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Verfasst am: 05.08.10 18:20

Sommergespräch mit H. Wurm & M. Helldoppler

Fotos: Welcome Air, Air Alps, Tyrol Air Ambulance.

Ende letzten Jahres hat die Tiroler Fluggesellschaft Welcome Air die Air Alps Aviation übernommen. Für Welcome Aviation CEO Helmut Wurm war dies ein Grund zur Freude, da er als Gründer der Air Alps bis 2003 dort als Geschäftsführer tätig war. Im Rahmen dieser Übernahme wurde die Welcome Aviation Group gegründet, die mit ihren Tochtergesellschaften Welcome Air, Air Alps und Tyrol Air Ambulance insgesamt über 240 Mitarbeiter beschäftigt. Darüber hinaus hält man eine Minderheitsbeteiligung an der Air Ambulance Technology. Welcome Aviation verfügt über eine Flotte von sechs Dornier 328 (fünf Turboprops und ein Jet). Weiters gibt es noch 3 Citations und eine Gulfstream 100, die ausschließlich in der Flugambulanz eingesetzt werden. Mit vier verschiedenen Geschäftsfeldern (Linie, Business Charter, Ambulanz und Technologie) hat Welcome Aviation ein differenziertes Businessportfolio. An der Spitze des Unternehmens stehen zwei erfahrene Airline Profis: Helmut Wurm und Manfred Helldoppler. Mit Austrian Aviation Net sprachen sie über die gegenwärtige Situation in der Luftfahrt und die Zukunftsvisionen der Welcome Aviation Group.

Austrian Aviation Net: Sie beide kennen sich aus den Beginnzeiten der Tyrolean und haben beide jede Menge Erfahrung in der Luftfahrt. Wie ist das, nach so langer Zeit wieder zusammen zu arbeiten?

Wurm: Manfred Helldoppler ist seit 15. Juni bei uns als Chief Operating Officer tätig. Ich bin sehr froh, daß wir ihn an Bord holen konnten. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Luftfahrt bringt er viel Know-How mit. Für unsere weitere Entwicklung ist es sehr wichtig, ihn im Team zu haben und mit ihm gemeinsam das weiterzuentwickeln, was wir hier gestartet haben. Wir haben uns die Aufgaben so aufgeteilt, daß Manfred Helldoppler für Flugbetrieb und Technik verantwortlich ist und Finanzen und Marketing in meinem Bereich liegen. Da ergänzen wir uns sehr gut. Alle weiteren Entwicklungen und Zukunftsvisionen stimmen wir beide gemeinsam ab. Ich kann sagen, wir sind ein kongeniales Team.

Helldoppler: Ich fühle mich ausgesprochen wohl bei der Welcome Aviation. Es erinnert mich stark an in die Pionierzeiten bei Tyrolean. Wie haben topmotivierte Mitarbeiter, da marschiert jeder mit und bringt einen unwahrscheinlich großen Einsatz. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Mit unserem tollen Team werden wir gemeinsam eine Menge weiterbringen.

Austrian Aviation Net: Was genau zeichnet die Welcome Aviation Group aus?

Wurm: Wir sind eine der wenigen Fluggesellschaften in Europa mit einer so hohen Anzahl an unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Wir haben das Geschäftsfeld Linie mit dem Regionalsegment, den Business Charter und daneben auch das Flugambulanzgeschäft sowie als Beteiligung die Air Ambulance Technology. Unter diesen Geschäftsfeldern können wir große Synergie Effekte nutzen. Wir erzielen dadurch eine größere Flottenauslastung, und es vereinfacht die Nutzung unserer Personalressourcen. Das macht uns einfach einzigartig. Wir sind uns bewusst, daß es in der Luftfahrt größere Player gibt. Aber mit unseren verschiedenen Geschäftsfeldern decken wir etwas ab, das sonst kein anderer in Europa macht. Das macht uns als Unternehmen einzigartig. Was das Ambulanzbusiness betrifft, haben wir mit unseren Sammeltransporten auf jeden Fall eine Alleinstellung in Europa. Im Winter sind wir sehr viel unterwegs mit dem sogenannten „Gipsbomber„. Auch im Sommer fliegen wir mit unseren Dorniers, die sonst in der Linie und im Business Charterbereich eingesetzt werden, europaweit, sowie in Nordafrika und im Nahen Osten viele Sammeltransporte. Unsere Geschäftsfelder haben unterschiedliche Hauptgeschäftszeiten. Mit den Ambulanzflügen können wir das gut steuern und saisonale Spitzen ausgleichen. Das gibt uns eine gewisse Unabhängigkeit.

Helldoppler: Wie bereits erwähnt, sehen wir uns nicht als Big Player. Meiner Ansicht nach sind wir trotzdem ein großer Player, da wir im Ambulanzbereich unter den Besten und Größten in Europa sind. Außerdem ist unser System der Sammeltransporte, die sogenannte Ambulanzlinie, einzigartig. Im Bereich der Businesscharter konnten wir uns einen sehr guten Ruf erarbeiten und zählen viele große Namen als unsere Kunden. Darunter fallen zum Beispiel Regierungen, Musik- oder Sportveranstalter. Wir freuen uns sehr, daß wir da so gut unterwegs sind. Das Liniengeschäft möchten wir auf alle Fälle weiterentwickeln. In diesem Bereich zeichnet uns eine große Flexibilität aus. Wir können sehr schnell reagieren, das ist eine wesentliche Stärke unseres Unternehmens. Auch unser Pioniergeist und die Ambition zeichnen uns als Welcome Aviation Group aus.

Die drei Bereiche der Welcome Aviation Group: Welcome Air,...

Austrian Aviation Net: Mit 240 Mitarbeitern ist die Welcome Aviation ein bedeutender Arbeitgeber für das Land Tirol. Welche konkreten Pläne gibt es, um das Unternehmen zukünftig weiterzuentwickeln?

Wurm: Unsere Zukunftsvision hängt mit unseren drei Geschäftsfeldern zusammen. Unser erklärtes Ziel ist alle Geschäftsbereiche weiterzuentwickeln. Mit der Inbetriebnahme der Gulfstream 100 können wir unser Ambulanzgeschäft ausbauen. Mit diesem neuen Flugzeug können wir nun in die Ambulanz Langstrecke einsteigen. Hier ist die Luft noch dünner, was die Anzahl der Mitbewerber betrifft. Dieser Einstieg ist für uns ein wichtiger Schritt. Wir können nun Ambulanzflüge von Südafrika oder Thailand durchführen, um hier nur zwei Destinationen zu nennen. Wir können somit unsere Position als eine der Top-Ambulanzunternehmen in Europa stärken. Der heuer verliehene Silver Safety of Flight Award ist bezeichnend für unseren hohen Qualitätsstandard. Letztes Jahr gab es mehrere einschneidende Erlebnisse. Wir haben zum Beispiel Ambulanzflüge für die großen Busunglücke in


 
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