Icelandair Group tief in den roten Zahlen

Laut dem neuen CEO Bogi Nils Bogason haben irrationale Ticketpreise und teureres Kerosin das Finanzergebnis des Vorjahres verhagelt.

Foto: Icelandair

"Das Jahr 2018 war herausfordernd", erklärte Bogi Nils Bogason, CEO der Icelandair Group, anlässlich der Präsentation des Vorjahresergebnisses am Freitag. In der Tat reflektieren die Finanzzahlen des Unternehmens diese Herausforderungen recht gut: Zwar sind die Umsätze um 6,5 Prozent auf 1,51 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das EBIT ist hingegen in den negativen Bereich gerutscht und unter dem Strich hat die Icelandair Group im Vorjahr einen Verlust von 55,6 Millionen US-Dollar gemacht. Das Jahr 2017 konnte man noch mit einem Gewinn von 37,5 Millionen US-Dollar abschließen.

 

Entwicklung der Finanzzahlen der Icelandair Group von 2014 bis 2018 (Millionen US-Dollar, Quelle: Icelandair Group).

Was waren nun die "Herausforderungen" des letzten Jahres? Zum einen die starke Konkurrenz, die laut Bogason zu mitunter "irrationalen Ticketpreisen" geführt hätte. Auf der anderen Seite hätten laut dem Icelandair-CEO auch signifikante Kostenanstiege beim Treibstoff sowie bei den CO2-Kosten zu den suboptimalen Finanzzahlen geführt. Aber auch strategischen Entscheidungen aus früheren Zeiten im Bereich Sales und Marketing sowie Änderungen im Netzwerk gibt Bogason Schuld. Der ehemalige Finanzchef hat erst Mitte 2018 den CEO-Sessel bei Icelandair übernommen, nachdem sein Vorgänger Björgólfur Jóhannsson zurückgetreten ist.

Heuer sollen die Dinge laut Bogason besser laufen: "Wir haben bereits eine Anzahl an einnahmen- und ausgabenseitigen Maßnahmen getroffen, die sich 2019 in einer verbesserten Performance niederschlagen sollen", so Bogason. Das Netzwerk will man in diesem Jahr um rund zehn Prozent ausbauen und 4,6 Millionen Passagiere befördern - das wären rund 500.000 mehr als im Vorjahr. Offenbar will man sich auch verstärkt auf das Kerngeschäft fokussieren: Für die Töchter Icelandair Hotels und Iceland Travel wurden Verkaufsverhandlungen aufgenommen.

Boeing 757 von Cabo Verde Airlines (Foto: www.AirTeamImages.com).

Besonders interessant wird wohl auch die Beteiligung an Cabo Verde Airlines - AviationNetOnline berichtete. "Wir sehen Möglichkeiten ein ähnliches Geschäftsmodell auf den Kapverden zu entwickeln wie in Island", erklärte Bogason. Die Inselgruppe sein ein ideales Drehkreuz für Flugverbindungen zwischen Europa, Südamerika, Afrika und Nordamerika. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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