Vereinigung Cockpit bekämpft Pay-to-Fly

Junge Piloten zahlen rund 30 bis 50.000 Euro an Fluglinien, um Stunden sammeln zu können.

Für den Weg ins Cockpit müssen Piloten durch Pay-to-Fly noch tiefer in die Taschen greifen (Foto: Martin Metzenbauer).

Die deutsche Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert das sich in Europa immer weiter verbreitende Anstellungsmodell "Pay-To-Fly" (P2F). Dabei zahlen - besonders junge Copiloten - meist hohe Summen dafür, ihrem Beruf nachgehen zu können.

Nach dem Ende ihrer Ausbildung befinden sich Piloten ja meist in einem Teufelskreis: Sie haben noch keine Flugerfahrung gesammelt, die sie aber bräuchten, um auf dem Markt eine Anstellungschance zu haben. Daher bekommen sie keinen Job und somit auch gar nicht erst die Möglichkeit, überhaupt Flugerfahrung zu sammeln.

Daraus haben manche Fluggesellschaften ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt und verlangen hohe Summen (rund 30.000 bis 50.000 Euro), um den Piloten unter dem Mantel eines Ausbildungsvertrages die Möglichkeit zu geben, Flugerfahrung zu sammeln. Diese Beträge kommen zu den ohnehin schon hohen Kosten für den Erwerb der Pilotenlizenz (ca. 100.000 Euro) hinzu.

Dazu Ilja Schulz von der VC: "Unter so hohem finanziellen Druck zu stehen kann dazu führen, dass ein Pilot auf jeden Fall seinen Flugdienst antritt, auch wenn er dazu gerade körperlich oder geistig gar nicht in der Lage ist. Er will ja schließlich sein Training nicht gefährden oder es riskieren, dem Arbeitgeber negativ aufzufallen."

In einer aktuellen Studie der Universität Gent zum Thema "Atypische Beschäftigung in der Luftfahrt" wird P2F als eine der extremsten Anstellungsmodelle in der Luftfahrt bezeichnet. P2F übertreffe in der Ausgestaltung sogar die mittlerweile auch weitverbreiteten Anstellungsformen der (Schein-) Selbstständigkeit und der Arbeit für eine Zeitarbeitsfirma.

Daher haben junge Piloten aus ganz Europa eine "Stop P2F"-Petition gestartet. Die Vereinigung Cockpit unterstützt diese Initiative und fordert politische Entscheidungsträger und die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) auf, entschlossen gegen diesen Missbrauch vorzugehen. Auch eine Facebook-Gruppe wurde mit ins Leben gerufen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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