Weiterhin Kritik an Klagenfurt-Privatisierung

Vertragsdetails werden nicht offengelegt und zu den Zukunftsplänen ist fast nichts bekannt.

Flughafen Klagenfurt (Foto: Martin Metzenbauer).

In der Causa rund um die Teilprivatisierung des Klagenfurter Flughafens scheint in der Kärntner Politik noch immer keine Ruhe einzukehren. Im Frühjahr erhielt die Lilihill Capital des Franz Orasch den Zuschlag für den 74,9-prozentigen Mehrheitsanteil. Der Rest soll in den Händen der öffentlichen Hand verbleiben. Allerdings wurden die vertraglichen Details bislang weder der Öffentlichkeit noch den Abgeordneten des Kärntner Landtags zugänglich gemacht.

Dies führte zu heftiger Kritik seitens der politischen Partei "Team Kärnten", die Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) neuerlich zur Offenlegung aufforderten. Laut "Kleine Zeitung" hätte dies im August erfolgen sollen, doch nun erfolgte dies mit der Begründung einer Verschweigenheitsklausel nicht.

Lilihill Capital Beteiligung GmbH - eine Neugründung des Franz Orasch - soll die Mehrheit übernehmen, wobei die "Kleine Zeitung" unter Berufung auf KBV-Aufsichtsratspräsident Gilbert Isep berichtet, dass eine Verschiegenheitsklausel vereinbart worden wäre und daher nicht einseitig Details veröffentlicht werden dürfen. Dies bestätigte auch der zuständige Landesrat Martin Gruber (ÖVP), wobei es von der Opposition dazu heftige Kritik gibt.

Die Kernpunkte sind, dass überhaupt nicht bekannt ist was zwischen Land Kärnten, Stadt Klagenfurt und Lilihill Capital Beteiligung GmbH vereinbart wurde und wie der Airport künftig positioniert bzw. weiterentwickelt werden soll. Laut "Kleine Zeitung" will Orasch den Flughafen Klagenfurt als "Alpen-Adria-Drehkreuz mit neuen Flug- und Hubanbindungen" ausrichten.

Aufgrund der ereignisreichen Vorgeschichte am Klagenfurter Flughafen dürfte dies definitiv kein leichtes Unterfangen sein, denn potentiell interessante Regionalfluggesellschaften sind leider mittlerweile - bis auf wenige Ausnahmen - regelrecht ausgestorben und insbesondere Lowcoster stürzen sich nur sehr ungern in finanzielles Risiko. Im Bereich der Hub-Anbindungen stellt sich zusätzlich die Frage welcher Drehkreuz-Carrier Interesse am Kärntner Markt haben könnte. Orasch und sein Team müssen daher erst beweisen, dass sie den Airport wieder attraktiv für Airlines machen können.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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