Willie Walsh will 30 Flugzeuge für Wien

Der CEO der International Airlines Group (IAG) kam zum Level-Erstflug nach Österreich.

Fotos: Martin Metzenbauer

Palma, London, Alicante, Barcelona, Bilbao, Dubrovnik, Ibiza, Larnaca, Mailand, Malaga, Olbia, Paris, Valencia und Venedig - das sind die Ziele, welche die IAG-Tochter Anisec unter der Marke Level ab jetzt schrittweise in Wien anbieten wird. Vier Flugzeuge des Typs Airbus A321 werden dafür im Sommer in Schwechat stationiert.

Zur Eröffnung der Basis mit den Flügen nach Mallorca und London Gatwick fand sich am Dienstag in Wien IAG-Chef Willie Walsh ein. Dabei gab der Brite ambitionierte Ziele für die österreichische Level-Operation vor: Nach aktuell noch drei Flugzeugen soll die Flotte bis 2020 auf 15 und in fünf Jahren gar auf 30 Flugzeuge anwachsen. Ein weiteres ambitioniertes Ziel: Bereits 2019 möchte man in Österreich profitabel sein.

Das ist durchaus eine ernst zu nehmende Kampfansage an die Konkurrenz in Wien. Zwar ist der Erfolg der bislang verkauften 150.000 Tickets relativ zu sehen, da 100.000 davon ja um einen Cent fast verschenkt wurden. Trotzdem dürften gerade die Wachstumspläne den Mitbewerb nicht unbeeindruckt lassen. Und nicht nur die Low Cost Carrier von EasyJet über Wizzair bis Laudamotion: Willie Walsh denkt darüber nach, auch Langstreckengerät nach Schwechat zu stellen. Allerdings gebe es laut dem IAG-Chef auch andere Interessenten in Europa, die gerne Level-Widebodies bei sich sehen wollen.

Level möchte in Wien jedenfalls das Chaos, wie man es bei manch anderer expandierenden Airline heuer gesehen hat, tunlichst vermeiden. Laut Frank Glander, General Manager Operations für Österreich, startet man absichtlich "konservativ" mit zwei Destinationen und drei Flugzeugen - von denen eines derzeit überhaupt nur als Backup herhält. Erst sukzessive wird das Streckennetz erweitert und die Flotte auf vier eingesetzte Maschinen erweitert. Darüber hinaus habe man auf ausreichende Pufferzeiten sowie einfache Streckenführungen, die lediglich von und nach Wien gehen, geachtet. Die Marke Vueling - ebenfalls aus dem IAG-Konzern - soll übrigens auch nicht aus Wien verschwinden. Man werde lediglich eventuell operationelle Korrekturen vornehmen.

Besonders erfreut über Level ist natürlich auch die Flughafendirektion: Vorstand Julian Jäger bezeichnet den Launch der neuen Marke als "wichtige Entwicklung für den Luftfahrtstandort". Wien sei unter anderem aufgrund der Kombination aus Incomingverkehr und einem guten Heimatmarkt mit einer großen Catchment Area der perfekte Ort für eine Airline. Zum aktuellen "Griß" der Low Cost Carrier um Wien erklärte Jäger, dass selbige in den letzten Jahren unterrepräsentiert gewesen sind: Bei weniger als 20 Prozent sei deren Anteil noch vor einigen Jahren gelegen - weit entfernt von den 30 bis 40 Prozent vergleichbarer Airports. Das jedenfalls dürfte sich mittlerweile deutlich geändert haben. Natürlich hätten auch die Air-Berlin-Pleite sowie die Halbierung der Ticketsteuer ihren Anteil am Boom der Billigflieger.

Die IAG und Level wollen ihren Anteil in Wien jedenfalls behaupten: "Wir sind gekommen um zu bleiben", erklärte Frank Glander.

Die Level/Anisec-Flotte im Sommerflugplan 2018:

  • OE-LCF: Baujahr 2003, ex Air Jamaica, Air Berlin, Niki
  • OE-LCN: Baujahr 2015, ex Air Berlin, Finnair, Niki, Belair
  • OE-LCP: Baujahr 2015, ex Air Berlin, Finnair, Niki, Belair
  • OE-LCR: Baujahr 2015, ex Air Berlin, Niki, Belair
Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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