Austrian Aviation Net - Das Magazin der österreichischen Luftfahrt
 
 
 
   
 

Im Focus Detail


Verfasst am: 02.01.12 11:26

Von: Martin Metzenbauer

Rückblick 2011

2011 war wieder einmal ein spannendes Jahr für die Luftfahrt. Austrian Aviation Net unternimmt einen Rückblick von A wie Airpower bis W wie Wien-Innsbruck.

Airpower

Fast verhinderten Störche die heurige Airpower - letztlich konnte die größte Airshow der Region aber doch stattfinden und begeisterte Hunderttausende Besucher. Austrian Aviation Net war mit einem dreiköpfigen Team mit dabei.

Foto: Peter Unmuth

Albrecht

Nachdem Thiery Antinori kurzfristig abhanden gekommen ist, übernahm Jaan Albrecht – seines Zeichens Geschäftsführer der Star Alliance – das Ruder bei Austrian Airlines. Andreas Bierwirth und Peter Malanik rutschten in die zweite Reihe. Viel mitbekommen hat man vom neuen AUA-Chef bis jetzt allerdings noch nicht – er grübelt vermutlich über den neuen Sparpaketen, die der Lufthansa-Tochter 2012 ins Hause stehen.

Antinori

Thierry Marie Robert Charles Antinori sollte eigentlich am 1. April 2011 seinen Job als neuer CEO bei Austrian Airlines aufnehmen – das gewählte Datum stellte sich schließlich als wirklicher Aprilscherz heraus. Antinori kam nicht und ärgert jetzt stattdessen seinen ehemaligen Arbeitgeber Lufthansa von Dubai aus in seiner neuen Funktion als Vertriebschef von LH-Lieblingsfeind Emirates.

Betriebsversammlungen

Die AUA-Tochter Tyrolean hielt 2011 mehrere Betriebsversammlungen ab. Gründe dafür waren Unklarheiten in Bezug auf die Perspektiven der "Production Company" im AUA-Konzern. Ein Video dazu finden Sie hier.

Comtel Air

Die Aufnahme von Linienflügen zwischen Großbritannien via Österreich nach Indien kommt Insidern bekannt vor – man denke an die Projekte Air Sylhet oder Golden City. Bei diesen Eintagsfliegen war bereits ein gewisser Kandra Bhupinder Bhupani mit an Bord – so auch bei einem im Oktober lancierten Projekt in Kooperation mit dem Businessjet-Betreiber Comtel Air.

Die Verbindung Birmingham-Wien-Amritsar wurde zwar einige Male geflogen, doch bei der letzten Rotation wurde offenbar von einem involvierten britischen Reiseveranstalter auf die Bezahlung der Rechnung an Mint Air – welche die Flüge mit ihren Boeing 757 durchführte – vergessen. Die unangenehme Folge: Die Passagiere wurden in Wien kräftig zur Kasse gebeten, um weiterfliegen zu dürfen. Comtel Air ging daraufhin zum Insolvenzrichter und wir warten gespannt auf das nächste Indien-Projekt von Herrn Bhupinder.

Dash 8-300

Im Juni endete die 50-Sitzer-Ära bei der AUA: Die letzte Dash 8-300 verließ Innsbruck in Richtung USA, wo sie nun bei CommutAir ihre Dienste versieht.

Foto: Klaus Jahnel

Davis Cup

Normalerweise haben Flughäfen und der Tennissport nicht viel gemeinsam. Am Vienna International Airport hingegen wurde im März allerdings sogar eine Davis-Cup-Begegnung abgehalten. In einen Hangar wurden insgesamt 5.000 Tribünenplätze eingebaut. Österreich verlor gegen Frankreich trotzdem 2:3.

Depensionierung

Was bei InterSky im Juli passiert ist, kommt in der Airlinebranche nicht gerade oft vor: Geschäftsführer Claus Bernatzik verließ das Unternehmen, seine Mutter Renate Moser und sein Stiefvater Rolf Seewald (die Gründer und Inhaber von InterSky) kehrten aus der Pension zurück und übernahmen selbst wieder das Ruder bei der Bodensee-Airline. Grund dafür: "unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens".

Jetzt sucht die Airline nach einem Investor – bislang allerdings offenbar erfolglos.

