Stationsschließungen bei Ryanair entzürnt Gewerkschaften

Weitere Streikmaßnahmen könnten folgen.

Boeing 738-800 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Vereinigung Cockpit erklärt in ihrer jüngsten Medienaussendung, dass man die von Ryanair angekündigten Stationsschließungen als "Kriegserklärung" in Folge "gesetzesmäßiger Streiks" betrachtet. Weitere Arbeitskampfmaßnahmen könnten nun folgen.

Diese Botschaft kam von den Präsidenten europäischer Pilotenverbände- und gewerkschaften, die sich letzte Woche in Wien trafen. Dieser aggressive Schachzug des Ryanair Managements kommt nun also zu der sowieso schon angespannten Beziehung mit den Arbeitnehmern und stagnierenden Verhandlungen in einigen Ländern dazu.

"Solche Feindseligkeiten seitens des Managements werden von den Piloten und dem Kabinenpersonal nicht toleriert", sagt der Präsident der ECA, Dirk Polloczek, im Namen der Gewerkschaftsführer aus ganz Europa."Die Pilotengewerkschaften verlangen die sofortige Rücknahme der Stationsschließungen in Eindhoven (NL) und Bremen (DE) sowie der Verkleinerung der Station am Niederrhein. Wir rufen das Ryanair Management dazu auf, ihren Konfrontationskurs und ihr konterproduktives Vorgehen aufzugeben. Es ist schwer vorstellbar, wie Ryanair ernsthaft erwarten kann, zu einer Einigung mit den Gewerkschaften zu kommen, wenn solche Drohungen in der Luft hängen."
"Piloten und Kabinenbesatzung dazu zu zwingen, ihren Standort zu wechseln oder ihren Job und ihr Einkommen zu verlieren, ist sicherlich nicht das, was wir brauchen, um Vertrauen und eine solide Basis für Verhandlungen zu bauen", sagt Martin Locher, Präsident der Vereinigung Cockpit (DE). "Falls Ryanair es ernst meint damit, bis Weihnachten Abkommen zu treffen, dann ist so ein Verhalten überhaupt nicht hilfreich. Die angekündigte Stationsschließung am 05. November wird die Feuerprobe, um die wahren Absichten und den ehrlichen Willen etwas für ihre Angestellten zu tun, zu testen. Sei es in Deutschland, oder woanders."


"Eine Station zu schließen und die Angestellten in ein anderes Land zu versetzen, ist mit dem sozialen Dialog nicht kompatibel. Wir sehen das als Kriegserklärung und absolut im Widerspruch zu allen Behauptungen, man wolle verhandeln," sagt Arthur van de Hudding, Präsident der niederländischen Pilotengewerkschaft VNV. "Falls das Ryanair Management denkt, Stationen zu schließen sei eine rasche und billige Lösung für Arbeitsunruhen – und das Gericht in den Niederlanden sieht das anders – dann sind sie im besten Fall naiv und im schlimmsten Fall antagonistisch. Den Ryanair Mitarbeitern Angst einzuflößen und ihr Recht zu streiken de facto zu beschneiden, wird von uns niemals toleriert werden. Wir fordern Ryanair auf, ihre Station in den Niederlanden zu behalten, sich ihrer Verantwortung zu stellen und lieber zurück an den Verhandlungstisch zu kommen, als wegzulaufen und jeden zu bestrafen, der zurück bleibt."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

    Special Visitors

    AlbaStar / EC-NAB
    Armée de l'Air / F-RADA
    CargoLogicAir / G-CLAA
    Astral Aviation / TF-AMM
    AirExplore / OM-KEX
    EAT Leipzig / D-AEAA
    AirBridgeCargo / VQ-BIA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller