Vida: "Betriebsübergänge müssen präventiv verhindert werden"

Nur ein Punkt muss für Eurowings-Europe-GmbH-Betriebs-KV noch verhandelt werden.

Foto: Thomas Ramgraber.

Lange wurde um den Kollektivvertrag für die Belegschaft der Eurowings Europe - zum Teil auch öffentlich - gestritten, doch nun soll das Schriftstück laut Gewerkschaft unterschriftsreif sein. Lediglich ein Punkt wäre noch offen, was die Arbeitnehmervertreter abermals dazu bewegt einen Branchen-KV zu fordern.

Rund zwei Jahre verhandelten die Sozialpartner über den Betriebs-KV für die österreichische Eurowings Europe GmbH. Johannes Schwarcz, Luftfahrtbereichsvorsitzender in der Vida erklärt zum aktuellen Stand der Dinge: "Es ist nur mehr ein einziger Punkt offen. Dieser Punkt ist jedoch immens wichtig, stellt er doch sicher, dass der Kollektivvertrag nicht zu unternehmenspolitischen Entscheidungen herangezogen werden kann, wie das bereits in der Vergangenheit der Fall war. Damals hat der EuGH einen Betriebsübergang als nichtig erklärt, weil dieser nur durchgeführt wurde, um Löhne und Arbeitsstandards zu senken. Die neuen Kollektivverträge in der Branche müssen solche unsittlichen Vorgehensweisen wie in der Vergangenheit im Zuge der Betriebsübergänge bei der AUA präventiv unterbinden."

Der Gewerkschafter sieht die Lösung dieser offenen Frage auch in einem Branchen-Kollektivvertrag, der für alle heimischen Fluggesellschaften gelten würde. Die Luftfahrt ist in Österreich eine der ganz wenigen Wirtschaftsbereiche, in denen die Sozialpartner keine Branchen-Kollektivverträge vereinbaren, die für sämtliche Betriebe gelten, sondern aufgrund der Tatsache, dass es vor vielen Jahren in Österreich ohnehin nur Austrian Airlines und einige wenige kleinere Betriebe gab, hält man an der Lösung mit Betriebs-Kollektivverträgen fest. Dies ist dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, dessen Sektionen GPA-DJP (Laudamotion) und Vida (alle anderen Airliners) die Interessen von Arbeitnehmern der heimischen Luftfahrtunternehmen vertreten, schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge.

"Eigentlich führt kein Weg an einem Branchen-KV vorbei. Die Wirtschaftskammer sollte endlich einsehen, dass einheitliche Spielregeln, wie in anderen Branchen üblich, längst überfällig sind. Dem Argument, dass die Unternehmen zu unterschiedlich für einen Branchen-KV sind, geht recht schnell die Luft aus, wenn man bedenkt, dass sämtliche Low-Cost-Carrier am österreichischen Markt im Wesentlichen das gleiche Streckennetz bedienen und mit dem Airbus-A320 auch das gleiche Betriebsmaterial haben. Man könnte es mit Gasthäusern vergleichen, die alle die gleiche Küche haben, nach den gleichen Rezepten kochen und im gleichen Preissegment unterwegs sind. Hier hat auch nicht jedes Gasthaus seinen eigenen Kollektivvertrag", erklärt Johannes Schwarcz.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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