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Verfasst am: 16.01.14 19:34

Von: Jan Gruber

Hogan: "Wir sind Investoren und nicht Manager!"

Erste Saab 2000 in Etihad-Regional-Lackierung vorgestellt. +++ Niki übernimmt gemäß James Hogan den Vertrieb für Etihad Airways und Etihad Regional in Österreich. +++ Swiss-Wetlease soll vorerst weitegehen. +++ Joachim Hunold erinnert sich stolz an den "historischen Handschlag" mit Niki Lauda.

Saab 2000 von Darwin Airline in neuer Lackierung. (Fotos: Jan Gruber)

In einem Hangar auf dem Flughafen Zürich-Kloten präsentierte Etihad-Airways-Chef James Hogan am Donnerstag den jüngsten Zukauf seiner "Hunter-Strategie". Das erste, die Farben von Etihad-Regional, tragende Flugzeug wird ab Samstag im Liniendienst eingesetzt.


Maurizio Merlo, CEO Darwin Airline, James Hogan, CEO Etihad Airways, Peter Baumgartner, CCO Etihad Airways.

Etihad Regional soll in Zukunft die Netzwerke von Etihad Airways, Air Berlin und Air Serbia feedern. Dazu nimmt das Unternehmen zahlreiche neue Strecken auf, darunter auch Graz-Zürich und Linz-Zürich. Gemäß Etihad-Chef James Hogan soll Air Berlins Tochter Niki in Österreich für den Vertrieb von Etihad Airways und somit auch Etihad Regional zuständig sein. Ob dadurch die beiden Österreich-Strecken auch Niki-Codeshares erhalten, wollte der bei der Veranstaltung ebenfalls anwesende Wolfgang Prock-Schauer, Vorstandsvorsitzender der Air Berlin Group, allerdings nicht beantworten.

Gleichermaßen hüllten sich "Etihad-Regional"-Chef Maurizio Merlo und Etihad-Airways-Chef James Hogan über die geringe Frequenz auf den Strecken Linz-Zürich und Graz-Zürich ins Schweigen. Auch konnte die Frage an welche Zielgruppe sich die drei (Linz) bzw. vier Mal (Graz) pro Woche buchbaren Flüge eigentlich richten sollen nicht beantworten. Im Mittelpunkt stand die pompöse Präsentation der umgebauten Saab 2000, sowie eines Airbus A330 von Etihad Airways.

Runderneuerte Kabine für Saab-2000-Flotte

Die bestehende Saab-2000-Flotte von Darwin Airline soll so rasch als möglich ins Etihad-Regional-Design umlackiert werden. Gleichzeitig werden die Kabinen komplett erneuert und dem Personal werden Uniformen von Etihad Airways verpasst.  Doch die Runderneurung der bereits in die Jahre gekommenen Saab-Flotte könnte lediglich eine Übergangslösung sein. Die Tatsache, dass ATR-Chef Filippo Bagnato bei der Präsentation von Etihad Regional persönlich anwesend war, könnte Spekulationen über eine bevorstehende Bestellung neuer Maschinen des Typs ATR72-600 neuerlich anheizen.

Hogan: "Wir sind Investoren und nicht Manager!"

James Hogan unterstrich abermals das Ziel durch Minderheitsbeteiligungen langfristig eine weltumspannende Airline-Allianz zu schaffen. Auch sparte er nicht mit Kritik an bereits bestehenden Allianzen, im Regelfall ohne Kapitalbeteiligung. Er sieht den Einstieg bei Darwin Airline als Investment an und betone seinen Stolz auf das Führungsteam der schweizerischen Regionalfluggesellschaft.

Mit den Worten "Wir sind Investoren und nicht Manager" unterstrich der Australier, dass offenbar von Etihad eher Geld, denn Know-How zur Verfügung gestellt werden kann. Ob Etihad Regional Gewinne einfliegen muss oder lediglich als Feeder für Air Berlin, Air Serbia und Etihad selbst vorgesehen ist, beantwortete er schwammig. "Es zählt der Profit der gesamten Equity-Allianz", so James Hogan.

Swiss International Airlines lässt derzeit die Strecke Lugano-Zürich durch Darwin Airline betreiben. Spekulationen, dass durch den Einstieg von Etihad Airways bei Darwin bald Schluss sein könnte, erteilte Maurizo Merlo zumindest vorläufig eine Absage: "Der Vertrag mit Swiss läuft bis Oktober diesen Jahres. Wir arbeiten seit einigen Jahren sehr gut zusammen und befinden uns in Gesprächen über eine Fortsetzung des Wetlease."

Joachim Hunold: "Niki Lauda und ich vereinbarten unsere Zusammenarbeit per Handschlag."

Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer (2.v.l.) und Air-Berlin-Non-Executive-Director Joachim Hunold (3.v.l.) zählten zu den Überraschungsgästen der Medienkonferenz.

Der langjährige Air-Berlin-Geschäftsführer und Firmengründer (nach deutschem Unternehmensrecht) Joachim Hunold zeigte sich offensichtlich fasziniert von der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Air Berlin und Etihad Airways. Angesprochen darauf, ob er sich nach der Übernahme der damals noch äußerst überschaubaren Air Berlin hätte vorstellen können, dass sein Unternehmen eines Tages arabische Partner haben würde: "Ich glaube es wäre sehr vermessen gewesen, wenn ich Anfang der 1990er Jahre solche Gedanken gehabt hätte. Die damalige Air Berlin war ein kleine Ferienflieger und heute ist sie ein international tätiger Netzwerkcarrier." Dass Air Berlin in gewisser Weise "Unabhängigkeit" verloren habe, wollte Hunold nicht stehen lassen: "Ich bin stolz darauf, dass Air Berlin und Etihad Airways erfolgreich kooperieren. Der deutsche Markt braucht einen starken zweiten Netzwerkcarrier und das ist Air Berlin."

Die Zusammenarbeit mit Niki Lauda habe Air Berlin auf dem österreichischen Markt deutlich beflügelt. "Niki Lauda und ich vereinbarten unsere Zusammenarbeit per Handschlag. Einen schriftlichen Vertrag gab es erst viel später. Niki Lauda hat großartiges für Niki und die Air Berlin Group geleistet. Der Mann hat Handschlagqualität", erzählt Hunold, der seit seinem Rücktritt als Chief Executive Officer der Air Berlin dem Board of Directors angehört, das mit einem Aufsichtsrat vergleichbar ist.


 
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