Wizzair-Chef József Váradi: "Wir fliegen profitabel ab Wien"

Erster A321neo soll ab 2020 stationiert werden.

Airbus A321neo (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair schreibt nach Angaben ihres Geschäftsführers, József Váradi, in Wien schwarze Zahlen. Man habe bereits im ersten Betriebsjahr der Basis den Break-Even geschafft und ist mit dem Markt hochzufrieden. Auch ortet der Manager noch weiteres Potential, das schrittweise erschlossen werden soll. Ein erster Schritt dazu soll mit der Stationierung eines A320 gesetzt werden, so dass Wizzair in Wien dann fünf A321 und einen A320 zur Verfügung hat. Dazu kommen allerdings die Kapazitäten von Maschinen, die an anderen Flughäfen gebased sind und von dort aus nach Wien fliegen. Auch sollen sechs zusätzliche Destinationen aufgenommen werden, wie AviatioNetOnline berichtet.

Scherzhaft meinte Váradi, dass die Ryanair-Tochter Lauda möglicherweise große Teile ihres 140-Millionen-Euro-Verlusts in Wien gebaut habe. Als Gegenbeispiel wie man eine neue Tochtergesellschaft in die Luft bringt, nannte der ungarische Manager, dessen Wahlheimat in Tirol ist, Wizz Air UK. „Unsere UK-Tochter fliegt von Tag Eins an profitabel und wir sind die Nummer Eins am Flughafen London-Luton“, so Váradi gegenüber AviationNetOnline.

Angesprochen auf die intensive Wettbewerbssituation in Wien und das damit verbundene niedrige Preisniveau sagte der Manager: „Wir haben nicht vor unsere Preise zu erhöhen. Ich denke, dass wir mit dem richtigen Angebot im Markt sind“. Bezüglich der 9,99 Euro-Tickets fügte er hinzu: „Wir produzieren billiger als unsere Mitbewerber und das ein großer Vorteil für uns. Wir scheuen den Wettbewerb nicht und werden dauerhaft günstige Tickets ab 9,99 Euro anbieten.“

Wettbewerb mit Lauda ist „schön“ – Kritik an Austrian Airlines

Die Fluggesellschaft Lauda positioniert sich ebenfalls als Ultra-Low-Coster in Wien und kündigte mit Wirksamkeit zum Winterflugplan zahlreiche neue Routen an. Diese überschneiden sich teilweise mit jenen von Wizzair. Váradi dazu: „Es ist schön Lauda als Mitbewerber zu haben. So haben die Passagiere mehr Auswahl und sind nicht von überteuerten Airlines abhängig. Ich denke, dass Wizzair jene Airline in Wien ist, die am besten performt. Darüber hinaus haben wir die jüngste Flotte aller Airlines stationiert.“


Wizzair-Chef József Váradi (Foto: Jan Gruber).

Für Austrian Airlines hatte József Váradi allerdings keine Samthandschuhe übrig. Er kritisierte deren hohen Marktanteil in Wien von 44 Prozent und meinte dazu: „Das kann nicht nachhaltig sein“. Er verglich mit jenem von British Airways in London, den der Manager mit 24 Prozent bezifferte. Ohne konkret einen Carrier zu nennen, kritisierte Váradi, dass auch so genannte „Premium-Airlines“ Passagiere auseinandersetzen würden. Dazu führte der Wizzair-Chef ein Beispiel der letzten Tage an und betonte, dass bei seiner Airline Familien mit Kindern auch ohne Sitzplatzreservierung immer zusammengesetzt werden.

Erster A321neo soll ab 2020 in Wien stationiert werden

Selbstredend stellte Váradi die eigene Flotte als besonders umweltfreundlich dar und kritisierte die Mitbewerber Eurowings, Lufthansa und Lauda bezüglich ihrer Schadstoffemissionen. Konkrete, nachprüfbare Zahlen wurden allerdings nicht genannt. Der erste Airbus A321neo soll im Laufe des Jahres 2020 in Wien stationiert werden. Einen genauen Zeitplan konnte der Manager noch nicht nennen. Allenfalls: „Zunächst werden die Maschinen ab Budapest eingesetzt. In der nächsten Tranche sind A321neo enthalten, die für Österreich und Polen bestimmt sind.“ Váradi rechnet für das Jahr 2019 mit 2,4 Millionen Passagieren an der Basis Wien. Für das kommende Jahr mit 2,7 Millionen Fluggästen.

Angesprochen auf das Fuel-Hedging gab der Wizzair-Chef an, dass man 50 Prozent des Treibstoffbedarfs für die kommenden 18 Monate im Rahmen solcher Geschäfte abgesichert habe. Auch würde man den Euro-Dollar-Kurs hedgen und neu auch den Euro-Pfund-Kurs. Letztes wäre auch aufgrund der Hängepartie um den Brexit resultierenden Kursschwankungen geschuldet.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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