Vida-Hebensteit: WKO trägt Mitverantwortung für Lauda-Änderungen

In Wien stationierte Fluggesellschaften würden auf "ein Gewitter zusteuern".

A320 OE-LOB (Foto: Thomas Ramgraber).

Vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit fordert in einer Aussendung die Wirtschaftskammer abermals zu Verhandlungen über einen Branchen-Kollektivvertrag auf und erklärt: „Die Airlines steuern auf eine Gewitterfront zu. Weder die Wirtschaftskammer (WKÖ) noch die Gewerkschaft können daran Interesse haben, dass es zu größeren Turbulenzen kommt.“ Auch der Preiskampf der in Wien tätigen Billigairlines müsse gestoppt werden.

Den aktuellen Anlassfall für die Erneuerung der Forderung sieht Hebenstreit in den momentanen Vorgängen bei der österreichischen Ryanair-Tochter Lauda: „Das Unternehmen droht unverhohlen damit, MitarbeiterInnen zu kündigen, wenn nicht seitens des Betriebsrates eindeutig gesetzeswidrige Forderungen des Managements akzeptiert werden“. Dadurch wäre eine gewisse Solidarität seitens der Belegschaftsvertretungen der anderen in Wien gebasten Airlines entstanden, wie der Gewerkschafter weiters erklärt: „Sie erklären sich nicht nur mit den Beschäftigten der Lauda solidarisch. Sie zeigen sich auch entschlossen, den für alle Beteiligten ruinösen Wettbewerb der Airlines gemeinsam mit ihren Betriebsräten und der Gewerkschaft durch brancheneinheitliche Rahmenbedingungen eindämmen zu wollen. Den ersten Schritt dazu bildet die von der Vida beantragte Satzung des branchendominanten KV nach Paragraf 18ff des Arbeitsverfassungsgesetzes (ArbVG)“.

Am vergangenen Mittwoch verkündete die Gewerkschaft, dass man beim Sozialministerium beantragen werde den Kollektivvertrag der Austrian Airlines für sämtliche in Österreich tätigen Fluggesellschaften für gültig erklären zu lassen. Binnen 14 Tage wolle man dies beim Ministerium einbringen, verlautbarte die Vida damals. Doch die Ursache aller Probleme ortet Roman Hebenstreit weiterhin bei der Wirtschaftskammer Österreich: „Seit geraumer Zeit weisen wir die Branchenvertreter der WKÖ auf die zunehmend prekäre Situation der Beschäftigten bei den Airlines hin. Dabei sind wir aber unverständlicher Weise immer auf vollkommen taube Ohren gestoßen. Wir müssen daraus schließen, dass der WKÖ offensichtlich weder die Situation der Beschäftigten, noch die Tatsache, dass bei der Laudamotion versucht wird, österreichische Gesetze und bewährte sozialpartnerschaftliche Gepflogenheiten mit Füßen zu treten, wichtig erscheinen. Die inzwischen entstandenen Unruhen liegen damit zu einem erheblichen Teil im Verantwortungsbereich der WKÖ, die kein Interesse an fairen Wettbewerbs- und Arbeitsbedingungen zu haben scheint. Wie sonst sollen wir das Schweigen und die Untätigkeit seitens Arbeitgebervertreterseite deuten?“.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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