Eilat und der Negev: Sonne, Strand und viel Natur

Mit Ryanair und Wizzair kommt man mittlerweile auch aus dem deutschsprachigen Raum ganz einfach in den Süden Israels. Einen Besuch ist er auf jeden Fall wert.

Der Timna Park ist nur rund eine halbe Stunde Fahrzeit von Eilat entfernt.

Seit einigen Jahren werden von Österreich und Deutschland wieder im Winter saisonale Flüge in den Süden Israels angeboten. Dazu wurde zuletzt der kleine Flughafen Ovda genutzt, der 2019 auch im internationalen Flugverkehr vom neuen Ilan & Asaf Ramon Airport in der Nähe von Eilat abgelöst wurde. In der Wintersaison 2018/19 war beispielsweise Ryanair von Berlin-Schönefeld, Bremen, Weeze, Frankfurt-Hahn, Karlsruhe / Baden-Baden oder auch Bratislava nach Ovda unterwegs. Von Wien aus bot Wizzair saisonal eine Verbindung zum hauptsächlich vom israelischen Militär genutzten Airport an.

Die Stadt Eilat mit ihren rund 50.000 Einwohnern ist ein durchaus originelles Konvolut aus Touristenzentrum, Militärbasis und ganz normaler israelischen Stadt (sollte es so etwas wie "normal" in Israel überhaupt geben). Ob die südlichste Stadt Israels als "schön2 bezeichnet werden kann, liegt ganz im Auge des Betrachters - relativ große Hotelanlagen prägen hier jedenfalls die Skyline. Aviation Net hat sich in der Gegend umgesehen.

Schlafen und Essen - für alle Ansprüche
Apropos Hotels: Das Angebot ist hier wirklich sehr groß - von einfachen Häusern bis zu Resorts mit mehreren hundert Betten. Aufgrund der Lage direkt am Strand sind gerade die Häuser am Meer beliebt - beispielsweise das "Royal Beach Hotel" oder das "Dan Eilat" liegen in der Gunst vieler Gäste weit oben. Letzteres ist zwar nicht das neueste Haus vor Ort, wird aber von vielen Eilatis als bestes Hotel der Stadt bezeichnet. Die (mittlerweile teilweise neu renovierten) Zimmer haben durchwegs Blick auf die Pools und das Meer - besonders positiv zu erwähnen ist, dass eigene Familienzimmer mit einer Schlafnische für bis zu zwei Kinder angeboten werden.

Große Hotels säumen die Strandpromenade von Eilat.

Ein Highlight des "Dan" ist auch das Frühstücksbuffet - Israelis lieben eine bunte und intensive erste Mahlzeit am Tag. Da es sich um ein koscheres Hotel handelt, wird streng auf die jüdischen Speisegesetze geachtet - daher gibt es am Samstag keine vor Ort frisch zubereiteten warmen Speisen. Hungrig bleibt man dabei aber trotzdem keinesfalls. Spannend ist auch das im thailändischen Stil gehaltene "Orchid", das neben der Straße nach Taba liegt. Etwas einfacher aber trotzdem beliebt ist das "Orchid Reef" - ein Hotel derselben Kette am westlichen Strandabschnitt.

Zum Thema Kulinarik: Eilat hält für Freunde guten Essens ein wahrhaft großes Angebot bereit. Von israelischen Lokalen über koschere Sushi-Bars (was angesichts der Tatsache, dass Schalentiere nicht koscher sind, eine echte Herausforderung für die Köche ist) bis hin zu italienischen Ristoranti gibt es fast alles, was das Herz begehrt. Wem Middle-East-Kulinarik mit kleinen Vorspeisentellern und großen Fleisch-Spießen schmeckt, der dürfte sich im "Halev Harachav Steakhouse" wohl fühlen. Übrigens gibt es in Eilat zwei Lokale dieses Namens - das Steakhouse befindet sich in der Nähe der "Mall Hayam", der Namensvetter in Form eines Streetfood-Ladens einige Straßen in Richtung der Hügel am Westende von Eilat. Letzteres ist ebenfalls einen Besuch wert - ausgezeichnete Falafel und Shawarma haben hier viele Fans gefunden, die das 1978 eröffnete Lokal gerne frequentieren. Die Speisen sind hier übrigens ausschließlich auf Hebräisch angeschrieben - aber auch ohne Kenntnis der Sprache sollte es mit einem gewissen Improvisationstalent kein großes Problem sein, das zu bekommen, was man gerne haben möchte.

Blick vom "Dan" auf die abendliche Küste in Richtung Ägypten.

