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Verfasst am: 18.01.11 22:20

Von: Manfred Saitz

Berlin-Flüge: Lufthansa contra Emirates

Lufthansa kämpft gegen die Erteilung einer Genehmigung für Emirates Airlines für Flüge zum neuen Berliner Flughafen Berlin Brandenburg Airport (BBI)

Emirates Boeing 777-300ER in Frankfurt (Foto: AirTeamImages.com)

Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen Lufthansa und der in Dubai ansässigen Emirates Airlines hat neues Feuer erhalten. Neben Flügen nach Stuttgart bemüht sich die arabische Airline auch um Flugrechte zum neuen Berliner Flughafen BBI, der im Juni 2012 den Betrieb aufnehmen soll. Lufthansa tritt offen gegen eine weitere Expansion von Emirates in Deutschland ein.

Die Berliner Stadtregierung befürwortet die Emirates Flüge nach BBI, da sie auch die wirtschaftlichen Aspekte der Verbindung im Auge hat. Auch Emirates argumentiert mit für die Region positiven Auswirkungen im Hinblick auf Handel, Investitionen, den Tourismus und den Arbeitsmarkt.

Lufthansa will eine weitere Expansion von Emirates in Deutschland unbedingt unterbinden, da sie im bilateralen Verkehr zwischen den beiden Ländern schon jetzt einen unfairen Vorteil für den Golfcarrier ausmacht.

Wolfgang Weber, Medienvertreter der Lufthansa für Berlin, die neuen Bundesländer und Norddeutschland, brachte es gegenüber dem arabischen Nachrichtendienst The National auf den Punkt: "Wir denken, dass es ein großes Ungleichgewicht in der Zuweisung von Landerechten (Airport Slots) gibt. Emirates fliegt bereits zu vier Flughäfen in Deutschland, während wir nur zu einem Flughafen in Dubai fliegen. Sie (Emirates) haben daher zwischen fünf und sechs Mal so viel Geschäft auf diesem Markt." Länder wie Frankreich und Großbritannien wären wesentlich restriktiver mit ihren Fluggenehmigungen umgegangen.

Harald Wolf, stellvertretender Bürgermeister von Berlin, hat gegenüber Medien angedeutet, dass Lufthansa gegenüber der Deutschen Bundesregierung Druck ausgeübt habe, Emirates Airlines keine Verkehrsrechte nach Berlin Brandenburg International zu erteilen.

Wolfgang Weber gegenüber The National: "Wir können die Entscheidung der Bundesregierung nicht vorhersagen. Wir können nur unsere Meinung zum Ausdruck bringen. Es gibt kein bilaterales Luftverkehrsabkommen mit irgendeinem Land, das so unausgewogen ist, wie jenes zwischen Deutschland und Dubai."


 
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