Wizzair-Chef Váradi: "AUA wird sich verkleinern müssen"

Nicht alle stark expandierenden Lowcoster werden sich laut dem Geschäftsführer der ungarischen Billigfluggesellschaft dauerhaft in Wien halten können.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Mit Wizzair, Laudamotion und Anisec (Level) sind in Wien derzeit drei Billigflieger tätig, die explizit große Expansionspläne am größten heimischen Airport haben. Die Ungarn wollen bis zum nächsten Frühjahr fünf Jets in Wien stationieren, während Laudamotion und Anisec (Level) innerhalb der nächsten Jahre ihre Flotten auf bis 50 bzw. 30 Airbus-Maschinen aufstocken wollen.

József Váradi, Geschäftsführer der ungarischen Wizzair, äußerte sich nun im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung Kurier explizit zur Situation in Wien und ist der Ansicht, dass der "Boom" in Wien nicht lange andauern wird und sich insbesondere Austrian Airlines verkleinern wird: "Der Markt ist derzeit überhitzt, eine Menge Airlines kommt nach Wien. Das ist zum Vorteil der Konsumenten. Aber ich glaube, nach einem Jahr oder so werden sich einige dieser Airlines wieder zurückziehen. Wir werden alles tun, um einer der Gewinner zu sein. Zuerst einmal glaube ich, dass der AUA harte Zeiten bevorstehen. Die AUA hatte es bisher sehr gemütlich und die Lufthansa-Gruppe hat ein Monopol in Wien. Das ändert sich derzeit, die Low-Cost-Airlines werden erfolgreich sein. Wir werden sehen, was mit Laudamotion passiert, was mit Level passiert und wir werden eine schwächere Lufthansa-Gruppe sehen."

Vom Kurier explizit auf Austrian Airlines und die Kranich-Gruppe angesprochen, antwortete der Wizzair-Manager, dass er glaubt, dass diese mögliche "Verlierer in Wien" sein werden. Sein Unternehmen habe im Vergleich mit Ryanair niedrigere Stückkosten und müsse diese noch gezielter einsetzen. Daher könnte Wizzair - so Váradi - einer der Gewinner in Wien sein, wo er viel vor hat: "In fünf Jahren planen wir zehn bis 15 Flugzeuge und 500 bis 1000 Mitarbeiter."

Im Gespräch mit dem Kurier sieht József Váradi für Austrian Airlines generell keine rosige Zukunft: "Da die AUA Mitglied der Lufthansa-Gruppe ist, ist das keine Frage des Überlebens, sondern eine Frage der Größe. Die AUA wird reduzieren und ihre Kapazitäten verkleinern müssen, um intakt zu bleiben. Die AUA hat ja schon in der Vergangenheit finanziell nie stark performt. Die Konsolidierung passiert in Europa bereits. Die AUA ist ein gutes Beispiel dafür, sie ist nicht mehr unabhängig, sondern ein Teil der Lufthansa-Gruppe." 

Bezüglich der Löhne stellte der Wizzair-Manager gegenüber dem Kurier klar, dass man in Wien nicht nach ungarischen Tarifverträgen bezahlen würde: "Die Wahrheit ist, dass wir jeden Mitarbeiter in Österreich gemäß den österreichischen Verträgen und Lohnstandards bezahlen. Wir zahlen unseren österreichischen Piloten mehr als Eurowings. Unsere Arbeitskosten machen weniger als zehn Prozent unserer Gesamtkosten aus, nicht nur in Österreich. Aber wir fliegen ein Flugzeug 12,5 Stunden am Tag, die AUA nur sieben."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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