Wie aus Müll Kerosin werden soll

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Obwohl die Ausgaben für den Kraftstoff um fast 30 Prozent auf eine Summe von rund 5,1 Milliarden Euro stiegen, konnte der Mutterkonzern International Airlines Group (IAG) unter der Führung der beiden fusionierten Fluggesellschaften British Airways und Iberia unter dem Strich einen Gewinn von 555 Millionen Euro im Jahr 2011 erwirtschaften. Doch die Aussichten für das Jahr 2012 sind keineswegs als positiv zu bewerten. Die Kosten werden aufgrund der prognostizierten Rohöl-Preise weiter ansteigen. Es scheint, als würden in der nächsten Bilanz der IAG die Aufwendungen für den Kerosinbedarf weitaus über den bisherigen 5,1 Milliarden Euro liegen, so kalkuliert man bei IAG für das Jahr 2012 bereits mit rund 6,1 Milliarden Euro.

Um jedoch diesen Kostenblock in den nächsten Jahren senken zu können greift, allen voran British Airways, zu ungewöhnlichen Mitteln. Bislang galt Kerosin als fossiler, daher als nicht erneuerbarer Rohstoff, doch dies könnte sich in den nächsten Jahren ändern.

Seit geraumer Zeit unternimmt British Airways gemeinsam mit der Solena Group Versuche, ein umweltfreundliches Kerosinwerk zu entwickeln. 2010 erklärte sich das internationale Unternehmen ARCADIS einverstanden, die Projektleitung für den Bau eines umweltfreundlichen Kerosinwerkes zu übernehmen.

Dabei gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Standort, welcher sich idealerweise in London befinden sollte und über gute Transportverbindungen und eine ständige Versorgung mit Rohstoffen verfügen muss, als schwierig.

Mittlerweile, zwei Jahre später, wurde ein geeigneter Standort im Osten Londons gefunden. Noch heuer soll mit dem Bau der Anlage begonnen werden, die jährlich rund 72 Millionen Liter Kerosin liefern soll. Wie viel Bau und Betrieb des Kraftwerks kosten werden - darüber schweigen sich die beteiligten Unternehmen aus. Experten zufolge dürfte es sich um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag handeln.

Durch Plasmavergasung wird Biomasse in BioSynGas verwandelt, dass anschließend in Biokerosin umgewandelt wird. Die Anlage kann alle Arten von Biomasse und kohlenstoffhaltigen Reststoffen verarbeiten, die hauptsächlich aus den Londoner Sondermüllanlagen stammen. Außer Schlacke, die als Bauzuschlagstoff verwendet werden kann, fallen bei diesem Verfahren keine Abfallstoffe an, heißt es.

Nach geplanter Fertigstellung wird die Anlage jährlich 500.000 Tonnen an Material auf Kohlenstoffbasis in 16 Millionen Gallonen Kerosin verwandeln. Die Anlage wird mehr als das Doppelte an Kerosin produzieren, dass benötigt würde, um alle British Airways Flüge vom London City Airport anzutreiben. Gemessen an den vom internationalen Flughafen Heathrow abgehenden British-Airways-Flügen, würde das Biokerosin jedoch nur zwei Prozent des benötigten Sprits ausmachen. Die erste Lieferung ist für 2014 vorgesehen. British Airways will bis 2050 die CO2-Ausstoß um die Hälfte reduzieren.

Autor: Lukas Wenger
Das ist der Kurztext zu Lukas Wenger.

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