Wizzair: Schwächeres Quartal trotz Wachstum

Höhere Treibstoffpreise und Pilotengehälter sowie eine niedrigere Tagesnutzung der Flugzeuge lassen Quartalsgewinn um 87,6 Prozent schrumpfen. Für das am 31. März 2019 endende Bilanzjahr erwartet sich die Low Cost Airline aber einen Gewinn, der über dem Vorjahresniveau liegen soll.

Foto: www.AirTeamImages.com

Wizzair konnte zwar im abgelaufenen Quartal (Oktober bis Dezember 2018) über eine deutliche Steigerung der Passagierzahl (plus 14,9 Prozent), des Ladefaktors (um 2 Prozentpunkte auf 91,4 Prozent) und des Umsatzes (plus 21,2 Prozent) berichten - das vorläufige Finanzergebnis dürfte für CEO József Váradi allerdings nicht unbedingt zu Freudensprüngen geführt haben. Das Betriebsergebnis (EBITDAR) ist trotz der deutlich höheren Einnahmen nur um 2 Prozent gestiegen - die EBITDAR-Marge demnach um 4 Prozent zurückgegangen. Der Quartalsgewinn ist überhaupt gleich um 87,6 Prozent auf 1,8 Millionen Euro gesunken - die Gewinnmarge von 3,3 auf 0,3 Prozent.

Der wohl wichtigste Grund für die schwächere Performance sind die höheren Treibstoffpreise - hier musste Wizzair pro angebotenem Sitzkilometer (ASK) zum Vergleichsquartal des Vorjahres um 21,6 Prozent mehr bezahlen. Aber auch die zusätzliche Kosten sind um 4,3 Prozent pro ASK in die Höhe gegangen - und zwar durch eine (laut Wizzair temporäre) niedrigere Flugzeugnutzung (von 12,1 auf 11,3 Stunden pro Tag) sowie höhere Pilotengehälter. Insgesamt sind die Kosten pro ASK (CASK) um 9,3 Prozent in die Höhe gegangen.

Einnahmeseitig sind die Zuwächse nicht im gleichen Maße wie die höheren Ausgaben gewachsen: Die Einnahmen pro ASK (RASK) sind um 5,6 Prozent gestiegen - unter anderem durch Mehrumsätze im Bereich Ancillary Revenues. Pro Passagier hat Wizzair bei den Zusatzangeboten wie aufgegebenes Gepäck oder Essen an Bord durchschnittlich 27,1 Euro (um 1,5 Euro mehr) pro Fluggast umgesetzt.

Für das gesamte Fiskaljahr - das bei Wizzair am 31. März 2019 endet - erwartet sich die Airline einen Nettogewinn von 270 bis 300 Millionen Euro bei um 5 Prozent gestiegenen CASK und um 2,5 Prozent höheren RASK. Damit würde die Airline aufgrund des Gesamtwachstums trotzdem über den Werten des Fiskaljahres 2018 liegen: Hier hat der Nettogewinn 246 Millionen Euro (nach IFRS) betragen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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