www.austrianaviation.net - Destination Dubrovnik

 

 

von Martin Metzenbauer

 

Dubrovnik, die 45.000 Einwohner zählende Stadt im Süden Kroatiens, wird auch als die "Perle der Adria" bezeichnet. Und tatsächlich kann sich kaum jemand dem unvergleichlichen Charme dieser Stadt mit ihrer langen Geschichte entziehen.

Von Jahr zu Jahr entdecken auch immer mehr Reisende dieses Juwel an der kroatischen Küste. Und ein guter Teil der Besucher kommt per Flugzeug über den Airport Dubrovnik, der in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt hat, welcher wohl auch noch über die nächsten Jahre anhalten wird.

Lesen Sie im Austrian Aviation Net-Feature über die Stadt und den Airport Dubrovnik.

 

Airport

Die Geschichte des Flughafens Dubrovnik reicht bis ins Jahr 1932 zurück, als der erste Airport eröffnet wurde – allerdings etwa 10 Kilometer von der heutigen Position entfernt und auch nur mit einer Graspiste ausgestattet.

Im Jahr 1962 übersiedelte der Flughafen an seine jetzige Position unweit des malerischen Ortes Cavtat. In den folgenden Jahren wurde er immer weiter ausgebaut, bis schließlich im Jahr 1987 die höchste bisherige Passagierzahl (1,46 Mio. Fluggäste) verzeichnet werden konnte. Der Airport verfügte mittlerweile über eine 3,3 Kilometer lange Piste sowie ein modernes Terminal, welches die Besucher der Adriaküste bequem aufnehmen konnte.

 

Die Landebahn 12/30 ist mit 3.300 Metern die längste Runway Kroatiens.

 

Zum Starten und Landen wird hauptsächlich die Runway 12 benutzt. Diese ist - im Gegensatz zur 30 - auch mit einem ILS ausgestattet.

 

Die Gegend um Dubrovnik ist recht gebirgig und auch die Runway liegt an beiden Enden an einer Anhöhe - die Landelichter müssen daher auf entsprechenden X-Large-Stelzen montiert sein.

 

Zu Beginn der 1990er Jahre wandte sich das Blatt allerdings dramatisch. Im Zuge der Jugoslawien-Krise wurde auch die Region rund um Dubrovnik nicht von kämpferischen Auseinandersetzungen verschont. Und so wurde neben Stadt und Umland von Dubrovnik auch der Airport in großen Teilen zerstört und geplündert. Auf die Rückgabe der damals entwendeten Gerätschaften warte man noch heute, wie Frano Luetic – Deputy Director General des Airports – gegenüber Austrian Aviation Net erzählt. Die internationalen Passagierzahlen sanken übrigens von 820.000 im Jahr 1990 auf 268.000 im Jahr darauf. 1992 wurden insgesamt 5 (!) internationale Passagiere abgefertigt...

Nachdem die Besatzungstruppen den Airport wieder zurückgeben mussten, war zuerst einmal Aufräumarbeit angesagt. Neben der Entfernung von unter der Runway angebrachten (und glücklicherweise nicht gezündeten) Sprengkörpern musste zur Wiedereinführung des Flugbetriebes erst einmal wieder das verlorene Equipment wiederbeschafft werden. Hilfreich zur Seite standen den kroatischen Kollegen damals übrigens auch zwei österreichische Airports, nämlich Wien und Salzburg: Von den beiden größten heimischen Flughäfen erhielt Dubrovnik diverse Gerätschaften – unter anderem ein Feuerwehrauto und ein Pistenräumgerät, welches noch heute im Einsatz steht.

 

Die Austrian Airlines Group fliegt täglich von Wien nach Dubrovnik, meistens mit Airbus A319, A320 sowie mit Fokker 100. Bei Bedarf kommt auch der größere A321 zum Einsatz, wie auf dem Foto zu sehen.

 

Seit einigen Monaten fliegt auch SkyEurope von Wien nach Dubrovnik. Eine der Boeing 737-700 die auf der Strecke eingesetzt werden, ist hier beim Start auf der Runway 12 zu sehen.
 

Mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt am Airport "Cilipi", allerdings nicht in Bezug auf den Verkehr des kroatischen Tourismusairports. Nach eher stagnierenden Zahlen Ende der 1990er Jahre konnte Dubrovnik in den letzten Jahren einen regelrechten Boom verzeichnen: Nach knapp 400.000 Passagieren im Jahr 2000 waren es 2006 bereits 1,12 Mio. Fluggäste, die in DBV abgefertigt wurden.

