Wien eröffnet Pharma-Handlingcenter

Modernstes Spezialzentrum in Mitteleuropa.

Fotos: Thomas Ramgraber.

Am Flughafen Wien-Schwechat wurde am Dienstag das neue „Vienna Pharma Handling Center“ eröffnet, mit dem sich der heimische Airport als bedeutendes Drehkreuz für temperatursensible Arzneiwaren positionieren wird. Von diesem Standort ist es möglich innerhalb von maximal eineinhalb Tagen Fahrzeit etwa 23 Länder mit Medikamenten oder zeitkritischen sonstigen medizinischen Produkten zu beliefern.

Einschätzungen des Airports zufolge wird sich das Volumen pharmazeutischer Luftfracht von 2018 auf 2019 zumindest verdoppeln und zwischen 7,7 bzw. 16,7 Tausend Tonnen liegen. Allein die durch die heimische Pharmawirtschaft mit etwa 18.000 Beschäftigten ausgelöste Wertschöpfung beträgt rund 9,6 Milliarden Euro - das entspricht rund 2,8 Prozent des BIP (Statistik Austria, 2016). 

Gerade in der Pharmabranche ist die exakte Einhaltung von bestimmten Temperaturen sowie die rasche Zurverfügungstellung von Medikamenten das Um und Auf. Dementsprechend hoch und restriktiv sind die Anforderungen an eine adäquate Abfertigung. Mit der Eröffnung des Vienna Pharma Handling Centers spezialisiert sich der Flughafen Wien auf eine Nische mit vielversprechenden Wachstumsperspektiven, ist der Bedarf der Pharmaindustrie in Österreich und in den östlichen Nachbarländern in den vergangenen Jahren doch stark gestiegen.  

"Im Pharma-Handling liegt die Zukunft" 

 "Seit der Ostöffnung 1989 hat sich das Frachtaufkommen am Flughafen Wien verfünffacht und der Transport von medizinischen Produkten ist ein Wachstumsmarkt. Mit dem neuen Pharma Handling Center bieten wir dafür als einziger Airport in Mitteleuropa eine komplette End-to-End-Lösung – mit einer durchgängigen Kühlkette, schnellen Abfertigungsprozessen und kurzen Umschlagszeiten zwischen Luftfahrt, Straße und Schiene. Über den Pharmahub Wien können künftig 23 Länder innerhalb von eineinhalb Tagen, 15 Länder sogar innerhalb von 24 Stunden Fahrzeit mit Medikamenten versorgt werden", erklärt Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG bei der Eröffnung des Vienna Pharma Handling Centers. 

Ein besonderes Augenmerk bei der Errichtung galt der Kühlkette, die nie unterbrochen werden darf. Laut Angaben des Flughafens ist man nun der einzige Airport in Mitteleuropa, der dies End-to-End anbieten kann. Weiters wird das Pharma-Terminal 24 Stunden täglich an sieben Tagen die Woche überwacht. Das Center ist rund 1.700 Quadratmeter groß und die Flughafen Wien AG investierte für die Errichtung rund 1,8 Millionen Euro. Flughafenchef Julian Jäger betonte weiters, dass man „on time“ und im Budget geblieben wäre. 

Das neue Vienna Pharma Handling Center ist Teil des Air Cargo Centers und, sowohl von der Straße, als auch vom Vorfeld zugänglich. In der Halle befinden sich zwei voneinander getrennte Temperaturbereiche, ein 1.500 Quadratmeter großer Raum für die Abfertigung von Arzneiwaren bei 15 bis 25 Grad Celsius und weitere 153 Quadratmeter für die Kühlung auf zwei bis acht Grad Celsius. Im VPHC werden ausschließlich pharmazeutische Produkte abgefertigt. Die Flughafen Wien AG ist davon überzeugt, dass im Pharma-Handling die Zukunft liegt. 

Frachtaufkommen am Flughafen Wien seit Ostöffnung verfünffacht

Generell entwickelt sich der Cargobereich am Wiener Airport gut. Das Frachtaufkommen nimmt seit Jahrzehnten stetig zu und hat sich seit der Ostöffnung ungefähr verfünffacht. Zuletzt lag es im Jahr 2017 bei 287.962 Tonnen inklusive Trucking. Auch heuer wird ein weiterer Zuwachs erwartet. Bis Ende Oktober dieses Jahres stieg das Cargoaufkommen bereits um 3,3 Prozent. Die meiste Luftfracht über den Flughafen Wien betrifft Destinationen im Nahen und Fernen Osten wie Dubai, Doha, Seoul, Shanghai oder Bangkok. Innerhalb Europas spielen Köln, Frankfurt und Istanbul eine bedeutende Rolle für den Wiener Airport.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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