The Quad: Die gefürchteten vier S auf der Bordkarte

Wer die Buchstabenfolge SSSS auf seiner Bordkarte findet, muss sich auf eine intensivere Sicherheitskontrolle am Flughafen einstellen.

Die gefürchteten vier S auf der Bordkarte (Symbolbild: Martin Metzenbauer).

Ausgedehnte Sicherheitskontrollen sind heutzutage auf den Flughäfen zum notwendigen Übel geworden. Taschen ausräumen, Gürtel runter, Notebook herausnehmen, Schuhe ausziehen und Flüssigkeiten akribisch präsentieren - das gehört auf den Flughäfen dieser Welt zum Standard. Aber es geht noch weiter - viel weiter, wenn man sich auf Flügen in oder aus den USA einer sogenannten "Secondary Security Screening Selection" unterziehen darf. Auch am Flughafen Wien werden solche genaueren Überprüfungen durchgeführt.

An sich klingt die Angelegenheit harmlos. "Eine zusätzliche Sicherheitskontrolle des Passagiers bzw. des Handgepäcks inklusive der mobilen Geräten erfolgt am Flughafen Wien bei Austrian-Airlines-Flügen am Gate", erklärte ein Sprecher der heimischen Fluglinie gegenüber Austrian Aviation Net. Ob sich ein Passagier diesem speziellen Screening unterziehen darf, erkennt man schon an der Bordkarte - dort stehen in diesem Fall die vier Buchstaben "SSSS", die von Insidern auch "Quad" genannt werden. Ein Hinweis darauf, ausgewählt zu werden ist, dass man seine Bordkarte nicht zuhause ausdrucken kann.

Wer darf sich nun über diese Untersuchung der ausführlicheren Art "freuen"? "Der Großteil der Passagiere mit SSSS-Vermerk wird per Zufall ausgewählt. Vereinzelt gibt es auch Anfragen von der US Transport Security Administration (TSA), bei bestimmten Passagieren eine zusätzliche Kontrolle durchzuführen – wie oder warum diese Personen ausgewählt werden wissen wir aber nicht", erklärt Austrian Airlines auf Anfrage.

Gemunkelt wird, dass beispielsweise Oneway-Tickets (vor allem wenn sie bar bezahlt oder erst kurz vor Abflug gekauft wurden) oder Routings über manche Drittstaaten die Aufmerksamkeit der TSA erregen. Darüber hinaus sollen aber auch Listen von Passagieren im Umlauf sein, die grundsätzlich ein SSSS erhalten - wie man zu dieser "Ehre" kommt, ist allerdings nicht bekannt.

Gerade in Vielflieger-Kreisen wird immer wieder über SSSS diskutiert - inklusive Horrorgeschichten zu intensiven Leibesvisitationen und verpassten Flügen. Tatsache ist jedenfalls - wie auch die AUA gegenüber Austrian Aviation Net erklärt - dass aktuell auch bei Abflügen aus Wien in die USA verstärkte Sicherheitskontrollen durchgeführt werden. Ob SSSS oder nicht: Passagiere sollten möglichst frühzeitig zum Flughafen kommen, da es durch die Security Checks generell zu Wartezeiten kommen kann.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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