Halbjahreszahlen: Thomas Cook mit Milliarden-Verlust

Konzern will die langfristige Liquidität durch den Verkauf der Airline-Sparte sichern.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Thomas-Cook-Group, der unter anderem die deutsche Ferienfluggesellschaft Condor angehört, schrieb im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019, das am 31. März 2019 endete, einen Netto-Verlust in der Höhe von rund 1,5 Milliarden Britischen Pfund. Umgerechnet in Euro entspricht dies in etwa 1,7 Milliarden Euro.

Die Wintermonate sind für Airlines und Reiseveranstalter traditionell schwierig, jedoch stand bei Thomas Cook im Vorjahreszeitraum ein Defizit von „nur“ 255 Millionen Pfund-Sterling unterm Strich. Die Abschreibung von Marken, aber auch deutlich zurückhaltendes Reiseverhalten aufgrund der unklaren Situation bezüglich des geplanten Brexits machten dem Reisekonzern zusätzlich zu schaffen.

Konzernchef Peter Frankhauser rechnet auch damit, dass im Laufe des Jahres 2019 Rekordgewinne geschrieben werden können. Im Gegenteil, denn der Manager rechnet mit einem Rückgang, der sowohl mit dem Brexit als auch mit hartem Konkurrenzkampf zusammenhängt. Beispielsweise ortet Frankhauser eine regelrechte Rabattschlacht unter den Veranstaltern, aber auch Fluggesellschaften. Dies wirkt sich sowohl im Tour-Operator- als auch Airline-Geschäft ungünstig auf die Einnahmen aus. Dazu kommt, so der Konzern, dass die Einkaufspreise für Hotels und Treibstoff deutlich gestiegen sind.

In den Wintermonaten wäre das Reiseverhalten auch aufgrund des milden Winters zurückhaltend gewesen. Frankhauser führte dazu aus, dass weniger Menschen in wärmere Regionen geflogen sind. Auf dem UK-Markt kommt zusätzlich dazu, dass viele potentielle Kunden aufgrund der Brexit-Hängepartie ihre Reisen noch gar nicht gebucht haben, so dass es im Last-Minute-Segment möglicherweise zu einem harten Konkurrenzkampf und damit erheblichen Preisnachlässen kommen könnte.

Frankhauser erklärte weiters, dass man für den Verkauf der konzerneigenen Fluggesellschaften mehrere Angebote von nicht näher genannten Interessenten erhalten haben. Dabei sollen sowohl Gebote für die gesamte Airline-Gruppe als auch für einzelne Carrier auf dem Tisch liegen. Diese will man nun verhandeln und zu einem Abschluss führen. Die Thomas Cook Group will durch die Veräußerung der Fluggesellschaften die Liquidität des Konzerns verbessern. Interessenten wurden nicht namentlich genannt, allerdings outete sich vor einigen Tagen Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr als Bieter für Condor.

Die Thomas-Cook-Zahlen auf einen Blick:

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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