Vida kritisiert Wizzair-Chef Váradi heftig

Gewerkschaft suggeriert "ungarische Löhne" in Österreich.

Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).

Die ÖGB-Teilgewerkschaft Vida stößt sich an einer Aussage, die Wizzair-CEO József Váradi gegenüber der Wochenzeitung "Trend" sagte, ganz schön ordentlich auf. Konkret erklärte der Geschäftsführer der ungarischen Billigfluggesellschaft, dass sein Unternehmen in Österreich "marktübliche Löhne, Gehälter sowie Steuern bezahlt".

Johannes Schwarcz, Vida-Gewerkschafter, hält dagegen: "Vor allem die Ansage, dass die ungarische Billigairline marktübliche Löhne und Gehälter in Österreich zahle, verwundert mich sehr. Uns liegen Einzelverträge von PilotInnen und FlugbegleiterInnen vor, die das Gegenteil zeigen. Herrn Váradi dürfte entgangen sein, dass sich marktübliche Löhne in Österreich an den Marktführern Austrian und Eurowings orientieren. Nimmt man diese her, liegt Wizz Air deutlich darunter. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum Wizz Air behauptet, sie zahlen marktübliche Preise. CEO Váradi meint offenbar marktüblich in Ungarn."

Dies führt den Arbeitnehmervertreter dazu neuerlich die Forderung nach einem Branchen-Kollektivvertrag zu wiederholen, den die Wirtschaftskammer seit vielen Jahren unter Hinweis auf die Besonderheiten in der Luftfahrtindustrie ablehnt. "Die immer prekäreren Arbeitsbedingungen bei Airlines senken letztlich auch die Sicherheit in der Luftfahrt. Die Zeit ist überreif für einen Branchen-KV. In sozialpartnerschaftlicher Tradition müssen endlich faire Spielregeln für alle Unternehmen geschaffen werden", so Schwarcz.

Wenig Verständnis zeigt Schwarcz für die Ansage von Váradi, "dass Wizz Air die Gewerkschaften nicht in ihrem Geschäft brauchen. Selbstverständlich lassen wir uns keinen Riegel vorschieben und werden mit dem Wizz Air Personal direkt in Kontakt treten. Ebenso kann ich schon heute sagen, dass wir der Chefetage der Wizz Air genaustens auf die Finger schauen werden." 

"Natürlich stehen wir als für die Luftfahrt zuständige Gewerkschaft jederzeit für Gespräche zur Verfügung. Bereits im Mai haben wir Vertreter der Wizz Air sowie die Wirtschaftskammer zu Gesprächen eingeladen. Bis heute ist allerdings nichts passiert. Sozialpartnerschaft sieht wohl anders aus", sagt Schwarcz.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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