Wenig Wolken am Flughimmel

Alle Neuigkeiten vom IATA Global Media Day Genf.

Foto: Michael Csoklich.

Für die Luftfahrtindustrie war 2017 ein sehr erfolgreiches Jahr. 4 Milliarden Menschen werden heuer geflogen sein, die Fluglinien machen, im Schnitt, gute Gewinne, die Sicherheit ist hoch und in Sachen Umwelt ist die Industrie auf einem guten Weg. 2018 sollte ähnlich gut werden, zeigt sich die IATA, der Weltluftfahrtverband am Global Media Day optimistisch. Neben Optimismus gab es aber auch Kritik an der Politik. Michael Csoklich war für Austrian Aviation Net in Genf dabei.

„Ein Desaster für Fluglinien, die in Großbritannien stationiert sind“, kündigt IATA Generaldirektor Alexander de Juniac für den Fall eines harten Brexit an. Dann nämlich gibt es keine ausverhandelten Verkehrsrechte, und für Diese Fluglinien keine Landerechte in der EU. Er sei aber „zuversichtlich „ sagte de Juniac, dass es nicht soweit kommen werde. Aber die Zeit drängt. Wegen der Vorbereitungen und der Vorbuchungen müßten die die Verkehrsrechte bis Oktober 2018 fertig verhandelt sein. 

De Juniac kritisierte auch die aus seiner Sicht überzogenen Entschädigungen für Passagiere bei Flugverspätungen. „Die EU legt den Fluglinien teure Bürden auf, tut aber nichts um die Gründe für Verspätungen zu beseitigen“, kritisierte de Juniac. Er warnte Regierungen, dem schlechten Beispiel der EU zu folgen. Er sei nicht gegen Fluggastentschädigungen, aber es müsse weltweite Standards dafür geben. 

Nach 3,8 Milliarden Passagieren im Vorjahr erwartet die IATA heuer 4 Milliarden und im kommenden Jahr 4,3 Milliarden Passagiere. 20.000 Städteverbindungen können sie nutzen. So viele wie noch nie. Trotzdem reicht das Wachstum nicht aus, um die Nachfrage stillen zu können. Es fehlt an Flugzeugen, an Piloten und an ausreichender Infrastruktur. Hier kritisierte die IATA die Versäumnisse vieler Regierungen beim Ausbau der Flughäfen. 

Schlechte Nachrichten gibt es deswegen für die Passagiere. Die Ticketpreise werden steigen, prognostiziert die IATA, fehlende Kapazitäten sind ein Grund, steigende Kosten vom Personal und von bei den Flughafengebühren bis zu den Spritpreisen die anderen. Die Kosten der Fluglinien sind heuer um 1,7% im Schnitt gestiegen, im kommenden Jahr sollen es 4,3% sein. 

Trotzdem machen die Fluglinien, auch im Schnitt, so hohe Gewinne wie schon lange nicht. Und dieser Trend wird anhalten, ist der IATA Chefökonom Brian Pearce überzeugt. Die Auslastung der Flugzeuge liegt bei durchschnittlich 82%. 

Was im Schnitt bedeutet zeigt der Blick nach Afrika. Hier liegt die Auslastung bei 60%, und die Fluglinien machen heuer in Summe einen Verlust von 100 Millionen $.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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