US-Fluglinie setzt auf Trinkgelder für Kabinencrews

Frontier Airlines bietet Passagieren an, ihre individuellen Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter mit einem "Tip" zu erfreuen.

Frontier lotet mit den Trinkgeldern - passend zu Namen der Airline - eine Grenze aus (Foto: www.AirTeamImages.com).

Bei klassischen "Legacy Carriers" würde man als Passagier wahrscheinlich etwas komisch angesehen, wenn man das Portemonnaie zückt, um der Kabinencrew ein Trinkgeld zu geben. Nicht so bei einem der größten Ultra Low Cost Carrier in den USA: Bei Frontier Airlines hat man bereits seit längerem die Möglichkeit, sich bei den Flight Attendants erkenntlich zu zeigen. Wenn man das Tablet zur Bezahlung seiner Bordeinkäufe gereicht bekommt, kann man einen gewissen Betrag als "Tip" eingeben. "Wir schätzen die großartige Arbeit unserer Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter und wissen, dass unsere Kunden das auch tun. Deshalb haben die Passagiere die Möglichkeit, Trinkgeld zu geben. Es liegt vollständig im Ermessen des Kunden und viele machen es", erklärte ein Sprecher der Airline gegenüber unserer Redaktion.

Wurden die Trinkgelder bislang gepoolt, geht Frontier seit 1. Jänner 2019 einen neuen Weg: Flight Attendants können nun ihre jeweils eigenen Tips behalten. Dies sei auf Wunsch der Kabinencrews entsprechend geändert worden, so der Airline-Sprecher gegenüber Austrian Aviation Net. Laut dem Blog "The Points Guy" kann man wie im Restaurant standardisierte 15%, 20%, 25% oder eine "Custom Gratuity" hinterlassen - oder aber gar kein Trinkgeld geben. Die Frage, ob die Trinkgeld-Gabe analog zu US-amerikanischen Restaurants einen Einfluss auf die Gehälter habe, verneinte der Frontier-Sprecher.

Foto: Pixabay

Dass Airlines versuchen, so viele Dollars oder Euros wie nur möglich aus den Kunden herauszuquetschen, ist nicht wirklich neu - Trinkgelder könnten dabei aber durchaus der nächste Schritt oder "The Next Big Thing" werden. Auf der einen Seite steigern diese (vielleicht) die Motivation, das Thema "Customer Service" etwas beherzter anzugehen. Andererseits könnten solche Gelder analog zur Gastronomie quasi zu einem Teil des Gehaltes werden. Und ob das - vor allem aus Arbeitnehmersicht - eine gute Entwicklung ist, sei dahingestellt.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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