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Verfasst am: 10.12.13 11:45

Von: Jan Gruber

Videospecial: AIS Airlines im Portrait

Blick hinter die Kulissen der neuen Regionalfluggesellschaft AIS Airlines.

BAe Jetstream 32. (Foto: AIS Airlines)

BAe Jetstream 32. (Foto: AIS Airlines)

AIS Airlines ist ein Familienunternehmen, das als Ergänzung zur bereits bestehenden Flugschule im Vorjahr ins Leben gerufen wurde. Die kleine Fluggesellschaft bedient im skandinavischen Raum einige Strecken im Rahmen von ACMI-Verträgen und fliegt ab Münster/Osnabrück unter eigener Marke.

Seit Mitte November gibt es in Deutschland wieder eine Strecke, die mit einem 19-sitzigen Flugzeug bedient wird. Die niederländische Regionalfluggesellschaft AIS Airlines verbindet im doppelten Tagesrand Münster/Osnabrück mit Stuttgart. Ab Jänner soll das Angebot um einen Mittagsflug nach Zürich ergänzt werden.

Zum Einsatz kommt Fluggerät des Typs BAe Jetstream 31, das im direkten Vergleich mit Metroliner und Beech 1900 eine Besonderheit aufweist. Als einziges Fluggerät der 19-Sitzer-Turboprop-Klasse verfügt das Muster über eine 1-2-Bestuhlung und eine vergleichsweise hohe und geräumige Kabine, die stark an jene der Saab 340B erinnert. Der Treibstoffverbrauch zwischen Stuttgart und Münster/Osnabrück beträgt pro Leg rund 300 Pfund, was im direkten Vergleich mit größeren Mustern wie Dornier 328 äußerst wenig ist.

Eine absolute Besonderheit des Regionalflugangebots der niederländischen AIS Airlines ist, dass an Board dauerhaft ein Check-In-Agent des Flughafens Münster/Osnabrück mitfliegt, um Getränke und Snacks an Fluggäste auszugeben. Die Aufgabe beschränkt sich jedoch darauf, denn die Funktion einer echten Flugbegleiterin im Sinne der EASA-Richtlinien haben die Damen und Herren des Airports selbstverständlich nicht. Sicherheitsanweisungen und Informationen an die Passagiere werden ausschließlich vom Flugkapitän erteilt, der rechtlich gesehen die alleinige Verantwortung für Flugzeug und Fluggäste trägt.

Die kleine Airline hat nicht nur viel vor, sondern schaffte es auch nach rund zwei Wochen Betrieb auf dieser Strecke die Fluggastzahlen von Vorbetreiber OLT Express zu toppen. Den Angaben von Flugkapitän Ben Jacobs nach befördert man im Durchschnitt bereits zehn Passagiere pro Flug. Aufgrund der eher hochpreisigen Tickets, der geringen Betriebskosten für das Fluggerät und der Verbindung mit der niederländischen Flugschule, die für steigen Nachschub an First Officers sorgt, ein Geschäftsmodell, das aufgehen könnte.

Mit Sommerflugplan überlegt AIS Airlines eine Basis in Bremen zu eröffnen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass die Airline mehrere Flugzeuge stationieren würde. Eher ist davon auszugehen, dass es sich um die Stationierung einer einzigen BAe Jetstream 31 handelt und je nach Nachfrage und Erfolg schrittweise das Angebot erweitert wird. Ein Auge warf die Airline auf die Strecken Bremen-Brüssel, Bremen-Nürnberg, Bremen-Göteburg und Bremen-Luxemburg, wie aus einer Austrian Aviation Net zugespielten Streckenstudie des Flughafen Bremens hervorgeht. Allerdings wurde keine Entscheidung getroffen, ob man in Bremen mehr als eine Filiale der Flugschule eröffnen wird, wie Flugkapitän Jacobs abschließend des Austrian-Aviation-Net-Videos erklärt.


 
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