

Im Moment halten die beiden CEOs Hartmut Mehdorn und James Hogan in Berlin eine Pressekonferenz, in der sie den Journalisten die Hintergründe des Deal erklären. Recherchen von Austrian Aviation Net haben ergeben, dass der Einstieg erst kurzfristig entschieden wurde. Auch für Mitarbeiter innerhalb der Air Berlin Gruppe kam die heutige Entscheidung überraschend. In die Verhandlungen mit Etihad dürfte nur die Chefetage eingeweiht gewesen sein.

Die beiden Airlines kündigten an, ihre Vielfliegerprogramme abzusprechen und Flüge im Codeshare anzubieten. Das gemeinsame Streckennetz umfasst insgesamt 240 Städte in 77 Ländern. Es ist für die Fluglinie aus Abu Dhabi das erste Mal, dass sie sich bei einer anderen Airline einkauft. An Beitritt zu oneworld will Air Berlin aber festhalten. Etihad gehört keiner Allianz an.

Die Air-Berlin-Aktie, die an der Frankfurter Börse notiert, ist hauptsächlich im Streubesitz. Zu den größten Aktionären gehört die ESAS Holding der türkischen Industriellen-Familie Sabanci mit 16 Prozent und der Investor Hans-Joachim Knieps mit mehr als sieben Prozent.


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