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Verfasst am: 04.07.10 22:10

Von: Maria Forrai

Sommergespräch mit Gerhard Kunesch

Gerhard Kunesch im Austrian Aviation Net Sommergespräch über die aktuelle Entwicklung des "Blue Danube Airport".

Seit seiner Gründung im Jahr 1955 hat der Flughafen Linz viel erlebt und sich im Laufe der Zeit als zentraler Bestandteil der oberösterreichischen Verkehrsinfrastruktur entwickelt. Austrian Aviation Net hatte Gelegenheit, den Geschäftsführer Flughafens Gerhard Kunesch im Rahmen der Sommergespräche zu einem Interview zu bitten.

Austrian Aviation Net: Herr Kunesch, Sie sind seit 1998 als Geschäftsführer des Flughafens tätig. Was zeichnet Ihrer Meinung nach den Blue Danube Airport aus?

Gerhard Kunesch: Die zentrale Lage in einer der stärksten Wirtschaftsregionen der EU, kurze Wege, hohe Servicequalität und eine hoch professionelle Abfertigung von Flugzeugen Passagieren. Zudem arbeiten wir seit Jahren permanent daran, unsere internen Prozesse zu optimieren, um unsere Effizienz zu verbessern und das unter Wahrung der hohen Qualitäts- und Sicherheitsansprüche. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen.

Austrian Aviation Net: Das vergangene Jahr war eine große wirtschaftliche Herausfordung für die Luftfahrtindustrie. Wie hat der Blue Danube Airport die Auswirkungen der Finanzkrise überwinden Können?

Gerhard Kunesch: Das Jahr 2009 war ohne Zweifel für alle in der Luftfahrtindustrie tätigen Unternehmen ganz besonders herausfordernd. Inzwischen stehen die Vorzeichen am Blue Danube Airport Linz wieder auf „Erholung„. Das Luftfrachtgeschäft, ein zuverlässiger Indikator für die Entwicklung des Luftverkehrs, zieht deutlich an und auch die Passagierzahlen erholen sich langsam.

Die Planungen der Reiseveranstalter und Fluglinien für das laufende Jahr zeigen, dass nach einer Phase der Konsolidierung der vorsichtige Ausbau von Kapazitäten und Strecken wieder im Vordergrund steht. So wird zum Beispiel im kommenden Sommer Shannon als neue touristische Destination ab Linz angeboten. Zudem werden auf den klassischen Linienverbindungen nach Düsseldorf oder München größere Fluggeräte eingesetzt. Das Palma de Mallorca Drehkreuz von NIKI wurde nachfragebedingt auf Anfang Mai vorverlegt, die München-Verbindung von Lufthansa zudem auf drei tägliche Frequenzen aufgestockt.

"Vorsichtiger Ausbau von Kapazitäten und Strecken": Flughafen Linz Chef Gerhard Kunesch (Foto: Blue Danube Airport Linz).

Austrian Aviation Net: Was erwarten Sie sich vom laufenden Geschäftsjahr?

Gerhard Kunesch: Insgesamt gehen wir von einer leichten Erholung der Passagier- und Frachtzahlen aus, wenngleich die Luftraumsperren anlässlich des Vulkanausbruchs in Island dem Aufwärtstrend kurzfristig wieder einen Dämpfer versetzt haben. Betriebswirtschaftlich hat der Flughafen auch in dem schwierigen Jahr 2009 ein gutes Ergebnis „eingeflogen„. Davon gehen wir auch für 2010 aus.

Austrian Aviation Net: Stehen demnächst größere Investitionen an?

Gerhard Kunesch: Wir haben 2009 – trotz der Krise– alle Investitionen, die in Richtung Servicequalität und Sicherheit geplant waren, auch durchgeführt. Dazu zählt beispielsweise die Parkdeckerweiterung für den Linienparkplatz 1. Für 2010 sind keine außergewöhnlichen Investitionen geplant.

Austrian Aviation Net: Welche Destinationen stehen auf Ihrer Wunschliste ganz oben?

Gerhard Kunesch: Einerseits möchten wir die Gerona-Verbindung, die Ryanair aufgrund der aktuellen Situation vorübergehend eingestellt hat, ab 2011 wieder im Programm haben. Zudem führen wir Gespräche über Flugverbindungen nach Hamburg, Berlin, Stuttgart und Rom. Allerdings sind die Fluggesellschaften aufgrund der aktuellen Situation eher zurückhaltend, was neue Strecken angeht.

Austrian Aviation Net: Welche Trends werden Ihrer Meinung nach die Luftfahrtindustrie in den nächsten Jahren prägen?

Gerhard Kunesch: Der wirtschaftliche Druck auf die Fluglinien und damit auch auf alle Dienstleiter in der Luftfahrt bleibt enorm hoch. Bei den Fluglinien wird es zu weiteren Konzentrationsprozessen kommen. Diese Konsolidierungsphase eröffnet aber auch neue Chancen für Regionalfluggesellschaften, die es dann als Flughafens zu nutzen gilt. Unabhängig davon müssen wir weiter sehr konsequent daran arbeiten, unsere Effizienz und Produktivität permanent zu verbessern, um - wie bisher - gute, wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen.

Foto: Blue Danube Airport Linz


 
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