Unter Dubrovniks Top-Destinationen liegt auch die österreichische Hauptstadt Wien. Nicht weniger als drei Airlines verkehren pro Woche 12mal zwischen den beiden Airports. Neben den Flag Carriers Austrian Airlines und Croatia Airlines verbindet seit einigen Monaten auch SkyEurope die beiden Städte.

SkyEurope war übrigens der erste Budgetcarrier, der Dubrovnik anflog. Neben Wien werden von dieser Airline auch noch Bratislava, Budapest, Krakau und Prag mit der kroatischen Stadt verbunden. Mittlerweile haben auch noch eine Reihe weiterer Billigflieger die attraktive Destination an der Adria entdeckt – unter anderem Clickair, FlyBe, Germanwings, TUIfly und Norwegian. Nach 15% im Jahr 2006 rechnet man 2007 mit einem LCC-Anteil von nicht weniger als 21%.

Doch auch die etablierten Airlines sind in Dubrovnik aktiv unterwegs: Neben dem Flag Carrier Croatia Airlines fliegen schon seit längerem Linien wie Aer Lingus, Austrian Airlines, British Airways, Estonian, LTU oder Malev nach DBV. Im heurigen Jahr sind bereits einige Fluglinien neu dazugekommen: Neben der bereits erwähnten Clickair nämlich Darwin, Iceland Express, Monarch und Thomsonfly. Besonders wichtig sind für Dubrovnik die Austrian Airlines-Verbindungen nach Wien, wie Airport-Manager Luetic erklärt. VIE wird von Dubrovnik hauptächlich zum Umsteigen benutzt – auf den täglich durchgeführten AUA-Flügen liegt der Transferanteil bei rund 80%.

 

Die neue Check In Halle wurde im Jahr 2006 eröffnet.

 

Der relativ kleine Gepäcksausgabebereich.

 

Das geplante neue Terminal mit vier Jetbridges.

 

Ein kleiner Teil des Airport-Fuhrparks: Das Steyr Pistenkehrgerät war nach dem Krieg ein Geschenk des Flughafens Wien an Dubrovnik, das moderne Rosenberger-Feuerwehrauto kommt ebenfalls aus Österreich, der Flugzeugschlepper steht seit den 1960er-Jahren im Einsatz.

 

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1962 hat der Airport Dubrovnik eine Reihe baulicher Veränderungen erlebt – die letzte im Jahr 2006, als ein neues Check In Terminal mit 16 Schaltern seiner Funktion übergeben wurde. In den nächsten Jahren erwartet man – laut eines von Airport Consulting Vienna erstellten Masterplans – weiteres starkes Wachstum. In den nächsten Jahren soll bereits die Zwei-Millionen-Grenze überschritten werden.

Aus diesem Grund wird bereits an einem neuen Terminalgebäude geplant, das in den nächsten Jahren seiner Bestimmung übergeben werden soll. Neben Busgates sollen dabei auch erstmals vier Jetbridges zur Verfügung stehen. In der Zwischenzeit werden Teile der bestehenden Anlagen adaptiert um den derzeitigen Passagier-Boom logistisch verarbeiten zu können.

Mit einer Länge von 3.300 Metern verfügt Dubrovnik übrigens über die längste Landebahn in Kroatien – als (fast) reguläre Gäste sind daher auch immer wieder Widebodies bis zur Iljushin IL-96 und der Boeing 747 zu Gast. Hauptsächlich wird auf der mit einem ILS ausgestatteten Runway 12 gelandet – nur am Nachmittag wird die per VOR/DME bzw. Visual Approach anzufliegende Bahn 30 benutzt. "Schuld" daran hat der vor allem am Nachmittag auffrischende Mistralwind, der von Westen her über das Land zieht.

Mit der im Jahr 2004 von der Reederei Atlantska Plovidba gegründeten "Dubrovnik Airline" verfügt der Flughafen auch über einen eigenen kleinen Homecarrier. Die fünf mit einem riesigen Foto der Altstadt versehenen MD-80-Maschinen werden allerdings nur im Charterverkehr eingesetzt – immer wieder sind sie auch in Österreich zu sehen.

 

Airport Manager Frano Luetic: "Austrian Airlines sind wichtig für Dubrovnik"

 

"Home Carrier" Dubrovnik Airline ist mit fünf MD80 auf Charterstrecken unterwegs.

