VC: Akute Streikgefahr bei Ryanair

Europaweiter Arbeitskampf möglich.

Boeing 737-800 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Bei der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair stehen Pilotensteiks unmittelbar bevor. Die deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit teilte am Dienstag mit, dass ab sofort jederzeit mit Streikmaßnahmen bei Ryanair zu rechnen ist. Damit wollen die Arbeitnehmervertreter Druck auf das Management rund um Michael O'Leary ausüben, das sich jeglichen Gesprächen mit Gewerkschaften verweigert.

"Wie sollten Ryanair-Piloten systematisches Sozialdumping anders durchbrechen, als mit gewerkschaftlichen Mitteln? Und wenn nicht jetzt, wann sonst gibt es eine realistische Chance, damit erfolgreich zu beginnen?", so der Vorsitzende Tarifpolitik der VC, Ingolf Schumacher.

Ziel der Verhandlungen mit Ryanair sind "markonforme Arbeits- und Vergütungsbedingungen". Dabei orientiert sich die Vereinigung Cockpit am Ist-Zustand der deutschen Tuifly. "Derzeit laufen Ryanair in Scharen die Piloten davon, weil fast alle anderen Fluggesellschaften bessere Arbeitsbedingungen bieten, als Ryanair selbst und derzeit europaweit viele Piloten gesucht werden. Auch dadurch gibt es aus VC-Sicht eine deutliche Unterdeckung an Piloten bei der irischen Fluggesellschaft, was zu zahlreichen nicht durchgeführten Flügen führt", so die VC in einer Aussendung.

Die Streikmaßnahmen könnten allerdings nicht nur auf Deutschland beschränkt bleiben, sondern über die European Cockpit Association auch europaweit ausgerufen werden. Laut VC gäbe es aus Italien, Portugal und Irland bereits grünes Licht für Streiks.

"Wir geben Ryanair eine letzte Gelegenheit, Streiks in Deutschland abzuwenden, indem sie nun unverzüglich die Bereitschaft erklären, über Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu verhandeln", schildert VC-Präsident Ilja Schulz seine Erwartungshaltung gegenüber Ryanair. "Anderenfalls trägt Ryanair die volle Verantwortung für zukünftige Arbeitskampfmaßnahmen."

In der Weihnachtszeit - zwischen 23. und 26. Dezember 2017 - will die Vereinigung Cockpit auf jeden Fall aus Rücksicht auf die Fluggäste keine Streiks organisieren.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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