Wien bekommt neues Pharma Handling Center

Millioneninvestitionen im Cargobereich.

Im Jahr 2016 wurden rund 282.726 Tonnen Cargo am Flughafen Wien umgeschlagen (Foto: Flughafen Wien AG).

Die Flughafen Wien AG erweitert die Infrastruktur im Bereich der Luftfracht und plant die Errichtung eines neuen Logistikzentrums, das für temperaturkritische Arzneimittel optimiert ist. Dieses "Pharma Handling Center" soll einen wesentlichen Schwerpunkt in der Expansionsstrategie einnehmen.

Im kürzlich erweiterten Air Cargo Center wird auf rund 1.600 Quadratmeter das neue Pharma Handling Center errichtet. Gearbeitet wird mit einem „Box-in-Box System“ – ein modularer Ansatz zur Sicherstellung unterschiedlicher Temperaturbereiche. Ein Kühlraum mit einer Fläche von 153 Quadratmeter ermöglicht eine Temperaturspanne von  2°-8°C, während weitere 1.415 Quadratmeter der Kühlhalle auf 15°-25°C temperiert werden können. Auch gilt es, diverse Auflagen, wie eine Kühlung am Vorfeld durch Kühltrailer sowie Dock-Stationen für LKWs, sicherzustellen. Die Flughafen Wien AG investiert bis Herbst 2018 rund 1,8 Millionen Euro in das neue Pharma Handling Center.

"Unsere gute Marktposition als Umschlagplatz für Luftfracht wird durch die Erweiterung des Air Cargo Centers weiter an Bedeutung zunehmen. Vor allem durch das künftige Pharma Handling Center können wir uns auf eine Nische mit hohen Ansprüchen fokussieren und durch erstklassige Kompetenz sowie beste Infrastruktur etablieren. Österreich zählt im Bereich der Pharmaindustrie zu den Exportländern und entwickelt sich prächtig. Mit einer speziellen und hochprofessionellen Abfertigung werden wir heimische Pharmaunternehmen bei ihrem Wachstum unterstützen", erklärt Vorstandsmitglied Julian Jäger.

Um den Anforderungen des Luftfrachtaufkommens gerecht zu werden, wurde das Air Cargo Center durch eine multifunktionale Frachthalle mit einstellbaren Temperaturspannen (15°-25°C), anschließenden Vordachflächen sowie einem geräumigen Ladehof um gesamt rund 13.000 Quadratmeter erweitert. Ein direkter Zugang zum Vorfeld sowie moderne Technologien beschleunigen die Prozesse und garantieren die optimale Integration aller involvierten Partner der Prozesskette. Das Anfang Oktober in Betrieb genommene Luftfrachtzentrum gliedert sich in drei Bereiche, wobei das Pharma Handling Center künftig einen Teil einer Lagerhalle einnehmen wird. Der Flughafen Wien hat rund 16 Millionen Euro in das Bauvorhaben investiert.

"Dass die Hälfte des Export-Produktionswertes der niederösterreichischen Industrie, also Produkte im Wert von über 8 Milliarden Euro, über den Flughafen Wien mittels Cargo weltweit versandt wird, unterstreicht die unerlässliche Funktion des Airports als Frachtumschlagplatz. In den kommenden Jahren ist mit weiterem Wachstum zu rechnen, vor allem nimmt auch der Internethandel stark zu. Unsere eigenen Investitionen, vor allem aber die Ansiedlung von Logistikpartnern am Flughafen wie Cargo-Partner, Kühne+Nagel und in Kürze DHL, tragen dazu bei, das Wachstumspotential zu nutzen. So wird DHL auf über 60.000 Quadratmetern ein Logistikzentrum mit rund 500 neuen Beschäftigten errichten. Entscheidend für das Gelingen ist aber auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, so etwa die Realisierung der am Flughafenzaun im Westen vorbeiführenden Umfahrungsstraße von Schwadorf Richtung Fischamend sowie die rasche Realisierung des Lobautunnels, um den Autobahnring um Wien zu schließen", fügt Vorstandskollege Günther Ofner hinzu.

Eine dritte Photovoltaik-Anlage wurde auf dem Dach des Air Cargo Centers installiert und zählt mit einer bebauten Fläche von rund 8.000 Quadratmetern zu den größten Photovoltaik-Anlagen Österreichs. Die Nennleistung der 2.640 Solarmodule liegt bei 720 kWp, wodurch ein jährlicher Ertrag von etwa 750.000 kWh generiert werden kann. Der aus den Photovoltaik-Anlagen entstehende Gleichstrom wird durch Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und anschließend direkt in das Air Cargo Center zur gesamten Eigenversorgung eingespeist. Die Mehrproduktion an Strom wird in die nächstliegende Trafostation und somit in das Flughafen-Netz eingespeist. Der vollautomatische und selbst erzeugende Naturstrom generiert den gesamten Eigenstrom für das Air Cargo Center und trägt mit der Restproduktion zur Erzeugung von Kälte in der Kältezentrale West bei.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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