Stiftung Warentest warnt vor Abzocke durch Buchungsportale

Horrende Aufschläge auf Zusatzleistungen. Einige Anbieter ignorieren gar das EU-weite Verbot von Zahlungsgebühren.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Die renommierte Stiftung Warentest nahm zahlreiche Flugbuchungsportale unter die Lupe und kam dabei zu einem erschütternden Fazit: In vielen Fällen sind Tickets gegenüber der Direktbuchung bei der Airline nicht nur bedeutend teurer, sondern zahlreiche Vermittler fielen auch durch enorme Intransparenz negativ auf.

Die Tester stellten auch fest, dass sich die Buchungsportale auch an Zusatzleistungen der Airlines bereichern. So nennt die Stiftung Warentest folgendes Beispiel: Auf einem Flug von Düsseldorf nach Paris mit Air France verlangt die Airline für ein Check-In-Gepäckstück einen Aufpreis von 25 Euro. Der Anbieter Fluege.de schlägt jedoch stolze 40 Prozent drauf und bietet dies für 35,10 Euro an. Auch zeigte die Stichprobe, dass selbst bei Steuern und Gebühren sowie bei Sitzplatzreservierungen undurchsichtige Aufschläge von den Vermittlern erhoben werden.

Selbst vor dem Missachten von Gesetzen machen Airline-direct.de, fluge.de und flug24.de nicht Halt, denn eigentlich sind Zahlungsgebühren EU-weit verboten. Doch laut Stiftung Warentest scheint dies die Betreiber nicht zu interessieren, denn entsprechende Zuschläge, die einst als „Kreditkartengebühren“ im Volksmund bekannt waren, werden weiterhin erhoben. Besonders krass soll sich dies – so die Stiftung Warentest – bei Fluege.de auf einem Flug von Berlin nach München dargestellt haben. Wird zur Zahlung nicht die Fluege.de-Mastercard, ausgestellt von der Advanzia Bank S.A., verwendet, so erhöhte sich gar der Endpreis um ein Viertel.

Weiters kritisiert die Stiftung Warentest auch den Anbieter Opodo erheblich, denn dieser verspricht ein Abo für 74,99 Euro, das besonders günstige Flugtickets ermöglichen soll. Doch die Tester zeigen einen Fall auf, bei dem ein Flug von Hamburg nach Oslo um ein Drittel teurer ist als bei Direktbuchung bei Ryanair. Besonders heftig wird es bei Zubuchung von Sitzplatz und Gepäck, denn hierfür verlang Opodo glatt doppelt so viel wie Ryanair selbst.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, dass man Buchungsportale nur zum Preisvergleich verwenden solle, jedoch immer direkt bei der jeweiligen Airline buchen solle.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Alba Star / EC-MUB
    Privilege Style / EC-LZO
    YYA Management / M-USIK
    Rhein-Neckar Air / MHS Aviation / D-CIRP
    Ethiopian Airlines / ET-AUC
    Turkish / TC-JRO
    Ethiopian Airlines / ET-AUC

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller