Verspätungen: Teurer Sommer für Niki?

Laut EU-Claim ist Niki die drittunpünktlichste Airline der D-A-CH-Region.

Niki-Airbus A320 im Mondschein (Foto: www.AirTeamImages.com).

Wenn der langersehnte Sommerurlaub schon mit stundenlanger Flugverspätung beginnt, ist bei vielen Reisenden die Stimmung auf einem nicht mehr messbarem Tiefpunkt angelegt. Mit der Pünktlichkeit nehmen es einige Anbieter allerdings nicht sonderlich genau. Die Ursachen sind verschiedener Natur, denn von Streiks, über technische Probleme, Personalmangel, schlechtes Wetter oder chaotische Bodenabfertigung ist die Liste möglicher Gründe nahezu unendlich.

Der Fluggastrechte-Dienstleister EU-Claim teilt in einer Aussendung mit, dass allein in Deutschland bis Ende April 2017 6.266 Flüge ausgefallen wären. Weitere 1.325 Flugzeuge sollen mit mehr als drei Stunden Verspätung gelandet sein.

Der Dienstleister deutet an, dass der Sommerflugplan für die österreichische Ferienfluggesellschaft Niki besonders teuer werden könnte, denn seit Beginn des Sommerflugplans habe es laut EU-Claim 33 massiv verspätete Flüge der österreichischen Airline gegeben. Die Übergabe der Warmwasserstrecken von Air Berlin an Niki würde nicht ganz reibungslos über die Bühne gehen. "Es scheint als seien dadurch organisatorische Probleme entstanden", so Paul Vaneker, Flugdaten-Analyst bei EU-Claim. "Viele Fluggäste von Niki können mit Entschädigungen rechnen, wenn die Verzögerungen Schuld der Airline waren."

Im Sommerflugplan steht laut EU-Claim die Lufthansa bislang an der Spitze in puncto Verspätungen. Insgesamt 68 Flüge der Airline landeten über drei Stunden zu spät. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum lediglich 57 Verspätungen.

"Das ist umso bemerkenswerter, als dass 2016 der Luftverkehr durch Streiks in Deutschland, Frankreich und Italien beeinträchtigt wurde. In diesem Jahr hatten wir keine vergleichbaren Einschränkungen. Trotzdem ist die Zahl der Chaosflüge gestiegen und die hohe Zahl gestrichener Flüge im ersten Quartal setzt sich im Sommerflugplan nahtlos fort", erklärt Vaneker.

Die Billigairline Ryanair steht mit 36 Verspätungen über drei Stunden in der EU-Claim-Verspätungsrangliste des Sommerflugplans an zweiter Stelle. Den Verspätungsrekord 2017 hält - so der Fluggastrechtedienstleister - aktuell der Lufthansa-Ableger Eurowings. Am 7. Februar landete Flug EW177 von Mauritius nach Köln mit 31 Stunden und 21 Minuten Verspätung.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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