Zürich: Germania Flug AG muss sieben Routen streichen

Carrier steht wegen erheblicher Verspätungen und Flugausfällen in der Kritik.

Diesen A321 musste Germania Flug AG bereits an den Leasinggeber retournieren (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Germania Flug AG steht derzeit in der Schweiz im Kreuzfeuer der Kritik, denn mangels Fluggerät kann man den Flugplan nicht wie ursprünglich verkauft abfliegen. Streichungen und erhebliche Verspätungen häufen sich, denn der einzige Airbus A321 musste bereits zurückgegeben werden, jedoch ist noch kein Nachfolgegerät eingeflottet worden.

Agadir, Fuerteventura, Funchal, Ibiza, Korfu, Las Palmas und Tirana werden komplett gestrichen und die Frequenzen nach Palma de Mallorca werden ebenfalls reduziert. Der Schweizerische Rundfunk berichtet dazu, dass Germania Flug AG die Flotte nicht wie ursprünglich geplant ausgebaut werden kann. Das Unternehmen führte als Begründung unter anderem an, dass die Preise für ACMI-Dienstleistungen mit Airbus-Maschinen aufgrund des weltweiten 737-Max-Groundings massiv gestiegen wären.

Über die Osterfeiertage werde man kurzfristig Wetlease-Maschinen von Orange2Fly und Enter Air einsetzen, wobei dies keine dauerhafte Lösung sein soll. Germania Flug AG erklärte gegenüber Aerotelegraph.com: "Aufgrund dieses Flugzeugwechsels kann es bei der einen oder anderen sehr gut gebuchten Verbindung zu Flug-Überbuchungen und Flugzeiten-Wechsel kommen."

Die Germania Flug AG, die als einziger Carrier den Kollaps des deutschen Mutterkonzerns überstanden hat, befindet sich vollständig im Eigentum der Albex Aviation, einer Schwestergesellschaft des Reisebüros Air Prishtina. Auch soll sich die Pleite der ehemaligen Germania-Schwester Bulgarian Eagle auswirkt haben, da Air Prishtina ursprünglich plante deren Kapazitäten für das Flugprogramm zu nutzen. Kurzzeitig waren über die Homepage des Anbieters bereits Verbindungen mit BEG-Flugnummern im Verkauf, jedoch konnten diese nicht realisiert werden. 

Zwei Maschinen des Typs Airbus A319 sollen so bald wie möglich die Flotte der Germania Flug AG ergänzen, wie AviationNetOnline berichtete. Auch will man in absehbarer Zeit ein Rebranding auf einen neuen Markenauftritt durchführen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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