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Verfasst am: 08.08.10 21:35

Von: Philipp Weber

Absturz bei Airshow am Flugplatz Feldkirchen

Ein Crash während des Flugsportfests in Feldkirchen endet glimpflich für Zuseher und Pilot

Foto: Manfred J. Schusser (www.fepress.com)

Airshows sind faszinierende Erlebnisse für die Zuschauer. Das dabei von Zeit zu Zeit auch Unfälle passieren können, liegt in der Natur der Sache. Gott sei Dank glimpflich verlief ein Crash während eines Flugtags im kärntnerischen Feldkirchen.

Mehr als 500 Besucher, unter ihnen "Mister Beachvolleyball" Hannes Jagerhofer, waren am Samstag nach Feldkirchen gekommen, um spektakuläre Vorführungen von tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten zu sehen. Dass ihre Erwartungen allerdings auf diese Art erfüllt werden sollten, das hat sich vor der Show wohl keiner der Besucher gedacht.

Bilder vom Absturz "Da flog eine ganze Schar von Schutzengeln mit." Das war der einhellige Tenor der Anwesenden, und sie hatten damit mehr als recht. Aber was war passiert?  Kurz nach 16.30 Uhr war die Vorführung eines 30 jährigen Piloten aus Pörtschach in seinem Retro-Doppeldecker angesetzt. Als dieser kaum zehn Meter über der Graspiste anflog, geschah das Unerwartete: Ohne ersichtliche Ursache brach das Flugzeug rund 50 Meter nach der Zuschauerzone aus, und "bog" regelrecht ab. Das erst im Vorjahr fabriksneu zugelassene Flugzeug berührte mit einer Tragfläche ein Hangardach leicht, um dann wie in einem Film in slow motion durch die geöffnete Türe ins Innere des zum Zeitpunkt des Unglücks doch gut belegten Hangars zu geraten und dort zu verunglücken.

Helfer waren jedoch sofort vor Ort und zum Glück kam es auch zu keinem Brand durch ausgelaufenes Flugbenzin. Mitglieder des Flugsportvereins Feldkirchen liefen zum Wrack um dem Piloten zu helfen. Dieser entstieg jedoch zur grossen Erleichterung Aller gänzlich unverletzt aus den Trümmern."Zum Glück ist alles glimpflich ausgegangen", so Alfred Schretter, Pressesprecher des Flugsportvereines. "Was genau die Unfallursache war, muss jetzt ganz genau untersucht werden", so Schretter.

Da nur Sachschaden entstand, entschied das Verkehrsministerium, keine Flugunfallkommission zu entsenden. Polizisten der Inspektion Feldkirchen haben jedoch Ermittlungen aufgenommen, um zur Klärung der Unfallursache beizutragen. Ein Grund für die abrupte Flugrichtungsänderung könnte nach Einschätzung von Experten ein plötzlicher Strömungsabriss an einer der Tragflächen gewesen sein.

Der betroffene Flugzeugtyp, ein Doppeldecker vom Typ "Vagabund", ist etwa 400 Kilo schwer. Gebaut wird er von einem deutschen Unternehmen als Retronachbau unter Verwendung modernster Materialien. Aufgrund seines ausgefallenen Designs und seiner Flugeigenschaften ist das Modell bei vielen Hobbypiloten sehr beliebt und wird gerne bei kleineren Flugshows vorgeführt. Trotz des Zwischenfalls wurde das Flugsportfest in Feldkirchen auch am Sonntag in vollem Programmumfang fortgesetzt.


 
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