Welcome Air halbiert die Flotte

Firmenchef Manfred Helldoppler blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

Dornier 328 (Foto: Andy Graf).

Die österreichische Regionalfluggesellschaft Welcome Air, die auch Eigentümerin der Tyrol Air Ambulance ist, blickt nach dem Verlust des AUA-Wetleaseauftrags per Ende März 2015 auf der Strecke Linz-Wien optimistisch in die Zukunft. Die Dornier 328 OE-LKB soll den anstehenden C-Check nicht mehr absolvieren, sondern ausgeflottet werden.

"Die Partnerschaft mit Austrian Airlines war sehr gut, daher waren wir ständig in die Überlegungen von Austrian Airlines eingebunden. Deshalb haben wir uns rechtzeitig auf die Veränderung eingestellt. Der Vertrag wurde nicht von Austrian gekündigt, sondern der Vertrag war einvernehmlich bis Ende März abgeschlossen und wurde nicht mehr verlängert. Die Dornier 328 OE-LKB wird verkauft. Der Zeitpunkt ist für uns günstig. Ein anstehender C-Check und eine noch dieses Jahr erforderliche Überholung eines Triebwerks werden daher nicht mehr durchgeführt", erklärt Welcome-Air-Geschäftsführer Manfred Helldoppler gegenüber Austrian Aviation Net.

Mit dem verbleibenden Flugzeug, OE-LIR, beabsichtigt Welcome Air einerseits als Subunternehmer für Tyrol Air Ambulance tätig zu sein, man prüfe aber parallel auch laufend neue Charter- und ACMI-Aufträge. "Das verbleibende Flugzeug der Welcome Air wird auf jeden Fall verstärkt auf zusätzlichen Ambulanz-Sammelflügen der TAA aus touristischen Ballungszentren im Mittelmeerraum eingesetzt", so Helldoppler. Auf die Frage, ob es Pläne gibt, das AOC der auf eine Single-Aircraft-Operation geschrumpften Welcome Air in jenes der Tochtergesellschaft Tyrol Air Ambulance zu integrieren, antworte Helldoppler: "Diese Überlegungen bestehen laufend. Das ist eine Option, die wir jederzeit umsetzen könnten."

Strategischer Partner gesucht
"Back to the roots" scheint für Welcome- und TAA-Geschäftsführer Manfred Helldopller allerdings keine gangbare Alternative zu sein: "In der Flugbranche hat sich gezeigt, dass wir sehr vorsichtig mit Prognosen umgehen müssen. Derzeit ist für uns ein Comeback im Liniengeschäft nicht vorstellbar." Mit der Einstellung des Linienflugbetriebs der ehemaligen Tochtergesellschaft Air Alps endete die Linienpräsenz der Welcome Aviation Group endgültig.

Dem Vernehmen nach hat Welcome-Air-Eigentümerin Remi Finanz, eine Unternehmung des Urs Peter Kollers, konkrete Pläne die Regionalfluggesellschaft inklusive der Ambulanzflugtochter TAA zu veräußern. Dies wird von Manfred Helldopller zumindest nicht grundsätzlich dementiert: "Allianzen, Globalisierung und Marktkonsolidierung definieren die zukünftige Entwicklung der Branche, auf die wir reagieren müssen. Unser Ziel ist es, First Mover in dieser Entwicklung zu sein. Wir führen daher laufend Gespräche mit potentiellen strategischen Partnern. Das Ziel ist es, die TAA für die Zukunft gut zu rüsten. Ob und zu welchen Änderungen es hier kommen wird, wird die Zeit zeigen."

Für die Zukunft zeigt sich Helldoppler auch ohne AUA-Auftrag optimistisch: "Die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre zeigen uns, dass wir mit der eingeschlagenen Ausrichtung auf dem richtigen Weg sind. Wir glauben an die Zukunft des Unternehmens und werden weiterhin alles tun, was dem langfristigen Erfolg des Unternehmens dient."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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