 

Air Adriatic hingegen dürfte den Betrieb eingestellt haben.

 

Stadt und Region

Wohl niemand der in Dubrovnik ankommt, kann sich dem besonderen Flair dieser Stadt entziehen. Mit ihrer Lage am südlichsten Zipfel Kroatiens an der hügeligen dalmatinischen Küste besticht die "Perle der Adria" mit einer besonderen Anmut und Harmonie – fast zu schön, um wahr zu sein. Nicht umsonst hat der irische Schriftsteller George Bernard Shaw einst gemeint: "If you want to see heaven on earth, come to Dubrovnik."

Am schönsten ist es, in Dubrovnik vom Wasser aus anzukommen – damit ist nicht unbedingt die Landung mit einem der großen Ocean Liner am modernen Kreuzfahrthafen Gruz gemeint, sondern die Ankunft (heute in der Regel mit kleinen Schiffen und Booten) im romantischen alten Hafen. Vom Airport Dubrovnik - der rund 20 Kilometer von der Stadt entfernt liegt - erfolgt die Zufahrt allerdings in der Regel weniger maritim, sondern mit dem Taxi oder Bus.

 

Die Altstadt mit ihrer mächtigen Mauer.

 

Stradun, die unglaublich schöne Hauptstraße Dubrovniks.

 

Ein angenehmer Umstand ist die Tatsache, dass die Altstadt von Dubrovnik einerseits recht übersichtlich und klein sowie weitestgehend autofrei ist. Die Entdeckungsreise kann man also ruhig per pedes starten, man muss sich nicht mit dem üblichen Straßenverkehr auseinandersetzen und benötigt auch keine Tickets für öffentliche Verkehrsmittel.

Die Geschichte von Dubrovnik ist lang und ereignisreich: Gegründet wurde die Stadt im 7. Jahrhundert, im 14. Jahrhundert wurde die Republik Dubrovnik ausgerufen, die - mehr oder weniger unabhängig - bis ins 18. Jahrhundert bestand. Zeitweise gab es Scharmützel mit dem Konkurrenten Venedig, später wurde der Stadtstaat (gegen Tributzahlungen) vom osmanischen Reich geschützt.

Dubrovnik war in vielerelei Hinsicht eine sehr progressive und moderne Stadt und konnte Errungenschaften vorweisen, die es in anderen Gegenden erst Jahrhunderte später gab: Bereits 1301 wurde die organisierte medizinische Versorgung eingeführt, 1317 eröffnete die erste Apotheke (die älteste Europas!), 1347 das erste Altersheim. Die Sklaverei wurde 1418 abgeschafft und 1436 wurde ein 20 Kilometer langes Wasserversorgungssystem gebaut. Ermöglicht wurde dies durch die ertragreiche Handelstätigkeit des kleinen Staates.

Ab dem 17. Jahrhundert ging es mit der Bedeutung Dubrovniks als wirtschaftliche Macht allerdings bergab - Hauptgrund war die Verlagerung der Handelsrouten vom Adria-Raum in Richtung Atlantik. Ein ähnliches Schicksal also wie Venedig, dessen wichtige europäische Stellung auch etwa zu dieser Zeit geschwunden ist. Darüberhinaus zerstörte ein Erdbeben im Jahr 1667 einen Großteil der Stadt - die solide Stadtmauer allerdings blieb weitgehend unbestätigt und ist auch heute noch zu bewundern.

Im 19. Jahrhundert wurde Ragusa (so hieß Dubrovnik eine zeitlang) österreichisches Kronland und blieb es auch bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Anschließend war Dubrovnik dann mit Kroatien Teil Jugoslawiens. Der Zusammenbruch des Vielvölkerstaates Anfang der 1990er Jahre ging bekanntermaßen auch an Kroatien nicht vorbei - die Kampfhandlungen um den seit 1991 unabhängigen Staat zogen sich bis 1995. Auch die Altstadt von Dubrovnik - seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe - blieb von den Kämpfen nicht verschont und wurde schwer beschossen. Laut Angaben des Roten Kreuzes kamen dabei insgesamt 114 Zivilisten und 200 Soldaten ums Leben. Die Schäden an den Gebäuden sind heute weitgehend verheilt, die Wunden und Narben in den Menschen nicht, wie eine kleine Gedenkstätte in der Nähe des Uhrturms zeigt.

 

Die eindrucksvolle Stadtmauer beschützt schon seit Hunderten von Jahren die nur etwas mehr als 13 Hektar große Altstadt.

