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Von: Patrick Kritzinger

Verfasst am: 20.08.12 10:33

UFO: Lufthansa-Angebot "ein Schlag ins Gesicht"

"Weniger Gehalt, längere Arbeitszeiten und keine Absicherung" habe das der Gewerkschaft zuletzt vorgelegte Angebot vorgesehen. Bis spätestens Mittwoch wird ein neues Paket erwartet, das zwar die strittigen Themen größtenteils aussparen wird, dafür aber über einen möglichen Streik der Flugbegleiter entscheiden könnte. Vorbereitungen für einen Arbeitskampf sind bereits im Laufen.

Foto: AirTeamImages.com

Zumindest vorerst wird es keinen Streik des Kabinenpersonals bei Lufthansa geben, das gab der Verhandlungsführer der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) am Freitag bekannt. Bis spätestens Mittwoch soll wieder ein neues Angebot vorliegen, das zentrale Punkte jedoch voraussichtlich nicht berücksichtigen, sondern sich auf die angestrebte Vergütungserhöhung konzentrieren werde.

Bisher seien die Verhandlungen zu den strittigen Themen der Regelung von Leiharbeit, der Auslagerung des Flugbetriebs in eine Billigtochter und der Einstufung von Beschäftigten nach der Ausbildung „maßlos enttäuschend“ verlaufen, berichtet das Branchenportal airliners.de. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht aller Kabinenkollegen gewesen, wenn wir das [vom Vorstand vorgelegte; Anm. d. Red.] Paket durch weitere Verhandlungen hoffähig gemacht hätten. Nicht einmal in klassischen Sanierungssituationen haben wir als Gewerkschaft solche Vorgehensweisen, die nur Elemente des Nehmens auf Arbeitgeberseite beinhalten, erlebt.“, heißt es in einer internen Aussendung.

In diesem als Angebot „des Gebens und Nehmens“ angekündigten Paket, an dem die Airline sechs Wochen lang gearbeitet hatte, habe die Gewerkschaft kein „Geben“ finden können. Es sehe „weniger Gehalt, längere Arbeitszeiten und keine Absicherung“ vor. Lediglich die „geliehenen“ Mitarbeiter für den Standort Berlin sollen künftig von direct4u statt von Aviation-Power angeheuert werden.

Auf der „Wunschliste der Lufthansa“ findet sich unter anderem keine Vergütungserhöhung, eine Veränderung des Stufensystems sowie eine Erhöhung der Gewinnbeteiligung nur bei vier Prozent operativer Marge. Zudem solle die Flugstundengrenze auf 89 Stunden und die Mehrflugstundenauslösegrenze auf 72 Stunden angehoben werden sowie eine Flatrate hierfür eingeführt werden. Freie Quartalstage und Urlaubstage sollen gekürzt werden.

Da auch für Mittwoch keine Einigung mit Lufthansa erwartet wird, seien konkrete Vorbereitungen für einen Arbeitskampf bereits im Gange.


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