Yamal Airlines will Superjets loswerden

Bestansflotte soll ausgemustert werden, offene Bestellungen werden nicht mehr abgenommen.

SSJ-100 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Für den russischen Flugzeugbauer Sukhoi könnte es nach der Rückgabe der sechs CityJet-SSJ-100, die zeitweise für Lufthansa-Tochter Brussels Airlines im Wetlease-Einsatz waren, dem geplatzten Deal mit Adria Airways und dem Aeroflot-Landeunfall in Moskau einen weiteren Rückschlag geben: Yamal Airlines will eine bestehende Order über zehn Einheiten abbestellen und die bestehenden 15 Jets ausflotten.

CH-Aviation.com berichtet, dass die russische Fluggesellschaft den Betrieb der SuperJets beenden will und dies möglichst zügig. Ein Zusammenhang mit dem Aeroflot-Unfall vom Sonntag soll allerdings nicht bestehen. Viel mehr erweist sich die angeblichen häufigen AOGs und die durchaus langen Wartezeiten auf Ersatzteile als Entscheidungskriterium. Aerotelegraph.com schreibt auch, dass die noch nicht ausgelieferten zehn Einheiten nicht mehr abgenommen werden sollen.

Yamal Airlines ist eine russische Regionalfluggesellschaft, die nebst 15 Sukhoi Superjets derzeit auch elf Bombardier CRJ-200, drei Airbus A321-200 und acht Airbus A320-200 betreibt. Der Carrier führt überwiegend Inlandsflüge durch, bietet jedoch auch einige internationale Destinationen an. Hinsichtlich der geplanten SSJ-100-Ausflottung betonte das Unternehmen gegenüber Tass, dass die operativen Kosten dieses Musters zu hoch wären.

Ähnlich argumentierten zuletzt auch Interjet und CityJet. Letztere bekam Druck von Wetlease-Auftraggeberin Brussels Airlines, die mit den häufigen AOGs und den langen Wartezeiten auf Ersatzteile unzufrieden war. CityJet gab mittlerweile sämtliche Superjets an die Leasinggesellschaft, die der UAC angehört, zurück. Die bestehende Order über weitere Maschinen wurde storniert. Eigentlich sollten diese Jets an Adria Airways weitergereicht werden, jedoch platzte der Deal, wobei die Darstellungen über die Gründe den jeweils offiziellen Erklärungen nach unterschiedlich darstellen. Interjet konnte Sukhoi bislang an der Stange halten und leistete auch eine Entschädigungszahlung, da andernfalls auch hier das Geschäft in akuter Gefahr gewesen wäre.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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