Emirates

Emirates wurde 2011 endgültig zum roten Tuch für die AUA und den Mutterkonzern Lufthansa. Trotz aller Versuche vor (und vermutlich auch hinter) den Kulissen wurde der Airline aus Dubai der zweite tägliche Wien-Flug gewährt. Vorerst zwar nur vorübergehend – Provisorien können aber bekanntermaßen in Österreich recht lange halten.

Flugzeugtaufe

Eines der Highlights 2011 war sicherlich die Taufe des Lufthansa Airbus A380 D-AIMG auf den Namen "Wien". Austrian Aviation Net war natürlich dabei (Fotos, Video).

Foto: Maros Marko

Fukushima

Was klingt wie ein magenverrenkendes Gericht aus rohem Fisch, ist der Weltluftfahrt heuer alles andere als gut bekommen: Das japanische Kernkraftwerk, bei dem es infolge eines Erdbebens zur Kernschmelze und zum Austritt großer Mengen radioaktiver Substanzen gekommen ist, hat den Luftverkehr von und nach Japan beeinträchtigt. Die AUA richtete einen Sonderflugplan mit Zwischenlandung in Seoul ein, um die Standzeiten in Japan möglichst kurz zu halten.

Gespräche

Auch im vergangenen Jahr führten wir wieder eine Reihe interessanter Interviews. Darunter waren beispielsweise Thomas Aigner (pilotsEYE.tv), Andreas Bierwirth (Austrian Airlines), Michael Blunt (Oneworld), Karl-Heinz Bohl (Flughafen Salzburg), Johannes Gatterer (Flughafen Klagenfurt), Martin Gross (Emirates), Mathias Häberli (Flughafen Bern), Doris Köpf-Szankovich (Lauda Air), Tomislav Lang (SkyWork), Otmar Lenz (NIKI), Jörg Oberhofer (AeronautX) oder Armin Unternährer (People's Viennaline).

Greenair

Lange ist es nicht ruhig geblieben um Georg Pommer, nachdem er sich von Robin Hood getrennt hat. Im Juni stellte er das Projekt "Greenair" vor. Dabei soll der Name Programm und Inhalt sein – "grünes" Reisen mit dem Flugzeug soll dabei dank eines sparsamen, modernen Turboprops im Regionalverkehr zu vertretbaren Kosten möglich sein. Bislang harrt das Projekt aber noch seiner praktischen Umsetzung.

Hercules

Im Rahmen der Nordafrika-Krisen kamen auch mehrmals die Hercules-Transportmaschinen des österreichischen Bundesheeres zum Einsatz. So traten Dutzende Ägypten-Urlauber die Heimreise nach Österreich mit diesem im Charterverkehr doch etwas ungewohnten Flugzeug an.

Kamov

Eine der spektakulärsten Aktionen mit einem Hubschrauber fand im Mai in Wien statt: Ein Kamov Ka-32 Helikopter der Schweizerischen Heliswiss brachte Kühlaggregate auf ein Unigebäude in Wien. Austrian Aviation Net war dabei (Fotos, Video).

Foto: Peter Unmuth

Kerosinkrieg

Nachdem Iran Air in Wien aus politischen Gründen keinen Treibstoff mehr erhalten hat, durfte auch die AUA in Teheran nicht mehr tanken. Folge davon: Die Austrian Airlines-Maschinen mussten temporär Zwischenstopps in Baku einlegen. Ab August durften dann wieder beide Fluglinien sowohl in Wien als auch in Teheran betankt werden.

MPL

Die "Multi-Crew Pilot Licence" wurde 2011 auch in Österreich zur Ausbildung von Verkehrspiloten zugelassen. Die Linzer Flugschule AeronautX führt ihre ersten Kurse in Kooperation mit NIKI durch.

Neue Verbindungen

Über eine Reihe neuer Verbindungen konnte man sich 2011 auf den österreichischen Flughäfen freuen. Am Flughafen Wien eröffneten im März Cirrus die Route nach Dresden und Transavia nach Rotterdam. Im Mai nahm TAP die Strecke nach Lissabon wieder auf, ab Juni flog die AUA nach 21 Jahren Pause wieder nach Baghdad. Im September startete die Schweizer SkyWork von Wien nach Bern. Ural Airways nahmen im Oktober Flüge von Wien nach Tscheljabinsk auf. Royal Jordanian startete im November mit einer Cargo-Verbindung nach Amman und möchte Wien zum Fracht-Hub für Osteuropa machen.

