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Von: Jan Gruber

Verfasst am: 22.06.14 11:50

Weeze träumt sich "DUS 3" vor

Düsseldorf hält wenig von den Vorschlägen aus dem Landkreis Kleve.

Niederrhein-Airport Weeze (Foto: Weeze Airport).

Während neue Airlines am Flughafen Düsseldorf um Slots zittern müssen und Bestandskunden nicht nach Belieben neue Strecken eröffnen können, ist die Situation am Niederrhein-Flughafen Weeze, den Ryanair als Düsseldorf vermarktet, ganz anders. 

Bedingt dadurch, dass eben dieser Low-Coster das Flugangebot ab "Düsseldorf-Weeze" erneut kürzte, befürchtet man empfindliche Passagierrückgänge. Dazu kommt, dass der Regionalairport nicht nur unter finanziellen Sorgen leidet, sondern auch von der öffentlichen Hand spätestens ab 2016 keine weiteren Kredite und Subventionen erhalten soll.

Not macht bekanntermaßen erfinderisch, denn so ganz möchte sich die Regionalpolitik nicht vom Flughafen Weeze verabschieden. Einerseits denkt man mal wieder darüber nach den Airport durch die Reaktivierung einer schon lange stillgelegten Eisenbahnstrecke attraktiver zu machen und zum anderen würde sich der verschlafene Airport als "dritte Piste für Düsseldorf" anbieten. Weeze-Chef Ludger van der Bebber ist natürlich gleich Feuer und Flamme von diesen Vorschlägen, doch hat man die Rechnung offenbar nicht mit dem Wirt, dem Flughafen Düsseldorf, gemacht.

Die Ironie an diesem Wunschdenken ist, dass Weeze von Anfang an mit diversen juristischen Problemen zu kämpfen hatte und bis heute keine schwarzen Zahlen abliefern konnte. Beschränkungen wurden in der Vergangenheit seitens Ryanair mit der Drohung den Flugverkehr am Niederrhein-Flughafen einzustellen stets verhindert. Doch wirklich erfolgreich war der Airport nie, denn außer dem irischen Low-Coster interessierte sich keine andere Airline für eine dauerhafte Nutzung.

Eine Kooperation zwischen Düsseldorf und Weeze wäre zumindest aus ökonomischer Sicht wenig zukunftsweisend, da die Düsseldorfer Flughafengesellschaft mit dem Airport "Düsseldorf-Mönchengladbach" ohnehin über einen Tochter-Airport verfügt, der mit einem Passagierterminal und einer 1.200-Meter-Piste ausgestattet ist. In der Vergangenheit nutzten zahlreiche Airlines, insbesondere im Regionalverkehr, den Flughafen Mönchengladbach, ehe den Nutzern seitens des damals neuen Mehrheitseigentümers, Flughafen Düsseldorf, der größere Airport schmackhaft gemacht wurde.

Ähnlich sieht man es auch von offizieller Seite der Düsseldorfer Flughafengesellschaft. Ein Sprecher verwies darauf, dass die Entfernung von 80 Kilometern zwischen den beiden Airports wenig praktikabel wäre. Zum anderen würde Düsseldorf in zunehmendem Maße von Umsteigern profitieren, so dass Flugangebot dort stattfinden muss, wo auch Nachfrage vorhanden ist. Anders ausgedrückt dürfte aus den Ideen der Regionalpolitiker des Kreises Kleve zumindest in absehbarer Zeit nichts werden.


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