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Verfasst am: 07.09.10 07:45

Von: Ulrich Hajek

Air Berlin probt leisere Anflüge

GLS in Kooperation von Air Berlin und DLR auf dem Vormarsch

Foto: Manfred Saitz

Air Berlin erprobt in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luftfahrt und Raumfahrt (DLR), der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Fraport AG neue, lärmverminderte Anflugverfahren. Eine 737-700 Maschine der deutschen Airline führt zu diesem Zweck 13 verschiedene Anflüge auf den DLR Testflughafen Braunschweig-Wolfsburg durch.

Was steckt hinter diesen Tests?

Dass zuviel Fluglärm schädlich ist und krank machen kann, ist hinlänglich bekannt. "Noise Abatement", also die Vermeidung von Lärm im Flugbetrieb, ist mittlerweile nahezu oberste Maxime beim Design von Instrumenten An- und Abflugverfahren. Doch gerade bei Anflügen ist man oft limitiert. Das herkömmliche Instrumentenlandesystem (ILS), bestehend aus Localiser und Glidepath, ist limitiert was Descent Angle und Krümmung des Landekurses angeht. Das Mikrowellenlandesystem, welches derartige Anflüge (mehr als 3 Grad Gleitpfad) erlaubt, hat sich nach seiner Entwicklung als zu teuer in Anschaffung und Betrieb heraus gestellt. Seither ist man auf der Suche nach Alternativen und ist der Meinung, sie im Global Positioning Landing System (GLS) gefunden zu haben.

Die Vorteile liegen auf der Hand

Mit Hilfe des GLS sind erstens steilere und zweitens gekrümmte Anflüge möglich. Ist das ILS auf einen geraden Anflugkurs und in der Steile des Gleitwinkels limitiert, so kann man mit Hilfe des satelliten-gestützten GLS dicht besiedelte Gebiete im Endanflug umfliegen, und aus größeren Höhen stabilisert sinken. Bei den Testflügen in Braunschweig-Wolfsburg werden neben den Lärmmessungen auch die Auswirkungen der Verfahren auf das Flugzeug und die Arbeitsabläufe der Crew überprüft.

Das Luftfahrtbundesamt hatte der Airline im November 2009 die Genehmigung für Landeanflüge der Kategorie 1 (CAT1) erteilt. Alle seit Juni 2007 an Air Berlin ausgelieferten Boeings der Typen 737-700 und -800 sind mit GLS ausgestattet. Bis 2013 soll die gesamte Boeingflotte über das Global Position Landing System verfügen.


 
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