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Verfasst am: 18.02.13 11:21

Alles neu: Iraqi Airways startet durch

Eine neue Flotte, ein neues Streckennetz und endlich geregelte Verhältnisse mit dem Nachbarland Kuwait: Eigentlich steht dem erfolgreichen Wiederaufbau von Iraqi Airways inzwischen kaum mehr etwas im Wege.

Bei der neuen Bemalung soll wieder auf das typische "Iraqi-Grün" zurückgegriffen werden (Foto:AirTeamImages.com)

Viel getan hat sich in den letzten Monaten seit der Ankündigung von Entschädigungszahlungen für das Nachbarland Kuwait bei der staatlichen Iraqi Airways. Mit neuem modernen Fluggerät, einer neuen Bemalung und sogar ersten Verbindungen nach Europa schaut man bei der krisengebeutelten Airline aus dem Mittleren Osten momentan wieder optimistisch in die Zukunft.

So konnte der wilde Flottenmix bestehend aus A310, Boeing 737 Classic und Next Generation, CRJ 900 sowie Boeing 747 und 767 in den vergangenen Monaten um eine erste Boeing 777-200, die von Air Austral nicht übernommen worden war, ausgebaut werden. Zudem wurden zwei Airbus A320 von Air Berlin und NIKI (ex OE-LEM) sowie zwei ehemalige Blue Wings A321 in die Flotte integriert, die bereits im Golfnetz der Airline eingesetzt werden.

Die erste Langstrecke in Richtung Europa soll bereits ab 5. März mit einem nagelneuen Airbus A330-200 bestritten werden. Dieser wird zweimal wöchentlich von Bagdad nach London Gatwick sowie einmal von Sulaimaniya in die britische Hauptstadt unterwegs sein. Beide Rotationen werden „aus Sicherheitsgründen“ beim Rückflug über Malmö in Südschweden geführt. Bereits ab 15. Juni sollen die Frequenzen auf sechs wöchentliche Dienste ausgebaut werden.

Auf ihrer englischen Homepage betont Iraqi, dass es sich bei der neuen Verbindung um den „ersten Direktflug zwischen dem Irak und Großbritannien seit dem August 1990 handelt, da ein im Jahr 2010 vorangegangener Versuch durch einen 1,2 Milliarden US-Dollar teuren Prozess von Kuwait Airways vereitelt worden war“.

Die Verbitterung nach dem Ringen um Entschädigung für die Zerstörungen während der Invasion Kuwaits im zweiten Golfkrieg sitzt auf beiden Seiten offensichtlich tief. Jahrelang hatte Iraqi Airways auf eine eigene Flugzeugflotte verzichten müssen, um Pfändungen durch den Nachbarstaat aus dem Weg zu gehen. Erst seit dem März 2012 kommen sich beide Länder langsam wieder etwas näher.

Der Irak erklärte sich bereit 500 Millionen US-Dollar an Kuwait zu bezahlen und im Gegenzug ließ Kuwait Airways ihre Klage fallen und die Lowcost Airline Jazeera Airways erhielt Flugrechte zwischen ihrem Heimatort und der irakischen Stadt Najaf. 22 Jahre nach dem Einmarsch Saddam Husseins darf nun auch Iraqi Airways wieder in den Kleinstaat zurückkehren. Sie reaktiviert die Strecke Bagdad-Kuwait.

In den nächsten Jahren werden nun weitere neue Boeing 737-Jets sowie zehn Dreamliner erwartet. Mit ihnen könnten erste Flüge nach Frankfurt, Kuala Lumpur oder sogar in Richtung der Vereinigten Staaten aufgenommen werden, erklärte der CEO von Iraqi Airways in einem Interview. Auch Flüge nach Österreich könnten, wie anlässlich der Übernahme der A330 verlautbart wurde, schon bald im Flugplan der ambitionierten Airline zu finden sein.


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