Wien: Der neue Panther 8x8 im Fokus

Eine Reportage von Michael Csoklich.

Panther 8x8 (Fotos: Michael Csoklich).

Der eine strahlte über den Preis, der andere über den Kaufvertrag. In Leonding bei Linz haben gestern in einer gemeinsamen Pressekonferenz Rosenbauer und der Flughafen Wien die Details zum Kauf von Flughafenlöschfahrzeugen der Presse erläutert. Michael Csoklich war für Austrian Aviation Net dabei und hat sich das Werk und den Simulator angesehen. 


"Es war ein sehr gutes Angebot", sagt Flughafen Wien Vorstand Julian Jäger. "Es war mein Herzenswunsch, diesen Auftrag zu bekommen", sagt Dieter Siegel, CEO von Rosenbauer International, dem führenden Hersteller für Flughafenlöschfahrzeuge. Das Ergebnis: der Flughafen Wien investiert 5 Millionen € und kauft von Rosenberger 6 moderne Löschfahrzeuge. 2 Stück Panther 6x6 S und 4 Stück Panther 8x8. Jäher: "Es ist fast fahrlässig, die Löschfahrzeuge woanders zu kUfen, denn nur wenige Anbieter haben etwas mit dem Panther 8x8 vergleichbares im Angebot und nur wenige haben die Erfahrung von Rosenbauer. 

Der Flughafen Wien kauft damit nicht nur neue Löschfahrzeuge, diese sind Teil einer Systemumstellung der Feuerwehr am Flughafen, erklärt Feuerwehrkommandant Roland Pachtner, Chef der Abteilung Emergency am Flughafen. Der Fuhrpark am Flughafen besteht aus rund 40 Fahrzeugen, 15 davon verschiedene Löschfahrzeuge. Darunter Fahrzeuge für Schaumlöschung, für Pulverlöschung und für Wasserlöschung. Die neuen Fahrzeuge von Rosenberger sind Alleskönner, können also für jede Löschart verwendet werden. Im neuen System werden so nur mehr 8 statt 15 Löschfahrzeugen benötigt. Der Flughafen spart damit 4 Millionen €. 

Die 80 hauptberuflichen Feuerwehrleute bekommen nicht nur neue Löschfahrzeuge, sondern auch neue Dienstzeiten, sagt Pachtner. 18 Mann waren bisher in 4 Schichten rund um die Uhr im Einsatz. Heuer wird auf 24 Stunden Dienste umgestellt, dafür wurde ein Zusatz-Kollektivvertrag ausgehandelt, dem die Gewerkschaft noch das Ok geben muss. 



Im Ernstfall muss die Feuerwehr in empfohlenen 2 Minuten, maximal aber 3 Minuten jeden Punkt des Flughafens erreichen können. Die neuen Panther 8x8 fassen bis zu 14.000 Liter Wasser, die in eineinhalb Minuten versprüht werden können. Oberstes Ziel ist es, die Evakuierung der Passagiere sicherzustellen. Kein Ziel ist es, das Flugzeug zu retten. Richtig ernst ist es bei den 1.857 Einsätzen der Feuerwehr 2016 aber nie geworden. Etwa 25 Mal gab es sogenannte Aufstellungsalarme. Da fahren die Einsatzfahrzeuge an die Piste, weil der Pilot die Hilfe der Feuerwehr angefodert hat. Die sonstigen Einsätze reichen von Rauchalarm über kleine Brandeinsätze in Gebäuden und Fehlalarme bis zur Rettung eingeklemmter Tiere. 


Die neuen Einsatzfahrzeuge ermöglichen es dem Flughafen Wien, in die international höchste Flughafenkategorie 10 aufzusteigen, sagt Julian Jäger. Das sind Flughäfen, die auch regelmäßig von den größten Flugzeugen wie der A380 angeflogen werden. Die neuen Panther 8x8 sind auch schon weltweit im Einsatz, wie in Paris und Dubai. Der Panther 8x8 ist die Mischung "aus Baufahrzeug und Formel 1 Auto", erklärt Dieter Siegel. 2 Motoren mit zusammen 1400 PS beschleunigen das Fahrzeug auf 140 km/h mit einem Gewicht von bis zu 52 Tonnen. 224 Stück wurden bisher verkauft. 


Weil das Handling so eines Fahrzeugs vom Fahren bis zum Löscheinsatz gelernt und geübt sein will, beides aber in der Praxis zu teuer ist, hat Rosenbauer einen Simulator entwickelt. Ähnlich den Flugsimulatoren. Da übt auch die Feuerwehr des Flughafens Wien. Kostenpunkt eines Simulators: bis zu 600.000 €. Ob nach Südafrika, Malaysia oder der US Army in Deutschland - er verkauft sich gut. 




Rosenbauer hat im vergangenen Jahr 871 Millionen € Umsatz gemacht. Mehr als die Hälfte davon mit "normalen" Feuerwehrautos aller Art, 11% mit Flughafenfahrzeugen, 8% mit Hubrettungsgeräten und 3% mit Industriefahrzeugen. Der Weltmarktanteil liegt bei über 20%, der EBIT-Gewinn bei 47 Millionen €. "Wir verkaufen nicht nur Fahrzeuge", sagt Siegel, "unser Serviceangebot ist eine wesentliche Grundlage unseres Erfolgs. Rosenbauer Produkte finden sich in mehr als 150 Ländern, das Unternehmen hat 20 Service Standorte, 150 Vertriebs- und Servicepartner sowie 150 mobile Service-Ingenieure. Gefertigt werden die Fahrzeuge mit all ihren individuellen Kundenwünschen in Oberösterreich. Das Unternehmen beschäftigt in Summe fast 3400 Mitarbeiter. 

Dass der Flughafen Wien jetzt ausschließlich auf Löschfahrzeuge von Rosenbauer setzt, freut Siegel nicht nur persönlich. Es hilft Rosenbauer auch als Verkaufsargument im Ausland.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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