Etwas nobler geht es im vielleicht schönsten aber auf jeden Fall einem der besten Lokale Eilats zu. Dieses heißt "Pago Pago", war früher auf einem Schiff untergebracht und befindet sich auch heute noch in der hübschen Marina. Hier findet man interessante Fusion-Küche, bei der Sashimi auf Steak und gegrillten Fisch trifft. Nicht billig, aber einen Besuch wert. Ebenfalls positiv erwähnenswert ist die Eilat-Filiale der Steakhouse-Kette "El Goucho", das "Colonia" an der Straße nach Taba, die "Bar Beach" ebenfalls in der Nähe (gegenüber dem Hotel Ambassador am Coral Beach). Beliebt für israelisches Essen sind das "Achla" und das "Shipudei Tzipora". Wer kalten Fisch auf Reis mag, dürfte sich im "Ginger" wohlfühlen. Die Website der Touristeninformation Eilat hat eine gute Übersicht zu den Restaurants der Stadt zusammengestellt - sie bietet im Gegensatz zu den Internetseiten der einzelnen Lokale die Basisinformationen auch auf Englisch an.

Keine Chance für Langeweile
Um die kulinarische Versorgung muss man sich in Eilat also keine Sorgen machen. Aber auch die Gefahr von Langeweile kann als eher gering eingeschätzt werden - zu viel gibt es in und um die südlichste Stadt Israels zu tun und zu sehen.

Ein guter Start nach der Ankunft ist ein Stadtspaziergang an der netten Promenade - aufgrund der Kleinheit gestaltet sich dieser recht kurz und führt von der Nähe der jordanischen Grenze bis zum Mini-Stadtflughafen Eilat, der im Zentrum liegt und demnächst geschlossen wird (Spotter können die spektakulären Anflüge nur noch kurze Zeit genießen). Shops und Restaurants reihen sich hier aneinander, aufgelockert von Attraktionen wie Ringelspielen oder dem "Yaniv Fire Ball", bei dem sich besonders Furchtlose in die Höhe schleudern lassen können. Von Eilat aus werden auch Bootstouren in die Bucht durchgeführt - ein besonderes Erlebnis ist dies allemal, besonders bei Sonnenauf- oder Untergang.

Das "Dolphin Reef" - eine kleine Oase am Roten Meer.

Ein paar Kilometer außerhalb von Eilat befindet sich eine der bekanntesten Attraktionen der Region, der "Underwater Observatory Marine Park". Ein beeindruckendes Paradies für alle, die sich für die Unterwasserwelt und ihre Bewohner interessieren. Über einen 100 Meter langen Steg erreicht man das Observatorium, bei dem man sich über eine Wendeltreppe sechs Meter unter den Meeresspiegel begibt, um bunte Fische und schöne Korallen zu beobachten. Zurück an Land gibt es viele interessante Aquarien – darunter ein "Sharks Pool" mit einer mehr als 30 Zentimeter dicken Wand aus Acrylglas. Die "Coral 2000" ist ein Glasbodenboot, auf dem man gegen Vorreservierung ebenfalls Eindrücke vom maritimen Leben gewinnen kann. Zum Observatorium kommt man am besten mit dem Taxi oder dem Mietwagen.

Auf Tuchfühlung mit Delphinen kann man im "Dolphin Reef" gehen. In der Nähe findet man auch einige hochinteressante Tauch- und Schnorchelreviere - ein Insidertipp zum Schnorcheln ist der Strand beim derzeit leerstehenden Hotel "Princess". Jede Menge Tauchschulen bieten Kurse und die Organisation von Tauchgängen an. Wer lieber mit einem Wüstenschiff unterwegs ist, kann die "Camel Ranch" besuchen.

Wüste und (viel) mehr
Rund um Eilat ist - Wüste. Der Negev nimmt rund 60 Prozent der Fläche des Staates Israel ein. Ein erster Besuch des südlichen Israel wäre nicht komplett, würde man dieser faszinierenden Landschaft keinen Besuch abstatten. Dazu bietet sich beispielsweise der Timna Park an - ein 60 Quadratkilometer großer Nationalpark, der rund eine halbe Autostunde von Eilat entfernt liegt. Neben den eindrucksvollen geologischen Formationen – unter anderem mit durch Erosion geschaffene säulenartigen Gebilden – bietet der Park auch so einiges für archäologisch interessierte Besucher. Immerhin waren hier bereits vor mehr als 7.000 Jahren die alten Ägypter im Kupferbergbau tätig – Reste der antiken Minen kann man heute noch sehen. Beeindrucken kann auch der Red Canyon, den man im Rahmen einer rund zweistündigen Wanderung bewundern kann (Achtung: Für gehbehinderte Menschen oder Kleinkinder ist diese Tour nicht geeignet, da man teilweise über Leitern auf- und absteigen muss). Zum Timna Park und zum Red Canyon kommt man am besten mit dem Mietauto oder im Rahmen einer Bustour.

In der Nähe von Eilat kann man auch auf Kamelen durch die Wüste reiten.

Wer noch mehr von Israel sehen möchte, kann von Eilat aus aber auch zum Toten Meer fahren - hier werden Ein-Tages-Touren angeboten, die Fahrzeit beträgt rund drei Stunden oneway. Im Rahmen eines zweitägigen Trips kann man sogar Jerusalem erkunden - allerdings ist für das zentrale und nördliche Israel die Hauptstadt Tel Aviv der bessere Ausgangspunkt. Auch die faszinierende jordanische Felsenstadt Petra ist von Eilat relativ gut und im Rahmen einer Ein-Tages-Tour erreichbar.

