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Von: Luciano Stöckl

Verfasst am: 10.01.10 22:30

Kommentar zum Thema Sicherheit

Was geschieht mit uns?

Was geschieht mit uns?

Es ist also wieder passiert. Wieder hat sich ein Wahnsinniger gefunden, der sich mit einem Linienflugzeug in die Luft sprengen wollte. Und wieder trat die gewohnte Reaktion aus weltweiten Schlagzeilen, Hysterie und neuen Sicherheitsmaßnahmen ein.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden „nochmals„ verstärkt. Sie waren zuvor also nicht ausreichend. Wieviel Sicherheit ist eigentlich „ausreichend„?  Was, wenn es nach dem nächsten Attentatsversuch - und der kommt bestimmt - nicht mehr ausreicht, seine kulinarischen Vorlieben, seine Kreditkartendaten, und weite Teile seiner in Zahlen fassbaren Existenz vor Abflug irgendwelchen Geheimdiensten zur Verfügung zu stellen; wenn es nicht mehr reicht, sich perlustrieren zu lassen, seinen Koffer samt Unterhosen und persönlichen Gegenständen von fremden Menschen durchwühlen zu lassen; wenn es nicht mehr reicht, eine Stunde vor der Landung in die Hose zu pinkeln, weil man nicht mehr auf die Toilette gehen darf? Natürlich hört es nicht auf. Sicherheit fordert ihren Preis, und nach der gängigen Logik ist der Preis immer ein Stück unserer Freiheit. Ein Stück unserer Freiheit um den Rest davon zu verteidigen. Die Frage, wie lange das funktionieren kann möge sich jeder selbst beantworten.

Warum?

Wie ich aus den Medien erfahren durfte, hat sich zu Beginn des auslaufenden Jahrzehnts die Welt verändert. Zwar verkauft mein türkischer Greißler am Eck nach wie vor Kebab und Ayran statt Kalaschnikows und Anthrax und mein bosnischer Nachbar fährt noch immer seinen BMW und keinen Panzer, mein Fernseher warnt mich allerdings davor, daß uns „die„ Moslems den Krieg erklärt haben.  Mein subjektives Bedrohungsgefühl ist zwar sehr überschaubar geblieben, deren Leben ist durch die Diskussionen um Minarettverbot, Kopftuchverbot und das gewachsene Misstrauen ihnen gegenüber durch den Staat und die Menschen in ihrer Umgebung gewiss nicht einfacher geworden.

Natürlich kann man das Gewesene nicht leugnen. Die Anschläge in New York, London und Madrid und anderswo haben traurige Tatsachen geschaffen. Die Welt verändert aber haben andere. Terrorismus ist kein direkter Angriff auf den Gegner, sondern das Verbreiten von Angst und Hysterie, die auf indirektem Wege helfen soll, die gesteckten Ziele zu erreichen. Dumm nur, daß es funktioniert. Einige wenige Menschen haben es mit Geschick und Skrupellosigkeit geschafft, die westliche Welt in ein Fieber zu stürzen, in dem wir uns unsere Lebenswelt selbst zerstören.  Einigen Attentaten stehen nun zwei Angriffskriege, eine globale Spaltung der Gesellschaft, eine im Inneren fortschreitende und im


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