Tom Enders will A380-Staatskredite nicht zurückzahlen

Staaten wäre das hohe Risiko bekannt gewesen.

Foto: Jan Gruber.

Die Diskussion um die Rückzahlung von Staatskrediten, die für das A380-Programm gewährt wurden, ist um eine weitere Facette reicher, denn Airbus-Chef Tom Enders schließt im Gespräch mit der Financial Times eine Rückzahlung aus und verweist darauf, dass den darlehensgebenden Staaten klar gewesen wäre, dass sie als Risikokapitalpartner an Bord sind.

Vertraglich wurde beispielsweise zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem damaligen EADS-Konzern vereinbart, dass die Tilgung des Darlehens über eine fixe Summe, die pro ausgeliefertem Flugzeug bezahlt werden muss, erfolgt. Durch die angekündigte Produktionseinstellung sitzt allein Deutschland auf rund 600 Millionen Euro an noch nicht rückgeführten Entwicklungskrediten.

Doch nicht nur die Airbus Group ist betroffen, sondern auch Triebwerkshersteller Rolls-Royce, der laut Financial Times rund 200 Millionen Britische Pfund für die Entwicklung der Trent-900-Triebwerke erhalten hatte. Davon sollen noch rund 100 Millionen Pfund-Sterling offen sein. Auch das Vereinigte Königreich beteiligte sich am Entwicklungsdarlehen für Airbus und zwar mit 530 Millionen Pfund-Sterling. Weitere kreditgebende Staaten sind nebst Deutschland und Großbritannien unter anderem Frankreich und Spanien.

"Es ist Fakt, dass das eine Risikopartnerschaft ist, und die Darlehen basieren auf dem Versprechen der kreditgewährenden Regierungen, dass ihr Geld bei fehlendem Erfolg des Flugzeugs in Gefahr ist", so der scheidende Airbus-Generaldirektor Tom Enders gegenüber der Financial Times. In Deutschland ist der A380-Kredit im Bundestag mittlerweile ein Thema, denn durch eine Anfrage einer Oppositionspartei wurde die Thematik öffentlich bekannt.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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