Auch der kommende Sommerflugplan wird für Wien interessant. NIKI launcht Flüge nach Tel Aviv, Estonian Air nach Tallinn, OLT Express nach Usedom und Air France nach Toulouse.

Von Salzburg aus startete Cirrus ab Mai nach Münster/Osnabrück. Diese Verbindung wurde aber im August wegen zu geringer Auslastung wieder eingestellt. Air Berlin führt seit Juni Flüge von Linz nach Berlin durch.

NIKI und Air Berlin

Keine wirkliche Überraschung war die Ankündigung von Air Berlin, 100 Prozent von NIKI zu übernehmen. Nebeneffekt: Ex-NIKI Manager Christian Lesjak – der zwischenzeitlich bei Air Berlin in der Netzwerkplanung tätig war – kehrt als Geschäftsführer zur Österreich-Tochter zurück. Otmar Lenz bleibt neben Lesjak an der Spitze des Unternehmens, Gottfried Neumeister verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Nordafrika

Was 2010 die Aschewolke war, war im Vorjahr – neben Fukushima – Nordafrika: Die Unruhen von Ägypten über Libyen bis nach Tunesien brachten die Flugpläne der Airlines gehörig durcheinander und sorgten für Passagier- und Umsatzeinbußen.  Zeitweise mussten Austrian Airlines Passagierrückgänge in die Region von einem Drittel hinnehmen.

People's Viennaline

Damit haben nicht viele gerechnet – aber am 28. März 2011 war es soweit: Der Embraer 170 der People's Viennaline startete zum Erstflug zwischen Altenrhein und Wien. Und womit noch weniger gerechnet haben: Zum Ende des Jahres fliegt sie immer noch auf der Strecke. Wie lange das Überangebot von der Bodenseeregion nach Wien – daneben fliegen ja noch AUA und InterSky – in dieser Form halten wird, ist allerdings eine andere Frage. InterSky hat ihr Angebot von Friedrichshafen aus jedenfalls schon gekürzt.

Foto: Thomas Posch

Robin Hood

Die kleine steirische Airline musste nach einigen Rettungsversuchen den Flugbetrieb einstellen und die Insolvenz beantragen.

Sorgenkind Klagenfurt

Der Flughafen Klagenfurt war 2011 unter den österreichischen Regionalairports das Sorgenkind schlechthin. Zuerst strich Air Berlin ihre Flüge nach Kärnten, später kündigt auch Lufthansa an, ihr Angebot an den Wörthersee zu kürzen und die München-Verbindung ab 2012 einzustellen.

VIE-Vorstand

Das Vorstandsteam des Flughafen Wien wurde im Laufe des Jahres gleich zweimal umgebaut: Am 1. Jänner 2011 trat Christoph Herbst seinen (interimistischen) Chefposten an, im September folgte dann das neue Führungsduo Julian Jäger und Günther Ofner. Die Ziele der beiden sind ambitioniert: Die Position im härter werdenden Wettbewerb solle erfolgreich ausgebaut werden, "deshalb müssen wir etliche Weichen neu stellen", so Ofner. Dies bedeutete beispielsweise einen umfassenden Umbau der zweiten Managementebene.

Die Hauptstoßrichtungen seien die weitere Verbesserung der Servicequalität. Um Investitionen dafür abdecken zu können, sollen die Kosten reduziert und die Produktivität gesteigert werden. Erste Feuerprobe für die beiden wird die termingerechte Inbetriebnahme des Skylink im Juni sein.

Welcome Air

Die Tiroler Welcome Air hat ein turbulentes Jahr hinter sich: Zuerst wurden sämtliche Linienflüge eingestellt, zum Jahresende trennte man sich von Geschäftsführer Helmut Wurm und installierte Sabine Mertens an der Spitze der Welcome Aviation Group.

Wien-Innsbruck

An der Strecke Wien-Innsbruck hat sich nach SkyEurope auch NIKI durch die Konkurrenz zur AUA die Zähne ausgebissen. Mit Ende April wurde die Strecke nach zweieinhalb Jahren eingestellt. Eine Erinnerung an die Verbindung gibt es hier.


 
News Regional News International Feature Forum Im Focus Home Newsletter Jobs Facebook Links