Tyrol Air Ambulance tief in roten Zahlen

Air Alps beantragte Slots in Frankfurt am Main und München.

Fliegende Intensivstation: Tyrol Air Ambulance. (Foto: TAA)

Fliegende Intensivstation: Tyrol Air Ambulance. (Foto: TAA)

Das auf Krankentransporte spezialisierte Luftfahrtunternehmen "Tyrol Air Ambulance" schrieb einem Bericht der Tiroler Tageszeitung nach im Geschäftsjahr 2012 einen operativen Verlust in der Höhe von 3,4 Millionen Euro und konnte nur durch eine Geldspritze in der Höhe von 6,4 Millionen Euro seitens der schweizerischen Remi Finanz- und Verwaltungs AG in der Luft gehalten werden.

Dem Bericht nach warnte im Juli 2013 ein Wirtschaftsprüfer davor, dass nach mehreren Jahren mit Millionenverlusten "das Unternehmen ohne Zuschüsse der Großmutter nicht überlebensfähig wäre". Konkret heißt das, dass Tyrol Air Ambulance auf Geldspritzen der Remi Finanz- und Verwaltungs-AG angewiesen wäre.

Das als "Gipsbomber" verschmähte Ambulanzjet-Geschäft stellte Tyrol Air Ambulance über viele Jahre hinweg die Haupteinnahmequelle der "Welcome Aviation Group" dar. Das Geschäft lief gut und insbesondere verletzte und entsprechend versicherte Urlauber schienen wie Sand am Meer auf die professionellen Transporte des Tiroler Unternehmens angewiesen zu sein. 

2010 schrieb man einen Verlust in der Höhe von 1,5 Millionen Euro, 2011 vier Millionen Euro und 2012 3,4 Millionen Euro, die von Eigentümer Remi Finanz- und Verwaltungs-AG ausgeglichen wurden. Aus der Bilanz ist ersichtlich, dass man im Geschäftsjahr 2012 lediglich 3.402 Flugstunden durchgeführt habe. Gegenüber 2011 mit 4.422 Stunden entspricht dies einem Rückgang von satten 30 Prozent. Das Geschäft brach regelrecht ein: Sammeltransporte und Charter mit den Dornier-Maschinen sogar um knapp 50 Prozent. In der Bilanz heißt es, dass die Patientenanzahl pro Flug "markant zurückgegangen wäre".

Die Geschäftsführung der Tyrol Air Ambulance war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Zur Liquidation bestimmte Air Alps beantragt Slots in Frankfurt/Main und München
Möglicherweise bald in Frankfurt, München und Klagenfurt anzutreffen? Dornier 328 der Air Alps. (Foto: Peter Unmuth - www.vap-group.at)
Möglicherweise bald in Frankfurt, München und Klagenfurt anzutreffen? Dornier 328 der Air Alps. (Foto: Peter Unmuth - www.vap-group.at)

Tyrol Air Ambulance ist eine Tochtergesellschaft der im selben Firmengebäude beheimateten Welcome Air. Die bisherige Schwestergesellschaft Air Alps Aviation befindet sich derzeit in Liquidation, wobei es wie Austrian Aviation Net berichtete einen Investor geben soll, der sich für die Übernahme des Unternehmens interessieren soll. Allerdings sind weder Name, noch Ernsthaftigkeit des Investors bekannt.

Interessant ist, dass Air Alps erst kürzlich für die Flughäfen München und Frankfurt am Main Start- und Landerechte für die Strecken München-Klagenfurt, München-Zürich, München-Bremen, München-Rostock, Frankfurt-Zürich und Frankfurt-Rostock beantragte. Eine telefonische Anfrage ergab, dass man von der Slot-Beantragung nichts wisse und das Unternehmen weiterhin auf Liquidationskurs wäre. Auch Klagenfurt-Chef Max Schintlmeister erfuhr eigenen Angaben nach erst durch einen Anruf der Austrian-Aviation-Net-Redaktion von den Slot-Anmeldungen. Nicht auszuschließen ist, dass es sich dabei um regelmäßige Welcome-Air-Charter-Flüge handelt und irrtümlich als Air Alps angemeldet wurde. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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