 

Früher war der Hafen von Dubrovnik wichtiger Umschlagspunkt für Handelsschiffe - heute findet man hier hauptsächlich Fischer- und Segelboote sowie kleine Ausflugsschiffe. Im Hintergrund rechts sieht man das Lazareti, links das Fort Revelin.
 

Dubrovnik zeigt sich heute als höchst lebendige Stadt, die sich von den Wirren des Krieges weitgehend erholt hat. Ein Café reiht sich an das nächste, Boutiquen und Geschäfte lassen so manches Konsumenetenherz höher schlagen (und so manche Brieftasche traurig dreinschauen). Auch kulturell tut sich in der "Perle der Adria" so einiges - das "Dubrovnik Summer Festival" beispielsweise bringt ein hochkarätiges Musikprogramm und Stars wie Gidon Kremer in die Stadt.

Die Stadt selbst hält natürlich für den Reisenden eine Reihe interessanter Bauwerke parat: Gleich am Hafeneingang beispielsweise findet man das Lazareti - ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, in dem Reisende aus fernen Ländern zum Schutz der Bevölkerung vor ansteckenden Erkrankungen 40 Tage verbringen "durften". Gleich in der Nähe findet sich das Fort Revelin, das heute als Veranstaltungsvenue und Museum dient.

Die Altstadt ist von einer insgesamt 1.940 Meter langen und bis zu 25 Meter hohen und sechs Meter breiten Stadtmauer umgeben, die zu den beliebtesten Besichtigungszielen zählt. Zur besterhaltenen Befestigungsanlage Europas zählen noch 17 Türme und 15 Bastionen. Ansonsten findet man noch eine Reihe interessanter Bauwerke wie den Fürstenpalast, die Kirche des Hl. Blasius, die Kathedrale, mehrere Klöster und das Rathaus.

Die Hauptstraße Dubrovniks ist die Stradun, die sich auf 292 Metern Länge vom Hauptplatz mit dem Uhrturm bis zum Onofrio-Brunnen mit seinen 16 Wasserspeiern aus dem Jahre 1348. Einst befand sich hier ein Meereskanal, der die beiden Siedlungen Dubrava und Ragusa trennte - später schüttete man ihn zu. Heute finden sich auf der Stradun eine Vielzahl von Cafés, Restaurants und Geschäften, die zum Relaxen und Einkaufen einladen.

 

Wer nicht in Dubrovnik selbst nächtigen will, kann dies auch bequem in einem der Orte in der Nähe tun, beispielsweise im malerischen Cavtat, wo auch schon der österreichische Bundespräsident zu Gast war.

 

Rund um Dubrovnik gibt es einige nette, kleinere Ortschaften, die ebenfalls zum Verweilen einladen. Insbesondere kann man hier die kleine Ortschaft Cavtat nennen, die am Ende einer Bucht zwischen zwei Halbinseln liegt. Der Ort ist für Dubrovnik-Besucher bestens geeignet, da er in unmittelbarer Nähe des Airports liegt und auch Dubrovnik per Boot, Bus oder Auto rasch erreichbar ist. Neben einigen guten Hotels und Pensionen finden sich nette (aber steinige) Strände sowie ausgezeichnete Restaurants.

Dubrovnik ist jedenfalls ein Ort, den man gesehen haben muss! Nachdem dieses kleine Paradies nur etwa eine Stunde Flugzeit von Wien entfernt ist, stellt es auch dank der vielen Flugverbindungen keine größere Schwierigkeit dar, die "Perle der Adria" unkompliziert zu erreichen.

 

> Flughafen Dubrovnik

> Stadt Dubrovnik (offizielle Seite)

> Dubrovnik online

> Dubrovnik Summer Festival

> Kroatische Zentrale für Tourismus

 
Wir danken Frano Luetic vom Flughafen Dubrovnik sehr herzlich für die großartige Hilfe bei der Erstellung dieses Berichtes!

 

Special Visitors

Global Jet Luxembourg (Roman Abramowich) / P4-MES
Global Jet Luxembourg (Viktor Vekselberg) / P4-MIS
Bundesheer (Austrian Airforce) / 7L-WN
Pilatus Flugzeugwerke / HB-VSA
BBJ One / N737ER
BBJ One / N737ER
IRAN AIR / EP-IJA

Unsere Autoren

Martin Metzenbauer

Jan Gruber

Michael Csoklich

Robert Hartinger

Christoph Aumüller

Philipp Valenta