Shopping im Steuerparadies
Eilat bietet sich als Ausgangspunkt für viele interessante Ausflüge an. Wer lieber Shopping- als Sightseeing-Trips unternimmt, wird aber ebenfalls gut bedient. Neben den erwähnten vielen kleineren und größeren Geschäften an der Strandpromenade laden auch nette Einkaufszentren in der mehrwertsteuerfreien Stadt zum Geldausgeben ein. Beliebt ist beispielsweise die in der Nähe des Stadtflughafens liegende "Mall Hayam", richtig spektakulär ist die "Ice Mall" - mit Eislaufplatz und Attraktionen wie einer kleinen Hochschaubahn für Kinder. Einen Überblick zu den Shopping Malls (auf Englisch) bietet die Seite der Touristeninformation der Stadt Eilat. Bekanntermaßen wird in Israel viel Wert auf Sicherheit gelegt: Beim Betreten eines Shoppingcenters werden daher auch die Taschen durchsucht und man muss durch den Metalldetektor gehen.

Obwohl der Shabbat von den säkulären Israelis oft nicht streng eingehalten wird, läuft das Leben zwischen den Sonnenuntergängen am Freitag und Samstag doch etwas anders. So sind beispielsweise viele Geschäfte geschlossen. Vorsichtig muss man auch in den Hotels sein - es gibt hier eigene, automatisch fahrende Shabbat-Lifte. Diese haben den Nachteil, dass sie in jedem (oder jedem zweiten) Stockwerk stehenbleiben. Die Fahrt von einem hohen Stockwerk in einem der großen Hotels kann dabei durchaus etwas länger dauern und durch die Benützung eines normalen Aufzuges deutlich abgekürzt werden...

Go Israel, go Eilat
Tel Aviv ist ja mittlerweile ein In-Reiseziel geworden, Jerusalem als Zentrum dreier Weltreligionen stellt sowieso seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Pilgerstätten dar. Israel hat aber viel mehr zu bieten - der Süden des Landes mit der Stadt Eilat zählt jedenfalls zu den ganz besonders lohnenden Destinationen.

 

Wissenswertes, Tipps und Tricks:

Reisepass: Bitte beachten Sie, dass ein österreichischer Reisepass für die Einreise nach Israel noch mindestens sechs Monate gültig sein muss! Stempel der meisten arabischen Länder stellen bei der Einreise nach Israel in der Regel kein Problem dar - umgekehrt reagieren manche Staaten etwas allergisch auf israelische Sichtvermerke im Pass. Vor einer weiteren Reise sollte man sich daher informieren, ob ein israelischer Stempel einen Grund zur Nicht-Einreise bietet. Man kann allerdings bei der Ankunft in Israel auch darum ersuchen, keinen Stempel im Pass zu erhalten - die Einreisebeamten händigen dann ein Formular mit Stempel aus, das bei der Ausreise wieder vorzuweisen ist.

Geld: Die Währung in Israel ist der Shekel, im Plural Shkalim. Die Geldabhebung von Bankomaten funktioniert gut - vor der Abreise muss man aber die Bankomatkarte für Reisen außerhalb Europas aktivieren lassen (das geht meistens über Netbanking). In den meisten Shops und Lokalen kann man aber auch problemlos mit der Karte bezahlen.

Sicherheit: Das österreichische Außenministerium klassifiziert Israel mit Stand Mai 2019 mit der Sicherheitsstufe 2 ("Erhöhtes Sicherheitsrisiko"), in den Grenzgebieten zu Libanon, Syrien/Golanhöhen, Gazastreifen und Ägypten/Sinai mit Sicherheitsstufe 3 ("Hohes Sicherheitsrisiko in einem bestimmten Gebiet"). Für den Gazastreifen gibt es eine Reisewarnung - eine Einreise ist hier allerdings ohnehin kaum möglich. Nachdem mittlerweile schon einige europäische Länder wie Frankreich, das Vereinigte Königreich oder Belgien ebenfalls die Sicherheitsstufe 2 tragen (viele außereuropäische Staaten sowieso), werden die "sicheren" Destinationen weltweit generell weniger. Auch wenn man in Eilat wenig bis nichts davon merkt, sollte man sich bewusst sein, dass man in ein Land reist, in dem (und um das herum) Spannungen herrschen. In diesem Zusammenhang sollte man sich unbedingt an kurzfristige Empfehlungen von lokaler Polizei und Militär halten.

Sprache: In Israel sprechen die meisten Menschen Hebräisch, man kommt aber mit Englisch sehr gut über die Runden. Trotzdem schadet es nicht, sich vor der Reise einen kleinen Grundwortschatz anzueignen - dazu können wir die App von Nemo wärmstens empfehlen.

Ausreise aus Israel: Die Sicherheitsbestimmungen in Israel sind extrem streng und die entsprechenden Vorkehrungen äußerst langwierig - man muss unbedingt einen ausreichenden Zeitpuffer einplanen, möchte man nicht unfreiwillig seinen Urlaub verlängern, weil man den Abflug verpasst hat. Generell gibt es zuerst eine persönliche Befragung - danach folgen die üblichen Sicherheitsprozeduren.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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