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Von: Patrick Kritzinger

Verfasst am: 26.04.13 13:34

Boeing rüstet erste Dreamliner nach

Die Umrüstungsarbeiten an den ersten Dreamlinern laufen endlich an und da ist Boeing schon mit dem nächsten Problem konfrontiert: Neben den Kosten für die Umbauten kommen nun auch die Forderungen nach Entschädigungszahlungen auf den Hersteller zu.

Ethiopian möchte die erste Airline sein, die ihre Dreamliner wieder in die Luft befördert (Foto: AirTeamImages.com)

Endlich können Boeing und seine 787-Kunden wieder aufatmen: Das Flugverbot für den Dreamliner wurde nach 14 Wochen und zwei Tagen am Freitag von Seiten der amerikanischen Flugaufsicht FAA offiziell aufgehoben. Und auch die japanische Zivilluftfahrtbehörde will nachziehen. Jetzt muss nur noch die Nachrüstung der bereits fertiggestellten Jets so rasch wie möglich über die Bühne gebracht werden, damit die ersten Airlines, wie angekündigt, ihre (Alp)Traumjets bereits Mitte Mai wieder in Dienst stellen können.

Dauern werden die Umbauarbeiten zwar nur rund fünf Tage pro Maschine, jedoch bedarf es auch für Auffrischungskurse für die Mitarbeiter, Überprüfungs- und Überstellungsflüge und nicht zuletzt das Anlaufen der Ticketverkäufe auf ausgesetzten Routen Zeit, die einkalkuliert werden muss. Zehn Ingenieurteams mit rund 300 Mitarbeitern haben ihre Arbeit an den ersten Maschinen bereits aufgenommen.

Die Kosten für Austausch und Installation der Batterien, der neuen hitzeresistenten Boxen sowie der benötigten Belüftungsanlage belaufen sich auf knapp 360.000 Euro pro Flugzeug. Ob diese Summe von den Airlines selbst getragen werden muss oder von der Garantie gedeckt wird, ist noch nicht bekannt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Boeing für diese zusätzlichen Ausgaben aufkommen wird, berichtet die "Seattle Times".

Dass der Ärger und die Unannehmlichkeiten für die Airlines mit diesem kleinen Entgegenkommen vergessen ist, ist jedoch nicht zu erwarten. 787-Kunden weltweit, allen voran die polnische LOT und Air India, haben bis zuletzt betont, Entschädigung vom US-Flugzeugbauer zu verlangen, um die finanziellen Einbußen der letzten Monate kompensieren zu können. Vertraglich ist Boeing aber nicht zu Ausgleichszahlungen verpflichtet, entgegnete Boeing am Mittwoch. Man wolle jedoch "hier und da" mit dem Kunden eine Lösung erarbeiten und sie mit reduzierten Wartungskosten oder Rabatten bei künftigen Käufen milde stimmen.


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