Austrian Aviation Net - Das Magazin der österreichischen Luftfahrt
 
 
 
   
 

News Detail


Verfasst am: 28.12.09 19:16

Sukhoi Superjet 100: Auslieferungen auf unbestimmten Zeitpunkt verschoben

Probleme mit den Triebwerken verzögern das Projekt

Foto: Sukhoi

Der Präsident der Sukhoi-Mutterfirma United Aviation Corporation (UAC), Alexei Fyodorov, erklärte heute vor Journalisten, dass die ersten Auslieferungen des Sukhoi Superjet 100 wegen Problemen mit den Triebwerken auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden müssen.

Sukhoi befinde sich in Gesprächen mit den Kunden über einen neuen Auslieferungs-Zeitplan. Verantwortlich dafür sei eine Verzögerung des Zulassungsprogrammes des neuen russischen Mittelstreckenjets, ausgelöst durch die Tatsache, dass die von der russischen Firma Saturn in Kooperation mit der französischen Firma Safran hergestellten Triebwerke überarbeitet, beziehungsweise neu geplant werden müssen. Fyoderov sagte, er wisse den Grund dafür nicht, und auch nicht, ob nicht zusätzlich auch noch finanzielle Probleme beim Triebwerkskonsortium für die Probleme verantwortlich seien.

Noch Mitte Dezember hatte der russische Handelsminister Viktor Khristenko die ersten Auslieferungen für die erste Hälfte 2010 angekündigt.

Das Projekt ist ohnedies schon durch grobe Verzögerungen belastet. Der Erstflug, ursprünglich für 2007 geplant, wurde erst Mitte 2008 durchgeführt. Im März 2008 wurden die ersten Auslieferungen wegen Problemen mit der Ausrüstung des Flugzeuges von Ende 2008 auf 2009 verschoben.

Weil dringend erwartete und einkalkulierte Einnahmen im Jahr 2009 ausgeblieben sind, kam es im Oktober 2009 über die Ausgabe zusätzlicher Aktien zu einer Kapitalaufstockung bei UAC. Der Staat verfügt seither über 80 Prozent Anteil am Unternehmen, die Staatsbank VEB elf, den restlichen Anteil teilen sich private Aktionäre.

Der Superjet 100 ist der große Hoffnungsträger der in die Bedeutungslosigkeit abgedrifteten russischen Flugzeugindustrie. Etwa 100 Maschinen wurden bisher bestellt. Aeroflot ist Erstkunde des Flugzeuges, das zwischen 75 und 95 Passagieren transportieren soll. Das Projekt steht unter der Leitung von Sukhoi in Kooperation mit der italienischen Finmeccania SpA.

(ms)


Aktuell

 
News Regional News International Feature Forum Im Focus Home Newsletter Jobs Facebook Links