USA: Eurowings-Langstrecken-Wetleases auf der Kippe?

U.S.-Transportministerium erhöht den Druck auf die EU und will ACMI-Verträge, die schon länger als 14 Monate laufen, ab 30. März 2019 untersagen.

Dieser Airbus A330-300 wird von SunExpress Deutschland im Auftrag von Eurowings betrieben (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika erhöht in Sachen Wetleases den Druck auf die Europäische Union, denn offensichtlich dauert es den U.S.-Amerikanern bis die ausverhandelte Gesetzgebung umgesetzt wird. Airlines, die seit mehr als 14 Monaten auf ACMI-Carrier zurückgreifen müssen ab 30. März 2019 die Routen aufgeben oder aber selbst mit eigenem Fluggerät fliegen.

Betroffen wären in Europa insgesamt sechs Fluggesellschaften, darunter insbesondere Eurowings und Lufthansa. Die beiden Carrier setzen unter anderem Brussels Airlines und SunExpress Deutschland bzw. die Muttergesellschaft teilweise ihre Tochter CityLine auf USA-Flügen ein. Ebenfalls betroffen sind laut Erklärung des U.S.-Transportministeriums auch Aer Lingus, Thomas Cook, Air Europa und Cargolux Italia.

In weiterer Folge bedeutet das, dass die sechs genannten Airlines nur noch bis zum 30. März 2019 ihre Wetlease-Konstruktionen verwenden können. Anschließend müssen die Routen aufgegeben werden oder selbst mit eigenem Fluggerät bedient werden. Diese drastische Anordnung könnte allerdings obsolet werden, wenn es zu einer Einigung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union kommen sollte.

Seit sechs Jahren verhandeln die Diplomaten nun miteinander, jedoch konnte bislang kein nennenswertes Ergebnis erzielt werden. Steins des U.S.-Transportministeriums schiebt man den sprichwörtlichen "Schwarzen Peter" den Kollegen der Europäischen Kommission in die Schuhe und ortet gleichzeitig eine grobe Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten amerikanischer Fluggesellschaften. 

Ziel des Abkommens ist es, dass die Bedingungen für den Einsatz von Wetlease-Flugzeugen klar geregelt werden und darüberhinaus U.S.-Carrier die Möglichkeit haben Maschinen aus dem EU-Raum - und umgekehrt - mit der Durchführung von Flügen zu beauftragen. Bislang gibt es für solche Verträge eine maximale Laufzeit von sieben Monaten, wobei eine einmalige Verlängerung auf 14 Monate zulässig ist. Genau dieser Passus soll gestrichen werden. Ein weiterer Aspekt, der in Europa durchaus umstritten ist, wäre, dass EU-Carrier auch innerhalb des U.S.-Gebiets Wetlease-Aufträge ausführen dürfen. Selbiges würde umgekehrt dann auch für U.S.-Fluggesellschaften auf dem Unionsgebiet gelten.

Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, denn sollte keine Einigung erzielt werden können und seitens der USA keine weiteren Einzelgenehmigungen mehr erteilt werden, könnte dies insbesondere auf den USA-Langstreckenverkehr der Eurowings drastische Auswirkungen haben, denn dieser wird ausschließlich mit Maschinen von Brussels Airlines und SunExpress Deutschland ausgeführt.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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