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Verfasst am: 15.11.12 11:30

Von: Jan Gruber

Air Berlin meldet Quartalsgewinn

Der angeschlagene Flugkonzern Air Berlin meldete überraschend einen Quartalsgewinn. Das Vielfliegerprogramm soll noch in 2012 verkauft werden, um das Ergebnis zu verbessern und die Zusammenarbeit mit Etihad beziffert Hartmut Mehdorn mit einem Vorteil von 50 Millionen Euro.

Foto: www.AirTeamImages.net

Die seit längerer Zeit in den roten Zahlen befindliche Air Berlin teilte am Mittwochabend überraschend einen Gewinn im dritten Quartal 2012 mit. So wurde das Nettoergebnis mit über 100 Millionen mehr als verdoppelt.

Air Berlin gibt an, dass "stark angestiegenen externen Kosten" durch das Sparprogramm "Shape & Size" entgegengewirkt werden konnte und das zu einer Ergebnisverbesserung von 230 Millionen im operativen Geschäft führen wird. Im dritten Quartal verbesserte der deutsche Flugkonzern das Nettoergebnis um 120 Prozent von 30,2 Millionen Euro auf 66,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg um 4,5 Prozent auf 101,2 Millionen Euro (2011: 96,8 Millionen Euro) an. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 1.395,1 Millionen Euro (2011: 1.375,5 Millionen Euro) bei einer Rücknahme der Kapazitäten von 5,4 Prozent. Die Auslastung ist verbesserte sich von 84,14 Prozent im dritten Quartal 2011 auf 84,54 Prozent in Q3 in 2012 minimal.

Der Ertrag pro Passagier (Yield) verzeichnete ein Plus von sechs Prozent von 114,86 Euro auf 121,79 Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Leasingaufwendungen (EBITDAR) verbesserte sich um 3,8 Prozent von 269,3 Millionen Euro auf 279,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital beziffert Air Berlin zum Quartalsende mit 186,3 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von acht Prozent entspricht.

Im Bezug auf die direkten operativen Kosten teilt Air Berlin mit, dass mit Ausnahme der Treibstoffkosten ein kontinuierlicher Rückgang aufgrund des Sparprogramms "Shape & Size" erreicht wurde. Air Berlin beziffert die Einsparungen durch "Shape & Size" auf 70 Millionen Euro, wobei die Treibstoffkosten um 35 Millionen Euro gestiegen sein sollen.

Um die Geschäftszahlen zu verbessern beabsichtigt Air Berlin die Auslagerung und damit den Verkauf des Vielfliegerprogramms "Topbonus". Dieses soll als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden und die Mehrheit soll dabei abgestoßen werden. "Die Transaktion wird im vierten Quartal abgeschlossen und für das Jahr 2012 zu einer deutlichen Verbesserung der Ertrags- und Bilanzrelationen beitragen", so Ulf Hüttmeyer, Finanzchef der Air Berlin Gruppe, in einer Aussendung.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn zur Zusammenarbeit mit Großaktionär Etihad Airways: "Wir profitieren sehr von der strategischen Partnerschaft. Bisher konnten wir im laufenden Jahr durch die Zusammenarbeit einen Erlös in der Höhe von etwa 50 Millionen Euro generieren, neben der großen Bandbreite an Kosteneinsparpotential, die diese Partnerschaft bietet." Man arbeite an gemeinsamen Flottenprogrammen ud der Verbindung der Piloten- und Personalausbildung. Mehdorn erwartet, dass durch die Kooperation mit Air France-KLM weltweit neue Gäste gewonnen werden könnten. 

Das Sparprogramm "Turbine 2013" soll eine Konzentration auf die Kernkompetenzen des Luftfahrtkonzerns bringen und den von Mehdorn immer wieder angekündigten Turnaround in 2013 bringen.


 
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