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Verfasst am: 11.03.11 16:25

Von: Martin Metzenbauer

Altenrhein: AUA vs. People's

Ob "David" People's oder "Goliath" Austrian in Altenrhein bleibt, werden die nächsten Monate weisen (Foto: Martin Metzenbauer).

Der Erstflug der "People's Vienna Line" zwischen Altenrhein und Wien rückt näher. Am 27. März 2011 soll erstmals der blau-weiße Embraer 170-Jet vom Ostschweizer Airport aus in Richtung Schwechat abheben.

Gar nicht glücklich über diesen Umstand zeigt sich seit Bekanntwerden der Pläne der bisherige Platzhirsch Austrian. Dreimal täglich fliegt die Lufthansa-Tochter wochentags auf der Quasi-Inlandsstrecke, genau so oft möchte dies der Herausforderer tun. Der Airport- und künftige Airline-Betreiber People's war ja dem Vernehmen nach mit der AUA-Performance (Stichwort: Frequenzreduktionen) auf der Strecke nicht sehr glücklich und startete kurzum das eigene Fluglinienprojekt.

Eine mögliche Kooperation zwischen den beiden Airlines zerstreute sich bekanntermaßen rasch, mit Näherrücken des Erstfluges wird auch die Gangart zwischen den künftigen Konkurrenten noch einmal um eine Nuance härter. So bekräftigte am Freitag AUA-Vorstand Andreas Bierwirth, dass seine Airline in Altenrhein bleiben wolle. Er stelle sich auf einen Verdrängungswettbewerb mit dem Herausforderer ein und sprach davon, um Strecke und Kunden zu kämpfen.

Letztere wird dies vermutlich zumindest kurzfristig freuen, da die AUA-Tarife wahrscheinlich sinken werden - ein halbwegs zeitnahes Redticket auf der Strecke kostet für den Retourflug derzeit mehr als € 450, beim Mitbewerber zahlt man € 300.

Dass künftig drei Fluglinien - People's, AUA und die ab Friedrichshafen operierende InterSky - von der Bodenseeregion aus nach Wien fliegen werden, gilt jedenfalls als ausgeschlossen. Der Markt ist zwar da - 1.200 Plätze pro Wochentag werden sich auf der Strecke aber wohl nicht einmal annähernd füllen lassen. Ein Zahlenvergleich: Auf der Route Altenrhein -Wien flogen mit der AUA im Jahr 2009 gerade einmal etwas mehr als 70.000 Passagiere.

Ob der Kampf um Altenrhein wie David gegen Goliath ausgehen wird oder sich letztlich der übermächtige Lufthansa-Konzern durchsetzt, wird sich wohl in einigen Monaten herausstellen. Die Erfahrungen der letzten Jahre (siehe Innsbruck-Wien-Strecke) lassen die Aussichten für einen Herausforderer nicht allzu rosig erscheinen.


 
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